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Ausstellungseröffnung

12.10.2017

Heiter schließt ernsthaft nicht aus

Der Künstler Wolfgang Mussgnug stellt international aus. Jetzt ist der Nördlinger in Donauwörth zu sehen und zwar mit „Glas – Zeichnung - Malerei“.
Bild: Jörg Hülsermann

Wolfgang Mussgnug zeigt „Glas – Zeichnung – Malerei“ im Färbertörle.

Donauwörth Gerade erst von seiner Ausstellung in Barcelona zurück, stellt Wolfgang Mussgnug im Färbertörle in Donauwörth seine außergewöhnlichen Arbeiten vor: Aus teils farbigem Glas frei geformte Objekte sowie leichte Bilderwelten auf Leinwand, Karton und Holz.

Nach der einleitenden Musik, gespielt von Giulia Czerwenko mit ihrer Violine und Günther Egold mit seiner Klarinette, eröffnet Peter Kastner, Vorsitzender der Kunstfreunde Donauwörth, mit einer Rede die Vernissage. „Bilder brauchen auch immer einen Betrachter. Wenn ich die hier versammelten Bilder von Wolfgang Mussgnug betrachte, drängt sich mir der mittlerweile inflationär gehandelte und zitierte Titel des Romans von Milan Kundera auf: Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“, beschreibt Kastner die Wirkung, die die Kunstwerke auf ihn selber machen. Mussgnugs Bilder drücken in der Tat eine gewisse Leichtigkeit und Heiterkeit aus. Mussgnug ergänzt hierzu: „Heiter heißt nicht, dass es nicht ernsthaft ist.“

Auch Oberbürgermeister Armin Neudert begrüßt die Gäste, die sich eingefunden hatten, um die Kunstobjekte zu bewundern. Auf ocker- oder sienafarbenen Öl- und Kreidebildern erkennt der Betrachter Abstraktionen in leuchtenden Farben, Linien, winzige Punkte und Schriftzeichen jeglicher Herkunft, die jedoch nicht lesbar sind. „Mich haben schon immer geschwungene Schriftzeichen fasziniert,“ erklärt der Künstler, der sich auf vielen Reisen inspirieren ließ. Der Titel einer seiner Werke heißt dann auch ganz einfach „Schriftstücke“.

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Wolfgang Mussgnug, in Nördlingen geboren, lebt und arbeitet dort als freischaffender Künstler, hat Philosophie, Politologie und Kunstgeschichte an den Universitäten in Heidelberg und München studiert. Bekannt ist er nicht nur im Raum Donau-Ries, sondern in ganz Deutschland und im Ausland. Von 2002 bis 2010 war er Honorarprofessor in Calw an der Hochschule für künstlerische Therapie und Kreativpädagogik. Im Augenblick ist er als Professor an der Medical School Hamburg tätig.

Seit einiger Zeit beschäftigt sich Mussgnug mit Glas, die er in der Glashütte Zanetti Arte Vetro in Murano bei Venedig erschafft. Damit betritt Mussgnug künstlerisches Neuland. Die spannungsreichen Kompositionen der frei geformten Objekte strahlen eine große Faszination auf den Betrachter aus. „Nel centro del Cosmo“ übersetzt mit „Im Zentrum des Kosmos“ zieht mit seinem farbenprächtigen Kern den Messing- und Edelstahldrähten im Inneren und einer Beleuchtung die Blicke auf sich. Aber auch „Pensieri“ - „Gedanken“ und „Tutti gli amici“ - „Alle Freunde“ sind experimentelle Glasskulpturen. Immer wieder sucht Mussgnug neue Materialien, die er in das Glas einschmelzen kann. „Die Herstellung der Skulpturen ist eine körperlich anstrengende Tätigkeit und ich benötige dazu in der Regel vier Helfer.“ Die Arbeit lohnt sich und begeistert in jedem Fall. Und so verwundert es nicht, dass es Mussgnug international schon viel Anerkennung bescherte; ist er doch auch der Einzige, der diese Materialien bisher so eingesetzt hat. Die acht ausgestellten Glasobjekte haben alle italienische Namen: „Ich habe sie ja auch in Italien erschaffen“, erklärt Mussgnug lachend.

Häufiger würde er gefragt werden, wie lange er an einem Gemälde arbeiten würde. „Tatsächlich brauche ich für manche meiner Arbeiten nur zwei Stunden. Dabei darf man aber nicht vergessen, dass ich dafür 35 Jahre lang geübt habe.“ Die 40 Bilder und die acht Glasskulpturen können noch bis einschließlich 29. Oktober bewundert werden.

Info: Donauwörth Färbertörle Öffnungszeiten: vom 8. bis 29. Oktober 2017 Mittwoch und Freitag: 14 bis 17 Uhr Sonntag 10 bis 12 Uhr und 14 bis 17 Uhr.

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