1. Startseite
  2. Lokales (Donauwörth)
  3. Hepatitis C-Fälle könnten für Klinik teuer werden

Donauwörth

22.10.2018

Hepatitis C-Fälle könnten für Klinik teuer werden

Die Geschäftsführung des gKU bereitet sich nach den Vorfällen mit Hepatitis-C-Infektionen auf mögliche Forderungen der Krankenkassen vor.
Bild: Wolfgang Widemann

Plus Die Geschäftsführung des Donauwörther Krankenhauses beschäftigt sich nach Infektionen von Patienten mit Hepatitis C mit möglichen Forderungen der Krankenkassen.

Auch wenn die ganze Tragweite der Infektionen mit Hepatitis C am Donauwörther Krankenhaus noch nicht abzusehen ist – die Geschäftsführung bereitet sich bereits darauf vor, dass die Krankenkassen die Kosten für die Schnelltests und Therapien zurückfordern könnten.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

  • Zugriff auf mehr als 200 neue Plus+Artikel pro Woche
  • Zugang zu lokalen Inhalten, die älter als 30 Tage sind
  • Artikel kommentieren und Newsletter verwalten
  • Jederzeit monatlich kündbar
Jetzt für nur 0,99 € testen

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

  • Zugriff auf mehr als 200 neue Plus+Artikel pro Woche
  • Zugang zu lokalen Inhalten, die älter als 30 Tage sind
  • Artikel kommentieren und Newsletter verwalten
  • Jederzeit monatlich kündbar
Jetzt für nur 0,99 € testen

Wie bekannt, hat wohl ein Narkosearzt am Donauwörther Krankenhaus Patienten bei Operationen mit dem Hepatitis C Virus infiziert. Das geschah vermutlich durch mehrfach verwendete Spritzen oder Kanülen. Der Arzt war medikamentenabhängig und hatte sich wohl aus dem „Giftschrank“ des Krankenhauses mit Opioiden versorgt. In seiner Position war es selbstverständlich, dass er Zugang zu diesen starken Schmerzmitteln hatte.

Die Zahl der Hepatitis-C-Infektionen im Donauwörther Krankenhaus ist derweil weiter angestiegen. Wie Gesundheitsamtsleiter Rainer Mainka am Montag berichtete, seien inzwischen zwölf erkrankte Patienten bekannt.

Hepatitis C-Fälle könnten für Klinik teuer werden

Aktuell werden knapp 700 Patienten per Brief dazu aufgerufen, sich auf Hepatitis C testen zu lassen. Diese Zahl könnte aber weiter steigen, denn es werden noch Operationsprotokolle ausgewertet. Kostenpunkt pro Test: 20 bis 25 Euro. Wer erkrankt ist, muss sich einer langen Therapie unterziehen. Diese besteht aus Tabletten, die in der Regel 90 Tage hintereinander eingenommen werden müssen. Die Kosten können laut AOK Donauwörth pro Patient über 50.000 Euro betragen.  Bei acht Patienten geht das Gesundheitsamt Donau-Ries davon aus, dass sie sich im Krankenhaus Donauwörth angesteckt haben.

Donau-Ries-Klinik Donauwörth stellt sich auf hohe Forderungen ein

Bleibt es bei diesen Zahlen, könnte sich die Donau-Ries-Klinik Donauwörth mit Kostenforderungen von knapp 500.000 Euro konfrontiert sehen. „Ich gehe davon aus, dass die Krankenkassen auf uns zukommen werden und das Geld zurückerstattet bekommen wollen“, sagt Jürgen Busse, Geschäftsführer des gKU (Anmerkung der Redaktion: gemeinsames Kommunalunternehmen Donau-Ries Kliniken und Seniorenheime). Dafür muss allerdings nachgewiesen werden, dass sich die Patienten tatsächlich im Krankenhaus angesteckt haben und die Ursache dafür ein Fehlverhalten eines Arztes war. Wie berichtet laufen die Ermittlungen noch.

Doch für Busse ist klar, dass er sich auch auf mögliche Kostenforderungen einstellen muss. „Wir haben bereits Kontakt mit unserem Haftpflichtversicherer aufgenommen“, erklärt er offen. An erster Stelle stehe aber zunächst, alle möglichen Betroffenen zu informieren und ihnen – sollten sie sich mit dem Virus infiziert haben – eine medizinische Versorgung zu ermöglichen. Hepatitis C kann schwere Schäden an der Leber bewirken.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren