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05.07.2010

Herz und Nieren sind verwandte Organe

Dr. Werner Bihlmaier bei seinem Vortrag in Schweinspoint. Foto: Arloth
Bild: Arloth

Marxheim-Schweinspoint "Herz und Niere" war das Thema des Vortrags vor Mitgliedern der Herzgruppe Marxheim im Saal der Gastwirtschaft Raab in Schweinspoint. Dr. Peter Thrul, der medizinische Leiter der Gruppe, begrüßte den Referenten Dr. Werner Bihlmaier, Internist und Nephrologe an der Donau-Ries-Klinik Donauwörth.

Der Nierenspezialist erklärte, dass Nierenkrankheiten oft lange nicht erkannt werden, weil die Nieren keine Schmerzen verursachen. Die Verwandtschaft zwischen Nieren und dem Herzen bestehe im Wesentlichen darin, dass bei beiden Organen Blutgefäße vorhanden seien, die durch krankhafte Ablagerungen Organschädigungen verursachen können.

Die Hauptaufgabe der Nieren bestehe in der Reinigung und Entgiftung des Blutes. Das Blut wird in einer gesunden Niere gefiltert, Wasser und Giftstoffe werden entzogen und in die Blase weitergeleitet. Von dort werden sie als Urin ausgeschieden. Dr. Bihlmaier berichtete weiter, dass dabei der Salz- und Wasserhaushalt im Körper geregelt werde. Ferner würden in der Niere Hormone erzeugt, die zur Blutbildung und zur Steuerung des Blutdruckes notwendig seien.

In den Nieren befänden sich ein bis zwei Millionen kleine Nierenkörperchen (Glomeruli), die zwar durchlässig seien für Wasser, aber nur für minimale Mengen von Eiweiß. Wenn diese Filterporen ge-schädigt seien, weil sich Eiweiß um die Filtergefäße abgelagert habe, können Eiweißmoleküle hindurchtreten und in den Urin gelangen. Das erste Zeichen einer Schädigung der Nieren sei dann eine gering vermehrte Menge Eiweiß (Albumin) im Urin. Die Nierenfunktion könne daher über Urin- und Blutuntersuchungen kontrolliert werden. Dabei sei die Eiweißausscheidung ein wichtiges Warnzeichen. "Einmal pro Jahr sollten Sie den Urin auf Eiweiß testen und die Nierenwerte im Blut messen lassen", riet der Arzt.

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Akute und chronische Ursachen

Der Referent verwies auf die Ursachen von Nierenversagen. Dabei unterschied er in akute Erkrankungen, hervorgerufen durch Verletzungen, Entzündungen, Operationen mit Narkose oder Blutvergiftungen, und in chronische Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck, angeborene Missbildungen und Störungen im Harnabfluss. Wenn sich eine Dialyse nicht mehr vermeiden lasse, werde der behandelnde Nephrologe dem Patienten die Nierenersatztherapie erläutern und gemeinsam mit dem Patienten die weitere Behandlung planen. In-frage komme die Blutdialyse mit-hilfe einer Maschine, die Bauchfelldialyse oder eine Nierentransplantation.

Letztere sei allerdings ein Glücksfall: 12 000 Personen stehen in Deutschland auf der Warteliste, nur etwa 2000 Patienten erhalten pro Jahr eine "neue" Niere. (ma)

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