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16.07.2010

Hitze: Getränkehersteller schiebt Sonderschichten

Wenn die Sonne, wie in den vergangenen Wochen, stark vom Himmel brennt, dann tut Abkühlung gut - und wenn es nur eine Flaschendusche ist. Foto: Wall
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Wenn die Sonne, wie in den vergangenen Wochen, stark vom Himmel brennt, dann tut Abkühlung gut - und wenn es nur eine Flaschendusche ist. Foto: Wall
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Donauwörth Fast jeden Tag klettert das Thermometer auf über 25 Grad, achtmal herrschten bislang sogar tropische Verhältnisse (über 30 Grad), Regen fällt nur ganz selten - das ist der Juli im Raum Donauwörth. Die Hitze ist laut DZ-Wetterbeobachter Werner Neudeck aus Riedlingen ungewöhnlich. So ist es nicht verwunderlich, dass sich die Witterung in vielen Bereichen der Region auf das tägliche Leben auswirkt.

Von Fabian Schiffelholz und Wolfgang Widemann

Regina Frickel vom Elektro-Fachgeschäft Expert Arndt in Donauwörth bestätigt einen bundesweiten Trend. Auch in der Großen Kreisstadt ist die Nachfrage nach kühlenden Ventilatoren derartig gestiegen, dass alle vorrätigen Geräte ausverkauft sind. Selbst die Hersteller könnten nur noch sporadisch Nachschub liefern.

Deswegen müssen die Menschen der Hitze auf anderem Wege entgegentreten, zum Beispiel durch verstärkten Getränkekonsum. Wolfgang Hörhammer von der Auerquelle Bissingen berichtet, dass das Unternehmen bereits eine zusätzliche Schicht einschieben und die Produktion um ein Drittel erhöhen musste, um den enormen Bedarf an Mineralwasser decken zu können.

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Wasser und Apfelschorle

Diese Entwicklung bestätigt Doris Rödter vom gleichnamigen Getränkehandel in Gunzenheim. Auch hier arbeitet die Belegschaft auf Hochtouren, teilweise von 4 Uhr morgens bis spät in den Abend hinein. Vor allem der Bedarf an Wasser und Apfelschorle, also durstlöschenden alkoholfreien Getränken, sei im Vergleich zu anderen Monaten sprunghaft angestiegen.

Auch das Donauwörther Freibad profitiert von den warmen Temperaturen. Laut Schwimmmeister Erich Keller verzeichnet die Badeanstalt derzeit am Wochenende zwischen 2500 und 3500 Besucher pro Tag und damit rund 500 Personen mehr als üblich. Dies sei allerdings auch darauf zurückzuführen, dass die Ferienzeit nahe und sich daher viele Jugendliche nach überstandenem Prüfungsstress dem Badespaß widmen könnten.

Das schöne Wetter hat allerdings auch - nicht nur unter Bäumen und Sonnenschirmen - Schattenseiten. Christian Babin, Vorsitzender des ärztlichen Kreisverbandes Nordschwaben, weiß über eine steigende Anzahl von Austrocknungsfällen zu berichten. Gerade ältere Personen seien davon bedroht, da ihr Durstgefühl immer stärker nachlasse.

Beim Schwimmen aufpassen

Auch wer zum Schwimmen ins Freibad oder in einen Baggersee geht, sollte aufpassen, rät Michael Haller, Kreisvorsitzender der Wasserwacht: "Längere Strecken sollte man nur schwimmen, wenn es einem gut geht." Wer Probleme mit dem Kreislauf habe, sollte sich lieber nur ins seichte Wasser setzen. "Ein Schwächeanfall im Wasser bedeutet höchste Lebensgefahr", warnt Haller angesichts der Tatsache, dass sich im südlichen Donau-Ries-Kreis in den vergangenen Wochen zwei tödliche Badeunfälle ereigneten, eindringlich.

Die Ernährungsexpertin der AOK Donauwörth, Cornelia Zink, empfiehlt, bei großer Hitze ausreichend zu trinken, nur leichte Kost zu sich zu nehmen und große Anstrengungen zu vermeiden.

Wer sich jetzt aber Hoffnungen auf den ein oder anderen freien Tag macht, der wird enttäuscht. Die IHK Schwaben teilt mit, dass es keine gesetzliche Regelung gebe, die Arbeitnehmern ein Recht auf "hitzefrei" zusichere. Laut Arbeitsstätten-Richtlinie darf die Lufttemperatur in Arbeitsräumen plus 26 Grad nicht überschreiten. Aber: Ist es draußen wärmen als 26 Grad, dann darf auch drinnen die Temperatur höher sein. Wie viel, das ist nicht geregelt.

Letztlich erinnern all diese Entwicklungen immer stärker an den "Jahrhundertsommer" des Jahres 2003, der vielen Menschen trotz aller Probleme, welche die Hitze manchmal verursacht, vor allem als ungemein schöne und genießenswerte Zeit in Erinnerung geblieben ist.

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