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Holzheim: Ruttmanns harter Endspurt

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Kommentar Von Manuel Wenzel
05.06.2019

In den letzten Monaten seiner Amtszeit  wird Holzheims Bürgermeister Ruttmann so viel wie noch nie mit Kritik aus den eigenen Reihen konfrontiert.

So hatte sich Robert Ruttmann seine letzte Amtszeit sicher nicht vorgestellt. Seit 1996 ist er Bürgermeister in Holzheim. Viele Jahre war der Kampf gegen die Schlackendeponie eine seine größten Baustellen. Als diese Kapitel fast beendet war, kam der Windpark Riedheim. Gleichwohl hat sich die Gemeinde in den vergangenen zweieinhalb Jahrzehnten in anderen Bereichen zweifelsfrei gut entwickelt: Neues Bauland, starkes Gewerbe, Dorferneuerungen, Infrastrukturmaßnahmen – die Liste ließe sich fortsetzen.

In dieser Periode aber sieht sich Ruttmann wohl so viel wie noch nie mit Kritik aus den eigenen Reihen konfrontiert. Gerne hätte er zum Abschluss noch die Einweihung oder zumindest Grundsteinlegung des neuen Bürger- und Kulturzentrums als Rathauschef gefeiert. Doch daraus wird nichts: Spätestens seit Dienstag ist klar, dass das Projekt bis zur nächsten Kommunalwahl keine allzu großen Fortschritte machen wird. Die – wenn auch denkbar knappe – Mehrheit im Gemeinderat hat so entschieden. Daher ist das aus demokratischer Sicht zu akzeptieren.

Dass die Gegner argumentieren, ein Abriss der Gebäude ohne Klarheit über die spätere Verwendung mache nur wenig Sinn, ist durchaus nachvollziehbar. Berechtigt ist aber auch die Frage, warum im Gremium bislang mehrfach mit großer Mehrheit oder sogar einstimmig die Weiterverfolgung des Projekts in der geplanten Form beschlossen wurde und erst jetzt die Reißleine gezogen wird.

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Das zeigt aber vielleicht auch das Dilemma: Prinzipiell wollen ja schon alle irgendwie, aber dann vielleicht doch nicht so schnell und über das „Wie“ herrscht generell noch Uneinigkeit. Und dann steht auch noch die Frage im Raum, wie die Bevölkerung überhaupt zu dem Thema steht. Ruttmann sagt, er habe weder bei Amtsstunden noch bei sonstigen Terminen kritische Stimmen gehört, andere Räte berichten wiederum von zahlreichen Skeptikern im Ort.

Wie dem auch sei: In dieser Zusammensetzung kommt der Gemeinderat auf keinen grünen Zweig mehr, was das Bürgerzentrum angeht. Es bleibt zu hoffen, dass der Bruch bei diesem Thema nicht dazu führt, dass auch andere Dinge nun nicht angegangen oder umgesetzt werden. Denn bis zur Wahl im März ist es noch zu lange, um die Situation einfach auszusitzen.

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