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Nahverkehr

13.05.2017

Holzheim und Münster wollen zum AVV

Fährt der AVV bald bis Holzheim oder Münster? (Symbolbild)
Bild: Pitt Schurian

Wie der Fahrplan für die beiden Kommunen jetzt weitergeht und wo Kritiker mögliche Schwachpunkte auch andernorts im Landkreis sehen

Die beiden Kommunen Holzheim und Münster wollen an den Augsburger Verkehrsverbund (AVV) angeschlossen werden. Der ursprüngliche Hintergrund dieses Wunsches: Auch für die Schüler aus den beiden Gemeinden sollten Anbindungen zu Schulen im Landkreis Augsburg geschaffen werden mit dem Nebeneffekt, dass die Busse zudem von Berufspendlern genutzt werden können.

Inzwischen haben Münster und Holzheim ihr Ansinnen geändert und setzen nur noch auf Angebote für Pendler. In der jüngsten Sitzung der Kreis-Wirtschaftsausschusses wurde das Thema kontrovers diskutiert.

Eine Reihe von Ausschussmitgliedern vertrat die Auffassung, dass eine Trennung zwischen Schüler- und Pendlerverkehr nicht möglich sein werde. Man könne nicht verhindern, dass Schüler die Linien für Berufstätige in den Raum Augsburg genauso nutzten, um beispielsweise zum Gymnasium in Gersthofen zu kommen.

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Andere wiederum wiesen vor diesem Hintergrund darauf hin, dass der Landkreis ein „Fass“ aufmachen würde. Andere Kommunen könnten nämlich nachziehen und ebenfalls Wünsche nach Buslinien in andere Landkreise an den Kreis herantragen – mit nicht unerheblichen finanziellen Auswirkungen, unter anderem durch anfallende Gastschulbeiträge.

Gottfried Hänsel (CSU) nannte den Raum Ries/Ostalbkreis, wo eine ähnliche Situation entstehen könnte, Georg Vellinger (CSU) den Bereich Monheimer Alb/Eichstätt und Gerhard Martin (SPD) das Lechgebiet mit Ausrichtung nach Neuburg.

Der Schülertransport würde sich wohl in Grenzen halten, wenn die Linien für die Berufspendler sehr früh am Morgen und am späten Nachmittag oder Abend verkehrten, meinten wiederum verschiedene Ausschussvertreter. Anton Ferber (PWG) sagte, derartigen Wünschen sollte der Kreis überhaupt nicht nachkommen. „Die betroffenen Kommunen können das Ganze doch selbst organisieren und bezahlen, wenn sie das haben wollen“. Nico Ach (Grüne) verwies auf einen Präzedenzfall, den der Kreis schaffen würde, sollte eine AVV-Linie in Münster und Holzheim zustande kommen. Und weiter: „Wo ziehen wir denn die Grenze zwischen Schüler- und Berufsverkehr?“

Das sah auch Ursula Straka (SPD) so. Die Fraktionsvorsitzende der Sozialdemokraten wurde grundsätzlich. Mit solchen Fällen wie dem aktuellen müsse sich der Ausschuss nur deshalb auseinandersetzen, weil es im Kreis kein ÖPNV-Konzept „aus einem Guss“ gebe und der Nahverkehrsplan ein „Flickenteppich“ sei. Landrat Stefan Rößle sprach sich für einen zweijährigen Probebetrieb aus, sollten sich die Beteiligten auf ein Modell einigen. Danach werde man sehen, ob es weitergeführt werden könne, meinte der Landkreischef pragmatisch.

Gegen vier Stimmen beauftragte der Ausschuss schließlich die Verwaltung, zusammen mit Holzheim, Münster und dem AVV bis zum Herbst ein Konzept zu erarbeiten, welches die beiden Kommunen unter Berücksichtigung der Belange von Berufspendlern an den Augsburger Verkehrsverbund anbindet.

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