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Donauwörth

27.06.2017

Hubschrauber für heikle Einsätze

Die Firma Airbus in Donauwörth hat nun die 15. und damit letzte Maschine vom Typ H145M an das Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr ausgeliefert. Links der Parlamentarische Staatssekretär Markus Grübel, rechts Geschäftsführer Wolfgang Schoder.
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Die Firma Airbus in Donauwörth hat nun die 15. und damit letzte Maschine vom Typ H145M an das Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr ausgeliefert. Links der Parlamentarische Staatssekretär Markus Grübel, rechts Geschäftsführer Wolfgang Schoder.
Bild: Wolfgang Widemann

Die Firma Airbus beliefert Spezialkräfte der Bundeswehr mit Hubschraubern. Diese sind besonders ausgestattet. Warum der Auftrag für das Unternehmen wichtig ist.

Sie kommen zum Einsatz, wenn es besonders brenzlig wird. Beispielsweise, wenn es in einer der Krisenregionen auf dieser Welt darum geht, Geiseln bei einer nächtlichen Aktion aus den Händen von Terroristen zu befreien. Dann muss alles blitzschnell gehen. Die Hubschrauber, die besonders leise sind, sollen sich in der Dunkelheit möglichst unbemerkt einem Gebäude nähern, in Sekundenschnelle seilen sich bis zu vier Soldaten gleichzeitig ab und versuchen, die Geiselnehmer zu überrumpeln.

So sieht ein mögliches Szenario aus, bei dem Maschinen vom Typ H145M eine wichtige Rolle spielen. Seit Montag ist das Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr mit insgesamt 15 solchen Exemplaren ausgestattet. Die letzten beiden H145M bekam das Hubschraubergeschwader im württembergischen Laupheim direkt aus Donauwörth überstellt. Mit dabei waren Markus Grübel, Parlamentarischer Staatsekretär im Verteidigungsministerium, und Airbus-Geschäftsführer Wolfgang Schoder.

Die Aktivitäten der Einheit sind streng geheim

Die erste Maschine aus dem 200-Millionen-Euro-Auftrag erhielt die Bundeswehr Ende 2015. Seitdem trainieren die Piloten aus Laupheim und die KSK-Kräfte aus Calw (ebenfalls Baden-Württemberg) intensiv, um für den Ernstfall gerüstet zu sein. Damit selbst schwierigste Missionen gelingen können, verfügen die Helikopter über allerlei Sonderausstattung. Neben dem Abseilsystem ist an den Maschinen, von denen jede neben zwei Piloten auch bis zu acht KSK-Soldaten aufnehmen kann, zudem eine hoch leistungsfähige Kamera installiert. Eine Panzerung schützt die Piloten. Wird der Treibstofftank von Geschossen getroffen, kann er sich selbst wieder abdichten. Eine Selbstschutzanlage erkennt automatisch Raketen, mit denen der Hubschrauber beschossen wird, und streut Ablenkungskörper. An den Seiten befinden sich Halterungen für Maschinengewehre.

Wo, wann und mit welchem Befehl das KSK mit der H145M in Aktion tritt, wird nur selten bekannt. Der im Jahr 1996 gegründete Verband mit seinen gut 1000 Soldaten unterliegt einer strengen Geheimhaltung. Auch bei der Übergabe der Maschinen in Donauwörth agierten die KSK-Angehörigen diskret im Hintergrund, Fotos und Filmaufnahmen der Beteiligten waren nicht erwünscht.

Dafür trat Staatssekretär Grübel vor die Journalisten und lobte das Hubschraubergeschäft mit Airbus den höchsten Tönen: „Das ist ein Rüstungsprojekt, an dem alles gestimmt hat.“ Die Hubschrauber seien zum vereinbarten Zeitpunkt in der vereinbarten Qualität und zum vereinbarten Preis geliefert worden. „Das ist leider nicht immer so, aber hier sind wir sehr zufrieden“, sagte Grübel. Die Spezialkräfte benötigten diese Maschinen dringend.

In der Regel im Ausland eingesetzt

Die würden im Ausland eingesetzt, könnten im Notfall per Amtshilfe aber auch der Polizei in Deutschland zu Hilfe kommen. Auch Airbus-Geschäftsführer Schoder zeigte sich zufrieden. Im Gegensatz zu den Tiger- und NH-90-Projekten habe es bei den H145M keine Verzögerungen gegeben. Für das Unternehmen sei der Auftrag von hoher Bedeutung, da er auch im Ausland interessiert beobachtet werde und das Exportgeschäft ankurbeln könnte, so Schoder: „Wir haben bereits Anfragen und befinden uns in vielversprechenden Verhandlungen.“

Airbus liefert die Helikopter nicht nur, sondern hat mit dem Bund auch ein Servicekonzept vereinbart. Der Vertrag ist dem Geschäftsführer zufolge „leistungsbasiert“. Soll heißen: Je mehr die Hubschrauber einsatzbereit sind, desto mehr Geld bekommt die Firma. Bisher sei das Ergebnis sehr gut. Die Verfügbarkeit der H145M liege im Trainingsbetrieb bei deutlich über 90 Prozent.

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