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Kirche

27.06.2017

Huisheimer Pfarrer verabschiedet sich

Für Ortspfarrer Alois Loeßl war es das letzte Pfarrfest in Huisheim, da er im September nach Eichstätt wechseln wird. Seine Predigt war eine Überraschung für die Gläubigen, man könnte sie als eine vorgezogene Abschiedsrede sehen. Da spielte natürlich auch Wehmut mit.

Der Geistliche Alois Loeßl hält beim Pfarrfest eine emotionale Abschiedspredigt. Er wird seine Gemeinden zum 1. September verlassen. Wohin er geht und wer ihm nachfolgt

Ortspfarrer Alois Loeßl wird seine drei Pfarreien, Huisheim, Gosheim und Mündling verlassen und ab 1. September das Amt des Priesterseelsorgers der Diözese Eichstätt übernehmen. Sein Nachfolger wird Jan Lazar (37), bisher Pfarrvikar in Nürnberg.

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In dem Bewusstsein, ein letztes Mal mit seiner Pfarrgemeinde St. Vitus das Pfarrfest zu feiern, nahm der Festprediger bei seiner Ansprache die Anwesenden mit, auf eine Reise in die Vergangenheit. „Wenn, so Pfarrer Loeßl, wir den 1720. Geburtstag des Kirchenpatrons feiern dürfen“, wären die elf Jahre seines Wirkens in Huisheim nicht viel. Und dennoch habe sich in einem guten Jahrzehnt im Dorf einiges verändert.

Pfarrer Loeßl erinnerte an das Jahr 2006, als man ihn, den gebürtigen Niederbayer als „Schwabenapostel“ aussendete. Fortan habe er das Leid und die Freude mit den Menschen geteilt Er durfte im Laufe der Zeit erfahren, dass in den Auen seiner Pfarrgemeinde „kostbare Schwammerl“ wachsen, auf die er sich stets verlassen konnte. Mit zwei Bürgermeistern und zwei Kirchenpflegern habe er zusammengearbeitet. Unvergesslich sei für ihn der „märchenhafte“ Blick vom Pfarrhaus ins Ries.

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Im Dorf selber konnte er miterleben wie Häuser eingerissen wurden und mit ihnen die Hausnamen starben, neue Siedlungsgebiete erstanden und junge Familien einzogen. Von nahezu 80 Bewohnern, darunter eine Anzahl von gut bekannten Kirchgängern, hieß es sich zu verabschieden. Demgegenüber habe er rund 70 Kindern das Sakrament der Taufe gespendet. Viel Freude hätten ihm die Hochzeiten bereitet. Besonders am Herzen lägen dem scheidenden Pfarrer die Kinder, die er zur Erstkommunion begleiten durfte. Er fühle im übertragenen Sinne auch ein bisschen „Elternglück“, wenn diese sich als mittlerweile Erwachsene in der Kirche engagieren und dem Glauben treu bleiben. Pfarrer Loeßl schloss seine gefühlvolle Predigt mit den Worten: „Helf Gott, dass meine Liebe eine Spur hinterlässt…“Damit meinte er die Nachhaltigkeit seiner seelsorgerischen Tätigkeit in Huisheim und die herzliche Verbundenheit zu seiner Pfarrei.

Eine Festpredigt dieser Art wird bei einem Pfarrfest wohl einmalig bleiben. Der Ortspfarrer hat seinen Gläubigen damit ein vorgezogenes Abschiedsgeschenk überbracht. Mit einem Lied, das einen irischen Segenswunsch beinhaltet sowie dem Schlusssegen endete der Gottesdienst. Pfarrer Loeßl bedankte sich herzlich bei der Musikgruppe „Horizonte“ aus Wemding unter Leitung von Hans Hasmüller für deren großartige Mitwirkung, der Mesnerin Marianne Färber für den schönen Blumenschmuck und dem kirchlichen Dienst.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen im Festzelt trafen sich die Gläubigen wiederum in der Pfarrkirche zur Festandacht mit Reliquienverehrung. Der große Zulauf war unübersehbar. Sicherlich lag dies mit an den Mündlinger Sängerinnen unter Leitung von Susi Reitsam, die mit ihren Liedern die Zuhörer begeisterten.

Für den fröhlichen Ausklang des Festes sorgte wie schon im letzten Jahr, Pfarrvikar Rainer Herteis aus Wemding. Er ist in Huisheim immer ein gern gesehener Gast. Ob er nun wie beim Pfarrfest die Besucher im Festzelt mit dem Akkordeon unterhält oder bei der monatlichen Anbetung auf seinem Keyboard meditative Gesänge anstimmt. (dz)

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