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Kinderbetreuung

31.05.2020

In Harburg sind mehr Kindergartenplätze in Aussicht

Der kirchliche Kindergarten in Ebermergen (linkes Bild) und der städtische Kindergarten in Harburg sollen bis September um weitere Gruppen erweitert werden. In Harburg soll bis zum Ende der Erweiterung eine Wohnung angemietet werden. In Ebermergen kommt eine zweite Gruppe in den ersten Stock.
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Der kirchliche Kindergarten in Ebermergen (linkes Bild) und der städtische Kindergarten in Harburg sollen bis September um weitere Gruppen erweitert werden. In Harburg soll bis zum Ende der Erweiterung eine Wohnung angemietet werden. In Ebermergen kommt eine zweite Gruppe in den ersten Stock.

Bis September sollen in Harburg und Ebermergen weitere Plätze geschaffen werden. Das Ziel: ein Platz für jedes Mädchen und jeden Buben. Das sind die Pläne.

Die Zusage für einen Kindergartenplatz in Harburg, Ebermergen und Großsorheim zu erhalten ist nicht unbedingt selbstverständlich. Die Einrichtungen sind voll belegt. Mehr noch: Sie reichen nicht aus. Doch in drei Monaten soll dieses Problem gelöst sein. Bis September sollen in Harburg und Ebermergen insgesamt etwa 30 weitere Plätze geschaffen werden. Das Projekt wird seit dem Start vom Bürgermeister Christoph Schmidt und dem Stadtrat zügig vorangetrieben.

In Harburg soll im städtischen Kindergarten eine weitere Kindergartengruppe mit etwa 15 Plätzen geschaffen werden. Dafür wird eine Wohnung, die sich schräg gegenüber des Kindergartens befindet, angemietet. Zumindest als Übergangslösung bis im Sommer 2022, wenn der Kindergarten erweitert ist. Nun ist klar, dass der Vermieter die Wohnung umfassend renovieren wird. Für die Nutzung als Kindergarten müssen die Räumlichkeiten jedoch noch teilweise umgebaut werden. Dazu gehören Arbeiten wie an die Installation von Kindertoiletten, eine Fluchttreppe vom Balkon, der Gartenbereich und eine Türe mit Sicherheitsglas zur Küche. Bisher belaufen sich die geschätzten Kosten für diese Arbeiten auf 6000 Euro. Dazu würde die monatliche Miete kommen. „Diese 15 Plätze in der Wohnung in Harburg sind schon voll belegt“, merkte der Bürgermeister Schmidt nun im Stadtrat an.

In Ebermergen wird im evangelischen Kindergarten das zweite Stockwerk ausgebaut, um dort langfristig eine weitere Gruppe mit etwa 15 Plätzen unterzubringen. Damit das realisiert werden kann, ist im Vergleich zu Harburg ein größerer Aufwand nötig: 50 000 Euro sind im Gespräch. Mit dem Landratsamt war der der Bürgermeister schon vor Ort. Aktuell ist bereits der Turnraum des Kindergartens zusammen mit der Bücherei im zweiten Stockwerk. Die Bücherei, deren Hauptnutzer die Kinder im Haus sind, hatten sich bereits bereit erklärt in den dritten Stock zu ziehen.

In Harburg sind mehr Kindergartenplätze in Aussicht

Umbau kostet 50.000 Euro

Dieser muss dafür aber ausgebaut werden. Im zweiten Stockwerk wird aus der Bücherei der neue Gruppenraum. Ein Personalraum soll noch geschaffen werden. Bisher ist aber noch unklar wo. Der Umbau würde insgesamt etwa 50000 Euro kosten, so eine grobe Schätzung. Darunter fallen Kosten für Baumaßnahmen, wie die Erneuerung der Treppen in den zweiten Stock, Toiletten, Heizung, Boden, Garderobe. Die Kosten belaufen sich etwa auf 15000 Euro.

Auch muss eine Fluchttreppe für etwa 10000 Euro vom zweiten Stockwerk entweder in den Garten oder hinter das Gebäude führen. Im Gespräch mit der Stadt sahen die Träger des Kindergartens dies jedoch kritisch, weil die Fluchttreppe im Garten Platz wegnehmen würde. Das Dachgeschoss muss auch ausgebaut werden, damit die Bücherei dort einziehen kann. Veranschlagt wurden dafür bisher 25000 Euro.

Öffnungszeiten sorgen für Gesprächsstoff

Für den Kindergarten in Harburg beschlossen die Stadträte den Bauantrag zur Nutzungsänderung der Mietwohnung in Harburg einstimmig. Die weiteren Maßnahmen für den Umbau in Ebermergen wurden ebenfalls einstimmig bewilligt. Für Gesprächsstoff sorgte der Defizitvertrag der Stadt mit der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Ebermergen. Nach Gesprächen forderte die Einrichtung eine 100-prozentige Deckung, falls die neue Gruppe nicht voll besetzt werden würde. Falls das passieren würde, müsste die Stadt Harburg die restlichen Kosten für die nicht belegten Plätze zahlen.

Sicher ist nicht, ob die Plätze alle belegt werden könnten. Denn es ist nicht bekannt, wie viele Eltern sich auf Plätze in mehreren Kindergärten beworben haben. Die Stadt kann aufgrund des Datenschutzes diese Informationen nicht einsehen. Für die Stadträte war es auch schwer einschätzbar, wie hoch diese Kosten letztendlich werden können. Der Bürgermeister merkte jedoch an, dass es das letzte Mal im Jahr 2014 ein Defizit im Kindergarten gegeben hätte. Dem Vertrag mit der Kirchengemeinde wurde zugestimmt, verbunden mit dem Wunsch, dass längere Öffnungszeiten in Ebermergen ermöglicht werden sollen.

Die bisher unterschiedlichen Öffnungszeiten der Kindergärten sorgten in der Stadtratssitzung für Gesprächsstoff. Die Betreuung im Kindergarten in Harburg geht bis in den Nachmittag. Bisher hat der Kindergarten in Ebermergen nur bis 13.30 Uhr geöffnet. Diskutiert wurde vor allem darüber, ob die Öffnungszeiten bei allen Einrichtungen nicht angeglichen werden sollten in der Zukunft.

Initiative will Waldkindergarten realisieren

Auch zur Sprache kam, dass sich eine Initiative für einen Waldkindergarten in Harburg gebildet hat. Laut Bürgermeister wäre die Ausstattung, wie mit einem Bauwagen, eines solchen Kindergartens aber aufwendiger. Die Kosten würden auf etwa 70000 bis 100000 Euro geschätzt. Zudem sei es aus pädagogischer Sicht ratsam, einen möglichen Waldkindergarten im Frühjahr und nicht im Herbst zu eröffnen. Dadurch könnte der Waldkindergarten keine Alternative für die dringend benötigten Plätze ab September bieten. Die Finanzierung der Gruppen in Harburg und Ebermergen, habe auf das Thema aber keinen Einfluss. „Die Idee des Waldkindergartens ist damit nicht vom Tisch“, sagte Schmidt.

Allgemein könnte durch die zusätzlichen Gruppen in Harburg und Ebermergen sich ab September möglicherweise die Gesamtsituation entspannen. Die Kinder könnten so vielleicht wieder in die Kindergärten in ihrem Wohnort gehen und müssten nicht von ihren Eltern woanders unterbracht werden.

Einige Eltern haben bisher für die Nachmittagsbetreuung noch keine Auskunft, ob und wo sie ihre Kinder ab September unterbringen können.

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