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01.10.2009

In memoriam Heinz Erhardt

Donauwörth (kgr) - In den späten fünfziger und sechziger Jahren war er einer der ganz Großen auf deutschen Bühnen, machte Karriere im Hörfunk, im Film, als Komiker, Parodist, geriet gar zum "Familienvater der Nation". Die Rede ist von Heinz Erhardt, der auszog, nicht nur die Geschehnisse dieser Welt hintergründig vordergründig durch den Kakao zu ziehen.

Und um ihm in einer Hommage gerecht zu werden, bedarf es gleich zweier Künstler in persona von Gerald Leiß und Patrick L. Schmitz, eben "Heinz und Heinz". Aber das ist schon wieder falsch, denn eigentlich sind es drei. Zu den beiden gesellt sich als "drittes Rad" Pianist Harald Hauck.

Weltmeister im Versprechen

2009 jährt sich der 100. Geburtstag und der 30. Todestag von Heinz Erhardt. Grund genug für die Buchhandlung Seitz & Auer, das Wirken des unvergessenen Humoristen in einem beinahe ausverkauften Abend im Evangelischen Gemeindehaus dem breiten Publikum in Erinnerung zu rufen. Und wer da glaubte, dies wäre eine Seniorenveranstaltung gewesen, hatte sich gleich gründlich geirrt.

In memoriam Heinz Erhardt

Erhardt war der "leibhaftige kleine Mann von der Straße", ein Weltmeister im Versprechen, keiner nach ihm konnte den Wortwitz so komprimieren. So führten "Heinz und Heinz" chronologisch durch den Abend, viele der Lieder, Sprüche, Gedichte waren dem begeisterten Publikum noch immer bekannt. Die beiden, musikalisch unterstützt vom temperierten Piano, brachten einen Schnitt der schönsten Geschichten, Lieder und Konferenzen, aber auch weniger bekannte Texte und kritische Gedichte.

Im fränkischen Raum ist das Trio mit seinen Erhardt-Imitationen bereits Kult. Haarschnitt und Brille sind ihnen Outfit genug. Und auf die Zuschauer prasselt es nieder - chaotisch schöne Sprachschöpfungen, fantastische Ausrutscher, tolle Verbalpirouetten. Dabei wurde deutlich, Heinz Erhardt war nie angepasst, nicht im Dritten Reich, aber auch nicht in der jungen Republik. Ob einer seiner Vorfahren vielleicht Eulenspiegel hieß?

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