Newsticker

Drosten warnt: Corona-Lage könnte sich auch in Deutschland zuspitzen

03.03.2009

Intelligente Winzlinge

Zehnmal winziger als die kleinsten Silizium-Transistoren sind Schaltkreise, die Physiker der Uni Augsburg und der University of Pittsburgh herstellen. Das deutsch-amerikanische Forscherteam setzt dabei auf eine ultradünne, hochleitfähige Grenzschicht zwischen zwei isolierenden Materialien.

In der Zeitschrift Science präsentieren die Physiker superwinzige Bauelemente, die mit der Spitze eines Rasterkraftmikroskops geschrieben werden können. "Wir haben gezeigt, dass wir wichtige Technologien wesentlich kleiner machen können als existierende Geräte und das alles mit demselben Material", erklärt Prof. Jeremy Levy aus Pittsburgh, der zusammen mit Prof. Jochen Mannhart in Augsburg die Forschergruppe führt.

Angefangen hat alles mit der Entdeckung von Stefan Thiel am Augsburger Zentrum für Elektronische Korrelationen und Magnetismus, dass zwischen den beiden Metalloxiden Lanthanaluminat und Strontiumtitanat eine supraleitende Schicht entsteht, deren Leitfähigkeit sich durch elektrische Spannungsimpulse gezielt an- und ausschalten lässt.

Neben Leiterbahnen, Widerständen, Kondensatoren und Dioden konnten die Forscher auch einen winzigen Feldeffekttransistor konstruieren - ein Grundbaustein moderner Computer. "Die aktive Zone ist dabei nur vier Nanometer groß", berichtet Prof. Mannhart. Die derzeit modernsten Prozessoren nutzen Strukturen von 45 Nanometer.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Die Winzlinge aus dem Augsburger Labor dürfen als Nachfolgekandidaten für leistungsfähige Arbeitsspeicher nach der Silizium-Epoche gelten. Ihr Vorteil: Sie verbrauchen weniger Strom und das Hochfahren eines Computers wird überflüssig.

Aber auch wissenschaftlich sind sie interessant. "Die Bauelemente sind so klein, dass sie nicht mehr den klassischen Regeln der Elektronik folgen, sondern direkt durch Gesetze der Quantenmechanik bestimmt werden", sagt Stefan Thiel. (loi)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren