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Walter Mixa

22.03.2014

Jagd nach Bischofskreuzen führt nach Tschechien

Der frühere Augsburger Bischof Walter Mixa hofft, seinen gestohlenen Schmuck wieder zu bekommen. Archivfoto
Bild: Daniel Karmann, dpa

Die Suche nach den gestohlenen Kreuzen des früheren Augsburger Bischofs Walter Mixa wird immer verworrener. Die Kreuze waren gefunden worden, sind aber wieder verschwunden.

Ein ohnehin ziemlich einmaliger Kriminalfall in Schwaben ist in dieser Woche um ein ungewöhnliches Kapitel reicher geworden. Am 12. März stahl ein Unbekannter aus der Wohnung des früheren Eichstätter und Augsburger Bischofs Walter Mixa in Gunzenheim (Landkreis Donau-Ries) fünf Kreuze samt Halsketten sowie zwei Ringe. Nun ist in Augsburg offenbar ein Teil der Beute aufgetaucht – und schon wieder verschwunden.

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Der Dieb drang – wie berichtet – an einem Mittwochnachmittag gewaltsam in die zu diesem Zeitpunkt verwaiste Villa Barbara in Gunzenheim ein. Aus einer Kommode im Schlafzimmer nahm der Täter die Schmuckstücke mit. Die sind zum Teil sehr auffällig. Das gilt vor allem für die Brustkreuze, die Mixa während seiner Amtszeit in Eichstätt und Augsburg geschenkt bekam.

Kreuz mit Reliquie des heiligen Willibald

Eines stammt von dem in Neuburg/Donau geborenen Künstler Max Faller und zeigt den auferstandenen Christus. In ein anderes ist eine Reliquie des heiligen Willibald eingearbeitet. Der materielle Wert der goldenen und silbernen Kreuze soll vergleichsweise gering sein, dafür sei der ideelle umso höher. Er sei „zuinnerst getroffen“, sagte der Bischof nach der Tat. Es handle sich um ausdrucksvolle religiöse Zeichen.

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Die Suche nach dem Einbrecher gestaltete sich indes schwierig. Obwohl der Unbekannte am helllichten Tag mitten in dem kleinen Dorf zugeschlagen hatte, meldete sich kein einziger Zeuge bei der zuständigen Polizeiinspektion in Donauwörth. Mixa stufte die Wahrscheinlichkeit, die geliebten Stücke wieder zu bekommen, daher als gering ein.

Suche geht im Nachbarland weiter

Vor einigen Tagen tauchte bei der Polizei in Augsburg aber ein Mann auf und erzählte Folgendes: Zusammen mit einem Bekannten habe er im Senkelbach unweit der Agentur für Arbeit in Augsburg mehrere Brustkreuze entdeckt und mitgenommen. Während der eine sie bei den Ordnungshütern abgeben wollte, beanspruchte der andere – ein wohnsitzloser Tscheche – die Gegenstände für sich und nahm alle mit. Er wollte sich mit den Kreuzen auf den Weg in die Heimat machen.

Sein Kamerad bekam laut Polizei offenbar „kalte Füße“ und teilte den Fund mit. Seitdem sucht die Polizei nach dem Tschechen. Wo sich dieser aufhält, sei völlig unklar, so Gerhard Bißwanger, stellvertretender Leiter der Inspektion Donauwörth. Man habe bereits Kontakt mit den Behörden im Nachbarstaat aufgenommen. Die Ermittler befürchten, dass der Gesuchte die Kreuze „versilbern“ möchte. „Wir werden alle Möglichkeiten ausschöpfen, damit wir sie finden“, erklärt Bißwanger.

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