Newsticker
10.000 Impfdosen stehen bereit: Bayern beginnt mit Impfungen für Polizisten
  1. Startseite
  2. Lokales (Donauwörth)
  3. Jeder kann schon jetzt etwas für die Insekten tun

Jeder kann schon jetzt etwas für die Insekten tun

Kommentar Von Barbara Wild
30.01.2019

Das Volksbegehren zur Rettung der Bienen scheint ein Selbstläufer. Auch jeder einzelne kann etwas für die Tierchen tun.

Mit der Überschrift „Rettet die Bienen“ ist der ÖDP ein echter Glücksgriff gelungen. Denn wer möchte nicht die Bienen retten? Das Volksbegehren scheint ein Selbstläufer. Dank der guten Vorarbeit der Imker hat sich über die vergangenen Jahre die schlechte Situation dieser für die Menschheit lebenswichtigen Insekten ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gefressen. Erst war es der Befall der Bienen mit der Varroamilbe, die die Brut zerstörte. Nun geht es um den zunehmenden Entzug der Lebensgrundlage. Im Roman „Die Geschichte der Bienen“ beschreibt die Autorin Maja Lunde eindrucksvoll, wie Hunderte von Chinesen im Jahr 2098 per Hand die Bäume bestäuben, um das Überleben der Menschheit zu sichern. Wer diese Zeilen liest, dem wird – zu Recht – ganz mulmig. Das möchte niemand erleben.

Nun also das Volksbegehren. Das nötig geworden ist, weil die Politik noch nicht gehandelt hat. Und wie immer stehen die Interessen der Betroffenen gegeneinander. Die Landwirtschaft fühlt sich gegängelt, die Umweltschützer hoffen auf die nötigen Stimmen.

Blühflachen für die Bienen im heimischen Garten

Wer unterschreibt, sollte sich nicht nur von der Überschrift „Rettet die Bienen“ leiten lassen, sondern auch den dazugehörigen Gesetzesentwurf lesen. Und egal, was herauskommt: Jeder Einzelne von uns kann direkt und indirekt etwas für die Bienen tun: Blühflächen im heimischen Garten oder auf dem Balkon anpflanzen, Obst und Gemüse nach Saison und in Bioqualität kaufen. Das eigene Konsumverhalten überdenken und das Auto öfter stehen lassen. Nicht zuletzt aber bleibt die Frage, ob das kleine bayerische Volksbegehren in der globalen Welt der Warenströme überhaupt etwas ausrichten kann. Solange europaweit das möglicherweise krebserregende Pflanzenschutzmittel Glyphosat gesprüht werden darf, scheint eine gesetzliche Vorgabe für die Größe von Blühstreifen lächerlich. Man kann es aber auch positiv sehen – es kann ein Anfang sein. Und der Blick auf die Biene hat sich verändert.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren