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Holzheim

01.09.2020

Josef Schmidberger will für seine Holzheimer da sein

Bürgermeister Josef Schmidberger vor dem Rathaus der Gemeinde Holzheim im Donau-Ries-Kreis. Der 52-Jährige blickt auf seine ersten knapp 100 Tage in seinem Amt mit Freude zurück. „Relativ leichtgefallen“ sei ihm der Amtsantritt.
Bild: Susanne Klöpfer

Plus Seit gut 100 Tagen ist Josef Schmidberger der Holzheimer Bürgermeister. Wie er die Menschen unterstützt und den Streit im Gemeinderat schlichtet.

Am 1. Mai haben die neuen Bürgermeister ihr Amt angetreten – Zeit, eine erste Bilanz zu ziehen. Die Donauwörther Zeitung beleuchtet in einer Serie die Erfahrungen der neuen Rathauschefs in der Region. Heute: Karl Josef Schmidberger aus Holzheim.

„Ich möchte für die Menschen da sein. Gerechtigkeit war mir einfach schon immer wichtig“, sagt Josef Schmidberger mit Blick auf seine knapp 100 Tage als Bürgermeister in Holzheim. Im November im vergangenen Jahr hatte er sich entschlossen, für das Amt zu kandidieren. Aber als Parteiloser. Denn der 52-Jährige möchte für alle Bürger der früher selbstständigen Gemeinden Holzheim, Bergendorf, Riedheim, Stadel und Pessenburgheim, unvoreingenommen da sein. Ohne Gegenkandidat und mit 92 Prozent der Stimmen bestätigten die Bürger ihn in seinen Absichten bei den Kommunalwahlen im März.

„Ich finde, die Gemeinde hat einfach ein großes Entwicklungspotenzial“, spricht Schmidberger leidenschaftlich über seine Heimat. Im Ortsteil Stadel ist er geboren, aufgewachsen, zur Schule gegangen und lebt dort auch heute. Schon seine Eltern kamen von dort.

Die bürokratische Seite des Jobs kennt Schmidberger gut

Vor seinem Amtsantritt arbeitete Schmidberger 23 Jahre lang als Stadtbaumeister und Tiefbauamtsleiter bei der Stadt Rain. „Der Übergang zur Arbeit als Bürgermeister fiel mir deswegen relativ leicht“, sagt er mit einem Schulterzucken und grinst. Die bürokratische Seite des Jobs kennt er gut und auch die Arbeit mit Menschen habe ihm schon immer Spaß gemacht.

Mit seinem Amtsantritt waren die direkten Kontakte mit den Bürgern durch die Corona-Pandemie zuerst erschwert. Trotzdem sagt Schmidberger: „Mich freuen ganz besonders die vielen und außerordentlich guten Gespräche mit den Bürgern. Das ist für mich Kommunalpolitik des Miteinanders und der Bürgernähe.“ Dazu beigetragen hätten auch die neu eingeführten Bürgersprechzeiten. Die Arbeit als Verwaltung sei nicht immer einfach gewesen, doch mit Fingerspitzengefühl habe man das gemeistert.

"Teamspieler" im Holzheimer Gemeinderat

Als „Teamspieler“, so bezeichnet sich Schmidberger selbst, wollte er schon vor der Wahl den zerstrittenen Gemeinderat wieder zusammenbringen. „Im Gemeinderat haben nicht immer alle an einem Strang gezogen“, gibt er zu. Gerade das Bürgerzentrum habe für Uneinigkeit gesorgt. Doch als Parteiloser möchte er nun für alle da sein und ein unvoreingenommener Ansprechpartner sein. Auch schon in seiner Amtsantrittsrede appellierte er an einen angemessenen Umgang untereinander. Mittlerweile berichtet er von einer „fairen und konstruktiven Diskussion“. So könnten nun Projekte, wie die Flucht- und Rettungswege am Feuerwehrhaus oder die Mensa im Kindergarten gemeinsam realisiert werden. Das strittige Thema Bürgerzentrum werde im Herbst angegangen.

Außerhalb des Rathauses ist der Holzheimer auch so viel wie möglich für seine Mitmenschen da. „Ich werde auch beim Rasenmähen oder eben auf der heimischen Terrasse angesprochen“, sagt er. Doch gerade diese Gespräche schätze er. Auch mal längere Arbeitstage von bis zu 16 Stunden, gehörten eben auch einfach zum Bürgermeister sein dazu. „Meine Partnerin sagt immer, dass ich ein Helfersyndrom habe“, sagt er, lacht verschmitzt und schaut auf seine Hände. Wenn man immer für alle da sein möchte, sei das schwer. Da werde man auch mal ausgenutzt. Aber mit der Zeit habe er gelernt, ein gesundes Maß zu finden.

Doch für die doch auch mal langen und intensiven Arbeitstage als Holzheimer Bürgermeister habe seine Partnerin Verständnis: „Sie steht voll und ganz hinter mir. Anders würde das nicht gehen.“ Auch für Hobbys bleibt da nicht viel Zeit. Seit knapp 40 Jahren spielt er Tenorhorn und Posaune. Im Alter von zehn Jahren spielte er schon in der Jugendkapelle in Rain. Im Jahr 2000 gründete er dann den Holzheimer Musikverein. Nebenbei ist er auch in fast jedem Holzheimer Verein Mitglied: Freiwillige Feuerwehr, Sportverein, Schützenverein, Tennis. In vielen sei er aber nicht mehr ein aktives Mitglied, gibt Schmidberger zu.

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