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Jugendrat Rain: Gibt es tatsächlich nichts zu sagen?

Jugendrat Rain: Gibt es tatsächlich nichts zu sagen?
Kommentar Von Barbara Würmseher
18.12.2019

Die Jugendlichen sahen sich einer schweigenden Mehrheit gegenüber. Haben die Mandatsträger keine Meinung dazu?

Es ist schön, dass es in Rain wieder einen Jugendrat gibt und noch dazu einen so aktiven! Seit der Wahl dieses Gremiums im September treffen sich die Mitglieder nahezu im 14-Tages-Turnus und arbeiten intensiv an ihrem ersten Projekt, das ihnen sehr am Herzen liegt: an einem Jugendtreff. Dafür haben sie ein Konzept als Power-Point-Präsentation erstellt, hatten den Vorsitz des Jugendtreffs Bäumenheim unlängst eingeladen, um dessen Erfahrungen zu hören, haben selbstständig ein mögliches Gebäude in der Stadt ausfindig gemacht, haben es besichtigt und stehen mit dem Eigentümer in Kontakt. Und das alles in relativ kurzer Zeit. Es ist ihnen ernst damit.

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Als nun am Dienstag das weitere Vorgehen zum Thema Jugendtreff auf der Agenda der Stadtratssitzung stand, zeigten die Jugendlichen ebenfalls Präsenz. Etliche Vertreter des Jugendrats waren anwesend.

Nicht nachvollziehbar ist es da, weshalb ihr Thema so weit hinten auf der Tagesordnung stand – Punkt zehn von zwölf – und nicht etwa vorgezogen wurde. Die teilweise sehr aufwendige, langwierige und trockene Sitzung zog sich hin.

Jugendrat Rain: Gibt es tatsächlich nichts zu sagen?

Irritierend ist auch, weshalb dann so gut wie keiner der Stadträte inhaltlich etwas zum Thema beizutragen hatte. Die Jugendlichen sahen sich einer schweigenden Mehrheit gegenüber. Haben die Mandatsträger keine Meinung dazu?

Erst recht ist es nicht verständlich, weshalb die drei Bürgermeisterkandidaten im Stadtrat – Hans Hafner, Claudia Marb und Karl Rehm – nicht endlich einmal die Gelegenheit nutzten, sich zu positionieren. Es ist Wahlkampf und keiner von ihnen zeigt bislang erkennbar in den Stadtratssitzungen Profil. Im Gegenteil halten sie sich vornehm zurück.

Im Unterschied zu ihnen meldeten sich die Jugendlichen freilich schon zu Wort – und bekamen von Bürgermeister Martin denn auch das Rederecht erteilt. Sie hatten sich mehr erwartet, als lediglich die Entscheidung, einen Trägerverein gründen zu wollen. Ihre Befürchtung ist nun, dass das Thema Jugendtreff verschleppt wird und am Ende das Gebäude nicht mehr zur Verfügung steht.

Bei aller verständlicher Ungeduld müssen die Jugendrats-Vertreter sicher noch lernen, dass politische Entscheidungen nicht hoppla-hopp gehen. Je nach Interessenslage mahlen die Mühlen mal schneller, mal langsamer. Zudem gilt es, erst einmal die Rahmenbedingungen gründlich abzuklären. Schnellschüsse gehen meist daneben. Und letztlich geht es auch um die finanziellen Möglichkeiten. Doch ihre Skepsis ist generell verständlich. Es sind Jahre/Jahrzehnte ins Land gegangen, seit in Wahlkampfprogrammen erstmals ein Jugendtreff versprochen wurde – ohne dass bisher etwas passiert ist.

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