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Rain

29.11.2019

Jugendrat macht sich stark für ein Juze

Bunt, fröhlich, pfiffig – so könnte auch der Jugendtreff in Rain einmal aussehen. Ein bestimmtes Gebäude ist bereits ins Auge gefasst, doch zunächst geht es um die Form der Trägerschaft. 
Bild: Archivfoto. Juze Dillingen

Das Gremium hat bereits ein Gebäude im Blick und informiert sich. Am 17. Dezember berät auch der Stadtrat darüber. Es geht um Trägerschaft und  Finanzierung.

Der Rainer Jugendrat sprüht vor Tatendrang. Erst im September gewählt, hat das zehnköpfige Gremium am Mittwoch bereits seine vierte reguläre – und eine außerordentliche – Sitzung unter der Leitung von Johanna Alter absolviert. Und die Mitglieder wissen genau, was sie wollen: ein Jugendzentrum realisieren. Sie haben bereits ein ganz konkretes Gebäude dafür ins Auge gefasst und besichtigt. Es ist zentrumsnah gelegen, aber relativ weit von Wohnbebauung entfernt und ist dem Vernehmen nach zur Miete verfügbar.

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Der Rainer Stadtrat wird sich in seiner Sitzung am 17. Dezember mit dieser Thematik befassen und über die Trägerschaft für ein mögliches Juze, Kosten und Finanzierung des konkreten Objekts, ja generell über die Realisierbarkeit diskutieren. Dann wird man sehen, wohin der Weg geht.

Anfangs kein leichter Start

Der Jugendrat nutzt die Zeit, sich ausgiebig in alle Richtungen zu informieren. Am Mittwochabend hatte er in seiner Sitzung die Vorstandschaft des Vereins „Jugendtreff Bäumenheim“ zu Gast, die von ihren Erfahrungen erzählte. Geschäftsführer Johannes Müllner schilderte einen anfangs nicht leichten Start. Das Juze dort wurde 2003 von der Gemeinde neu gebaut. Inzwischen aber hätte sich das „Haus der Jugend“ in Bäumenheim einen „mega-guten Ruf“ erarbeitet, erfreue sich großer Akzeptanz in der Gemeinde, bei Anwohnern und Eltern und funktioniere reibungslos. „Die Gemeinde musste noch nie einschreiten“, so Müllner.

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In Bäumenheim wird der Jugendtreff über einen Verein organisiert. Ein hauptberuflicher Jugendpfleger, wie in Rain oft gefordert und wie es ihn beispielsweise in Wertingen gibt, gehört dort nicht zum Team.

„Wir müssen dafür geradestehen“

Aus den Schilderungen der Vorstandschaft war zu hören, dass sich die Verantwortlichen streng an die Vorgaben des Jugendschutzgesetzes halten. Bierkonsum nicht unter 16 Jahren, härtere Getränke erst ab 18. Bei jedem Treffen, bei jeder Party sind Vorstandsmitglieder vor Ort, um zu kontrollieren. Wer sich nicht an die Regeln hält, muss das Juze verlassen. „Wir müssen dafür geradestehen, egal was ist“, erklärte Müllner die Verantwortlichkeit des Trägervereins, der mit 50 Mitgliedern recht ordentlich da steht. „Wir haben auch einen Erziehungsauftrag. Wir hatten schon ganz schlimme Rabauken bei uns und haben die zu Lämmern gemacht.“

Müllner und seine Vorstands-Kollegen gaben dem Rainer Jugendrat wertvolle Tipps. Bei Feiern im Jugendhaus beispielsweise schließen sie Verträge, in denen die Haftung klar festgelegt ist. „Ihr müsst euer Juze idiotensicher machen.“ Ohne Aufsicht geht gar nichts. Müllner: „Das Juze ist unsere zweite Heimat, da wollen wir nichts riskieren!“

Es steckt viel Arbeit in einem solchen Projekt

Die Bäumenheimer machten keinen Hehl daraus, dass viel Arbeit in einem solchen Projekt steckt: „Ihr müsst viel in Eigeninitiative machen, müsst betteln gehen und vor allem ein eingeschworenes Team sein!“

Bei der Standortfrage rieten sie: „So weit wie möglich weg von Wohnhäusern! Und redet mit eueren Nachbarn und pflegt einen freundlichen und verständnisvollen Umgang miteinander. Denn laute Musik kann ein Problem sein.“

Die Bäumenheimer rieten auch zu guten Vernetzungen, etwa mit dem Kreisjugendring, der stets ein guter Ratgeber sei. Außerdem liebt das Bäumenheimer Juze-Team seine Unabhängigkeit: „Wir schauen, dass wir die Gemeinde so wenig wie möglich in Anspruch nehmen müssen.“

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