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DZ-Jahresrückblick

30.12.2020

Keime im Donauwörther Trinkwasser: Ein ewiges Problem

Das Trinkwasser in Donauwörth musste 2002 mal abgekocht werden, mal nicht, dann wieder schon und dann doch wieder.
Bild: Bernhard Weizenegger

Plus Ein Thema hat die Bürger in Donauwörth im Jahr 2020 echte Nerven gekostet: Keime im Trinkwasser. Rückblick auf eine schier endlose Suche nach der Ursache.

Im Februar 2020 kündigten sich schlechte Nachrichten in Donauwörth an. Vielleicht Vorboten von Corona und Co? Nun, darüber muss man nicht weiter mutmaßen. Zumindest hatten die Bürger in Donauwörth sodann einen Monat Zeit, sich auf einen gewissen Krisenmodus einzustellen: Mitte Februar wurden bei Kontrollen, wie sie in regelmäßigem Abstand gang und gäbe sind, coliforme Keime im Donauwörther sowie im Rettinger Trinkwasser festgestellt.

Zwar seien jene Keime, wie sogleich die Donau-Ries-Kliniken informierten, für die meisten Menschen mit einem intakten Immunsystem keine all zu große Gefahr – doch bei manchen ist eben ein Restrisiko nicht auszuschließen, und generell ist man in Deutschland sauberes, ungechlortes Wasser gewöhnt.

145 Kilometer Leitung wurden von den Donauwörther Stadtwerken untersucht

Grund genug also für die Mitarbeiter des städtischen Wasserwerks, der Sache rasch und intensiv auf den Grund zu gehen. Dieses Vorhaben entpuppte sich allerdings schnell als eine gehörige Sisyphusarbeit, oder, wenn man ein anderes sprachliches Bild bemühen mag: die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Das Donauwörther Leitungsnetz misst immerhin insgesamt 145 Kilometer.

Mit Lautsprecherwagen informierten die Feuerwehren über die angeordnete Abkochanordnung und in der Bevölkerungsschutz-App „Nina“ ist Donauwörth seitdem konstant mit einer Warnung gelistet.

Die gute Nachricht lautete indes nach kurzer Zeit: Für die meisten Gebiete der Stadt konnte Entwarnung gegeben werden. In anderen Bereichen, wie in Berg, der Parkstadt und Zirgesheim, heißt es jedoch seither: weiter abkochen.

Das Trinkwasser in einem Teil des Donauwörther Stadtbereichs wird jetzt dauerhaft gechlort. Ein Ende dieser Maßnahme ist derzeit nicht in Sicht.
Bild: Fabian Kapfer

Zwischendurch war das Abkochgebot aufgehoben worden – dann die Hiobsbotschaft: Es traten wieder Keime in jenen Teilen des Wassernetzes auf. Diese konnten sämtlich dem in die Jahre gekommenen Wasserhochbehälter in der Parkstadt zugeordnet werden. Der wurde daraufhin entleert, gereinigt, desinfiziert und wieder befüllt. Trotzdem wurden weiterhin einige – wenn auch wenige – coliforme Bakterien gefunden. Somit musste der betroffene Teil des Wassernetzes sukzessive auf mögliche Lecks und Einträge untersucht werden. Eine Mammutaufgabe für die Mitarbeiter der Stadtwerke und der eingeschalteten externen Firmen.

Strategiewechsel seit Mitte August: die Chlorung

Mitte August dann der Strategiewechsel: Jetzt wird gechlort. Die Chlorung dürfte nun noch eine Weile zu ertragen sein. Eine Hoffnung besteht derweil im Bau des neuen Hochbehälters in der Parkstadt, der im Zuge der Umwandlung der alten Kaserne in ein Wohnareal ohnehin geplant war. Die zwei alten Behälter waren in den Jahren 1890 und 1960 errichtet worden. Die Stadtwerke gehen davon aus, dass im Hochbehälter die Keimursache zu verorten sei. Doch die Fertigstellung des Nachfolgers ist für frühestens Ende 2021 anvisiert. Die Chlorung wird wohl bis dahin fortgesetzt.

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