03.04.2019

Kein Pfarrer in Sicht

Udo Molinari.
Bild: Pfarramt

Kirche Seit einem halben Jahr sucht man in den evangelischen Kirchengemeinden Harburg und Alerheim vergeblich nach einem Seelsorger. Was die Gründe dafür sein könnten

Harburg/Alerheim Seit Udo Molinari im November in den Ruhestand gegangen ist, sucht die evangelische Kirchengemeinde in Harburg nach einem Nachfolger – bisher ohne Erfolg. Die Mönchsdegginger Pfarrerin Ulrike Brödel übernimmt seither die Gottesdienste. Pfarrerin Sabine Schneider aus Ebermergen kümmert sich um die Konfirmanden und Pfarrer Horst Schall aus Oppertshofen übernimmt unter anderem um die Trauungen.

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„Wir warten und hoffen“, sagt Dekan Johannes Heidecker aus Donauwörth. Etwas anderes bleibe ihm momentan nicht übrig. Mit Ende der Dienstzeit Molinaris wurde die Stelle ausgeschrieben. Früher darf die Kirche das nicht und mindestens ein halbes Jahr muss die Stelle dann vakant sein – so schreibt es die evangelische Kirche im allgemeinen Kirchenrecht ihren Pfarreien vor. Einige vermuten, das passiere, um Kosten einzusparen. Schließlich spart sich die evangelische Kirche für mindestens ein halbes Jahr einen Pfarrer, der in Vollzeit beschäftigt ist. Dekan Heidecker gewinnt dieser Vorschrift aber etwas Positives ab: „Die Gemeinden haben die Möglichkeit, sich in dieser Zeit neu zu sortieren. Und es hat auch einen ganz banalen Grund: Das Haus des Pfarrers muss renoviert werden.“

Doch auch in zwei Ausschreibungsphasen, die durchgeführt worden seien, habe sich kein Interessent gemeldet. Nach knapp einem halben Jahr ist in Harburg und Alerheim noch immer kein Pfarrer in Sicht. Heidecker vermutet: „Jeder Pfarrer hat eine Familie im Schlepptau, die auch erst einmal etwas finden müssen.“ Das könnte eine der Ursachen für den Mangel an Bewerbungen sein. Die Harburger haben diese Situation erst vor einigen Jahren erlebt. Bevor Molinari 2014 kam, war die Stelle fast zwei Jahre lang unbesetzt.

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In Alerheim sucht man bisher ebenfalls vergeblich nach einem Nachfolger für Siegfrid Bernard. Er ist bereits im Juli 2018 in den Ruhestand gegangen. Auch hier wurde die Ausschreibung im bayernweit erscheinenden Amtsblatt der evangelisch-lutherischen Kirche veröffentlicht. Doch Bewerbungen sind auch für dieses Amt nicht eingegangen. Die Gemeinde wird seitdem von Pfarrer Reinhold Caesperlein aus Heroldingen und Rüdiger Lange aus Großsorheim betreut. Doch auch Lange steht kurz vor dem Ruhestand. Ein Nachfolger ist nicht in Sicht.

Die Probleme sind vielschichtig: Pfarrer mittleren Alters haben oft die Familie im Hintergrund. Auch Pfarrer, die frisch aus der Ausbildung kommen, hätten ein gewisses Mitspracherecht, wenn es um ihre Gemeinde geht. Da sind Harburg und Alerheim offensichtlich nicht die beliebtesten Ziele. Ein beliebter Wechselzeitpunkt sei zum Schuljahresende hin, erklärt Heidecker. Womöglich findet sich bis dahin ein neuer Pfarrer für die evangelische Kirche in Harburg. Nötig sei das auf jeden Fall, urteilt Heidecker. Denn die Aushilfen arbeiteten bereits jetzt am Limit.

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