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Fasching

28.07.2020

Kein Weiberfasching in Rain – aber ein Alternativkonzept

Solche Menschenmengen wie hier am Lumpigen Donnerstag in der Rainer Hauptstraße sind angesichts der Corona-Pandemie im kommenden Jahr nicht denkbar. Der Faschingsclub Rain hat daher ein Alternativkonzept ausgearbeitet.

Plus FCR-Präsident Florian Riehl schildert, was in der närrischen Zeit in Rain geboten ist. Die Planung sieht coronabedingt lediglich ein abgespecktes Programm vor.

Die gute Nachricht für alle Faschingsfreunde, die es in der fünften Jahreszeit in die Tillystadt Rain zieht: Der Fasching dort wird stattfinden. Die schlechte: Es wird nur ein abgespecktes Konzept geben, dem Massenveranstaltungen coronabedingt zum Opfer fallen.

Darunter etwa das bunte Treiben am Lumpigen Donnerstag, zu dem üblicherweise immer 3500 bis 4000 Feiernde gekommen sind. Der Weiberfasching ist also gestrichen. Auch der Tillywurm am Faschingssonntag mit anschließender Party in der Dreifachturnhalle muss 2021 aussetzen. Zuletzt hatten geschätzt 10000 Besucher in der Innenstadt am Straßenrand gestanden. Das ist in Corona-Zeiten zu gefährlich.

Erster Termin ist der Rosenball

FCR-Präsident Florian Riehl: „Die Gesundheit hat Vorrang. Aber wir wollen den Leuten dennoch Unterhaltung bieten, deshalb haben wir uns einiges überlegt. Wir sind in der glücklichen Lage, finanziell gut dazustehen, und können aus der kommenden Saison auch mit einem kleinen Minus rausgehen.“

Der erste Termin zum Faschingsauftakt ist in Rain jedes Jahr der Rosenball im Dehner-Blumenhotel im November. Daran will der Faschingsclub auch heuer nicht rütteln. Nach aktuellem Stand geht Riehl davon aus, dass 180 Gäste im Saal erlaubt sind – dazu das Personal. „Sollte die Zahl auf 100 Anwesende oder weniger sinken, müssen wir absagen.“

Den bunten Abend wird es auf jeden Fall geben, wie der Präsident versichert. Allerdings stehen alternative Varianten im Raum: entweder wie gehabt direkt in der Turnhalle oder in digitaler Form als Livestream im Internet. Da allein der FCR mit rund 130 Mitwirkenden auf der Bühne steht, muss bei der Turnhallen-Variante die Zahl an Zuschauern entsprechend reduziert werden. „Wenn dann nur noch 70 Gäste kommen dürfen, wird diese Lösung nicht möglich sein“, sagt Riehl.

Gardetreffen per Livestream im Internet

Für den 10. Januar ist eigentlich das Nordschwäbische Gardetreffen in Rain terminiert – ebenfalls in der Dreifachturnhalle. Die fünf organisierenden Faschingsgesellschaften aus Rain, Wemding, Monheim, Bäumenheim und Huisheim dürfen dann mit je 30 Personen vor Ort teilnehmen, die Veranstaltung selbst aber wird ebenfalls als Livestream im Internet zu sehen sein. Sollte ein erneuter Lockdown kommen, schicken die Faschingsgesellschaften Videos ihrer Gardetänze ein für einen gemeinsamen Online-Auftritt. Dann findet in der Turnhalle selbst gar nichts statt.

Dem Kinder-Remmidemmi am Nachmittag des Lumpigen Donnerstags muss Florian Riehl mit Bedauern eine Absage erteilen: Mit Tausenden Besuchern wären das zu viele Teilnehmer und zu wenig Möglichkeit, Abstand zu halten. „Wir arbeiten an einem Alternativprogramm. In ein paar Wochen wissen wir mehr.“ Auch für den nächtlichen Weiberfasching ist der FCR noch am Tüfteln. Um die beliebte Veranstaltung nicht ersatzlos streichen zu müssen, sind einige Überlegungen im Gange, die allerdings noch nicht spruchreif sind.

Am Sonntag mit einem Wagen über die Dörfer

Und am Faschingssonntag sollen wenigstens die Kinder auf ihre Kosten kommen: Wenn schon der große Umzug nicht möglich sein wird, so will der FCR wenigstens mit einem Faschingswagen über die Dörfer im Stadtgebiet ziehen und Stimmungsmusik sowie Süßigkeiten mitbringen. „Das Ganze würden wir ohne vorherige Ankündigung mit Uhrzeit machen, um größere Menschenansammlungen zu vermeiden“, sagt Florian Riehl. Allerdings muss diese Idee noch mit dem Landratsamt abgestimmt werden.

Über den Kinderball am Faschingsdienstag ist noch nicht abschließend entschieden, wie der FCR-Präsident mitteilt. „Mit dessen Planung beziehungsweise Absage warten wir bis zum Spätherbst ab, wenn wir wissen, wie sich die Zahl der Corona-Fälle nach der Urlaubszeit entwickelt hat. Wie gesagt: Die Gesundheit hat oberste Priorität.“

Allerdings rüsten sich die FCR-Aktiven auf jeden Fall für die kommende Saison. Die meisten Garden trainieren schon wieder nach den Vorgaben eines strengen Hygienekonzepts. Florian Riehl: „Nach dem August wollen auch die anderen wieder richtig loslegen. Alle sind glücklich, dass sie nach monatelanger Auszeit nun wieder tanzen und sich treffen dürfen.“

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