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Landkreis Donau-Ries

08.04.2020

Keine Gottesdienste: Aber Ostern fällt in den Kirchen deswegen nicht aus

An den Kartagen wird es wegen Corona keine öffentlichen Gottesdienste geben. Doch die Geistlichen haben sich einiges überlegt, um die Botschaft weiterzutragen.

Die amtliche Anweisung ist eindeutig: Die Pfarrgemeinden in den Bistümern Augsburg und Eichstätt, müssen an Ostern auf gewohnte Rituale verzichten. „So verständlich der Wunsch ist, Nähe zu den Gläubigen zu zeigen, könne die Gefahr des Coronavirus dies nicht zulassen“, weiß der katholische Dekan Robert Neuner. „Aber Ostern wird deshalb nicht entfallen“, ergänzt er. Es werde freilich nicht wie gewohnt begangen.

Neuner wird die Gottesdienste wie sonst auch im Liebfrauenmünster in Donauwörth feiern – allerdings ohne Gläubige. Zusammen mit anderen Priestern der Gemeinde werde er die Gemeinde am Altar vertreten. „Im gemeinsamen Gespräch erschien uns das richtiger als die Feier der österlichen Geheimnisse an getrennten Orten.“

Dekan Neuner steht ohne Ministranten am Altar

Wie muss man sich das nun vorstellen? „Es wird keine Konzelebration geben“, macht der Dekan deutlich. Er werde ohne Ministranten am Altar stehen, die anderen Priester im gebührenden Abstand in den Bänken Platz nehmen. Die Kirchentüren würden geschlossen bleiben, „sonst aber steht die Pfarrkirche zum persönlichen Gebet offen.“ Während der Osternachtliturgie werde er die Osterkerzen aller Pfarreien entzünden und sie anschließend mit den Priestern in die anderen Kirchen der Pfarreiengemeinschaft bringen. So könne dann das Osterlicht zu allen Gläubigen kommen.

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Während man zunächst auch überlegt habe, die Gottesdienste im Internet live zu übertragen, habe man sich letztlich zu kurzen Videobotschaften auf der Internetseite entschlossen. Gleichzeitig will Dekan Neuner aber auf die täglichen Gottesdienste mit Bischof Bertram Meier aus der Kapelle des Bischofshauses aufmerksam machen, die im Livestream im Internet zu sehen seien.

Und die übliche Speisensegnung an Ostern? „Wir meinen, dass mit unserem Segen vom Münster die Speisen aller Gläubigen gesegnet sind“, sagt Neuner. Und: „Bei der Eucharistie werden alle dabei sein.“

In Rögling kann man Osterkörbe in die Kirche bringen

Anders verfährt Pfarrer Tobias Scholz im Pfarrverband Tagmersheim-Rögling-Ammerfeld. Die Gläubigen können ihren Osterkorb mit Speisen gefärbten Eiern oder süßen, gebackenen Osterlämmchen in die Röglinger Pfarrkirche bringen. Sie sollten aber nicht wie gewohnt gehäuft an einem Seitenaltar platziert werden, sondern am besten an mehreren Stellen in der Kirche. Der Priester wird auch dort alleine die Osternacht feiern. Die Speisenkörbe können dann am nächsten Tag von den Gläubigen wieder abgeholt werden.

Bischof Gregor Maria Hanke feiert den Karfreitagsgottesdienst unter Ausschluss der Öffentlichkeit in Maria Brünnlein in Wemding. Der Sender K-TV überträgt die Liturgie ab 15 Uhr im Fernsehen und Internet unter www.k-tv.org.

Am Karfreitag, dem Kreuzigungs- und Todestag Christi, versammeln sich normalerweise die Gläubigen zur Todesstunde Christi zu einem Wortgottesdienst. Nach ältester Überlieferung feiert die Kirche an diesem Tag keine Eucharistie, der Altar ist leer, die Kirche ohne Schmuck. In diesem Jahr bleiben die Kirchen wegen der Corona-Krise leer.

Dekan Heidecker stellt einen „Lesegottesdienst“ ins Netz

Dekan Johannes Heidecker von der evangelischen Kirchengemeinde wird an Ostern wie schon am Palmsonntag einen „Lesegottesdienst“ ins Internet stellen, angelehnt an einen Sonntagsgottesdienst. Die Ansprachen sind ebenfalls online abrufbar. “Sehr herzlich laden die evangelischen Gemeinden zum Gebet ein – auch wenn wir zu Hause beten, sind wir im Gebet vereint“, appelliert Heidecker. Das tägliche Läuten der Glocken – in Donauwörth um 8, 12 und 19 Uhr – sei eine Einladung zu solchem Gebet. Heidecker weiter: „Unsere Kirchen sind tagsüber geöffnet, in Donauwörth bis zum Abendgebetläuten. Sie laden ein zum stillen Gebet, zum Entzünden einer Kerze, zum Verweilen.“ Heidecker hat übrigens mit seinem katholischen Kollegen Neuner Video-Grüße aufgenommen, die auch auf der Homepage www.donauwoerth-evangelisch.de abrufbar sind.

„Notprogramm“ in Brachstdt und Oppertshofen

Simone Rink, die neue Pfarrerin für Brachstadt und Oppertshofen, muss gleich zum Start ein „Notprogramm“ auf die Beine stellen. Karfreitag werde die evangelische Kirche in Oppertshofen von neun bis 19 Uhr geöffnet sein. Dort ist ein Kreuzweg aufgebaut, den die Gläubigen unter Beachtung der Verhaltensregeln Station für Station abgehen können.

Ostersonntag gibt es die Gelegenheit an den Osterfeuern auf den Friedhöfen in Oppertshofen und Brachstadt eine Kerze zu entzünden, die selbst mitgebracht werden muss. So erhalten alle, die es wünschen, den Ostersegen.

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