Newsticker
10.000 Impfdosen stehen bereit: Bayern beginnt mit Impfungen für Polizisten
  1. Startseite
  2. Lokales (Donauwörth)
  3. Kerzen und Kinder - geht das?

Kerzen und Kinder - geht das?

Kommentar Von Wolfgang Widemann
25.01.2019

Das Unglück in der Wemdinger Kita zeigt, welche Folgen eine brennende Kerze in Kinderhand haben kann. Doch diese deshalb ganz zu verbannen, ist auch keine Lösung.

Eine Kerze hat für Erwachsene und vor allem für Kinder etwas Faszinierendes. Kerzen werden zum Geburtstag angezündet, schmücken den Adventskranz oder den Christbaum. Kerzen erhellen auch Gräber und sollen zeigen, dass die Gestorbenen nicht vergessen sind.

Kerzen haben aber auch eine Flamme, die heiß ist. Das lernt jedes Kind. Der Umgang mit offenem Feuer ist von klein auf etwas Selbstverständliches – oder sagen wir besser: sollte es sein.

Die genauen Umstände, wie und warum sich ein Bub in einer Kindertagesstätte in Wemding so schwere Verletzungen zugezogen hat, sind noch unklar. Der Unfall geschah, obwohl zwei Erzieherinnen eine vergleichsweise kleine Gruppe betreuten. Möglicherweise geriet das Kind einen kurzen Moment zu nahe an die Flammen und – vielleicht bedingt durch das Material der Bekleidung – hatte dies fatale Folgen. Ob dem Personal am Ende der Ermittlungen aus strafrechtlicher Sicht ein Vorwurf zu machen ist, haben Polizei und Staatsanwaltschaft zu klären.

Mit dem Fall in Wemding steht die Frage im Raum, wie und wo Kindern der Umgang mit Kerzen gestattet wird. Dies passiert jedes Mal, wenn irgendwo so ein Unglück geschieht – was glücklicherweise selten vorkommt. Eine Antwort ist nur schwer zu finden. In manchen Kommunen wurden Kerzen in Kitas komplett verboten. Damit haben die Betreuerinnen und Kinder ein Risiko weniger. Andererseits ist es traurig, wenn im 21. Jahrhundert die Faszination einer Kerze ausgerechnet in Kindergärten nicht mehr erlebbar ist.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren