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Münster

26.11.2019

Kies aus Münster: Es knirscht zwischen den Nachbarn

In diesem Bereich zwischem dem zu Münster gehörigen Gut Hemerten und dem Thierhaupter Ortsteil Ötz soll die Kiesabbaufläche entstehen.
Bild: Manuel Wenzel

Plus Auf 13 Hektar soll in der Lechgemeinde abgebaut werden, es gibt jedoch auch Kritik für das Vorhaben. Am Mittwoch fällt der Gemeinderat eine Entscheidung.

Den Rahmen für die Jahresabschluss- und Weihnachtssitzung, die für 12. Dezember angesetzt ist, würde dieses Thema als zusätzlicher Tagesordnungspunkt sprengen. Daher kommt der Gemeinderat Münster am Mittwoch um 19 Uhr noch einmal eigens zusammen, um über den geplanten Kiesabbau bei Hemerten zu sprechen. Es dürfte wohl ein längerer Abend werden: Laut Bürgermeister Gerhard Pfitzmaier werden 26 Seiten Stellungnahmen und Einwände behandelt.

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Das Vorhaben tauchte erstmals 2011 auf der Agenda auf. Im Laufe der Jahre hat es immer wieder Änderungen gegeben. Anfangs stand ein Areal mit einer Größe von 46 Hektar im Raum. Dies sei aber utopisch gewesen, erinnert sich Pfitzmaier. Nach vielen Gesprächen mit den zuständigen Stellen wurde das Gebiet sukzessive reduziert. Und so gehe es mittlerweile um eine Gesamtfläche von 14 Hektar, wobei auf 13 davon Kies abgebaut werden soll.

Zustimmung im Vorfeld

Nun will der Gemeinderat die Angelegenheit „in Ruhe und mit dem nötigen Feingefühl“ behandeln, so der Bürgermeister. Er betont aber bereits im Vorfeld, dass die „wesentlichen Behörden“ – etwa Landrats- oder Wasserwirtschaftsamt sowie Regierung von Schwaben – dem Verfahren in der jetzigen Form zustimmen.

Kies aus Münster: Es knirscht zwischen den Nachbarn

Das gilt dagegen nicht für die Nachbargemeinde Thierhaupten. Dort befürchtet man Auswirkungen vor allem auf den Ortsteil Ötz, dessen Einwohner vor Lärm geschützt werden müssten. Auch die Kiestransporte sollten nicht über Ötzer Straßen verlaufen. Zudem vermutet man in Thierhaupten, dass die Abbaufläche später einmal deutlich vergrößert werde.

Nicht direkt angrenzend

Münsters Rathauschef Pfitzmaier kennt diese Standpunkte. Er stellt aber auch klar, dass es bis auf Thierhaupten von keiner anderen Kommune eine ablehnende Haltung gebe. Dass der Bereich, der zur Diskussion steht, „unmittelbar“ an der Grenze zu Thierhaupten liege – dies werde von dort immer wieder so gesagt –, trifft laut Pfitzmaier nicht zu.

Zwischen der Abbauzone und der Gemarkung des Nachbarorts lägen noch rund 150 Meter. Dass von Gegnerseite zudem wiederholt auch ein Raumordnungsverfahren gefordert werde, ist für Pfitzmaier an dieser Stelle Fehl am Platz. Dies müsse die Regierung von Schwaben festlegen – und von dort gebe es bereits eine eindeutige Aussage hierzu. Pfitzmaier: „Die Regierung hat klar gesagt, das nach den vielfältigen Voruntersuchungen ein Raumordnungsverfahren nicht nötig ist.“

Aufwertung der Natur

In Münster befürwortet man das Projekt von Beginn an. Mit einer Änderung des Flächennutzungsplans wolle man nun formell das Signal setzen, dass Kiesabbau auch im Süden von Münster erlaubt sein soll. „Die Fläche bei Hemerten eignet sich aus unserer Sicht sehr gut dafür“, erklärt Pfitzmaier. Zumal sich dort aktuell ausschließlich Ackerland befinde. Nach einer Rekultivierung würde dieses eine deutlich Aufwertung erfahren – beispielsweise mit Hecken, Schilf oder Niedrigwasserzonen. Diesen Aspekt dürfe man nicht vergessen.

Wenn der Rat den Flächennutzungsplan ändert und damit Recht auf Kiesabbau an dieser Stelle schafft, ist im nächsten Schritt der Grundstückseigentümer an der Reihe. Dieser müsse entscheiden, mit welchem Unternehmen er das Vorhaben umsetzen möchte. Sollte die Firma feststehen, schließe die Gemeinde mit dieser einen städtebaulichen Vertrag, so Pfitzmaier. Darin werden dann die Fragen zur Betriebsdurchführung geregelt.

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