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Münster

28.11.2019

Kiesabbau bei Hemerten kommt endgültig ins Rollen

In diesem Bereich zwischem dem zu Münster gehörigen Gut Hemerten und dem Thierhaupter Ortsteil Ötz jenseits dieser Straße, soll die Kiesabbaufläche entstehen.
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In diesem Bereich zwischem dem zu Münster gehörigen Gut Hemerten und dem Thierhaupter Ortsteil Ötz jenseits dieser Straße, soll die Kiesabbaufläche entstehen.
Bild: Manuel Wenzel

Gemeinderat beschließt einstimmig, dass das Vorhaben ermöglicht wird. Laut Gutachten ergeben sich keine Nachteile für Mensch und Natur, sagt der Bürgermeister.

„Ich bin auch persönlich froh, dass dieses große und langwierige Verfahren nun abgeschlossen werden konnte“, sagt Münsters Bürgermeister Gerhard Pfitzmaier. Gemeint ist der geplante Kiesabbau bei Hemerten, der bereits seit acht Jahren Thema ist. Nun hat der Gemeinderat die Sache „unter Dach und Fach gebracht“, wie es der Rathauschef auf Nachfrage unserer Zeitung formuliert. Einstimmig wurde der Flächennutzungsplan dahingehend geändert, dass auf einer 14 Hektar großen Fläche im südwestlichsten Teil der Kommune künftig Kies gewonnen werden darf.

Mit zahlreichen Stellungnahmen von 15 Behörden und Institutionen sowie einem Einwand von privater Seite – dabei gab es bisweilen mehrere Unterpunkte – hatte sich das Gremium in seiner Sitzung am Mittwochabend auseinanderzusetzen.

30 Seiten durchgearbeitet

Insgesamt mussten 30 Seiten durchgegangen werden. Das Planungsbüro hatte alle vorgebrachten Punkte gewürdigt und dazu Beschlussvorlagen erarbeitet. Diesen sei jeweils mit 13:0 zugestimmt worden, so der Bürgermeister: „Das zeigt, dass der ganze Gemeinderat nach wie vor dahintersteht.“

Kiesabbau bei Hemerten kommt endgültig ins Rollen

Laut Pfitzmaier hatte es im Laufe der Jahre viele gutachterliche Stellungnahmen und Prüfungen der Fachbehörden wie Landratsamt, Wasserwirtschaftsamt oder Regierung von Schwaben gegeben. Dadurch wurde auch die Abbaufläche von anfangs 46 Hektar Stück für Stück verkleinert auf den jetzigen Umgriff von 14 Hektar. Tatsächlich abgebaut wird auf 13 Hektar.

Auch Hochwasser berücksichtigt

Untersucht worden sei unter anderem der Artenschutz, auch ein 100-jährliches Hochwasserereignis , ein Grundwasserströmungsmodell sowie die Ausgleichsflächen hätten natürlich Berücksichtigung gefunden. „Alles ist bis ins kleinste Detail geprüft worden“, sagt Pfitzmaier. Ergebnis: An dieser Stelle sei Kiesabbau möglich – und das ohne negative Auswirkungen für Mensch und Natur.

Vor allem aus der Nachbargemeinde Thierhaupten gab und gibt es allerdings Kritik an den Plänen, weil das betroffene Areal nahe des Ortsteils Ötz liegt. Für diesen würden sich durch den Kiesabbau keine nachteiligen Auswirkungen ergeben im Blick auf Hochwasser, betont Pfitzmaier. „Auch die Befürchtungen, dass die Lastwagen über Ötzer Straßen fahren, ist unbegründet.“ Der kürzeste Abfuhrweg führe über Hemerten zur Staatsstraße 2381, dieser sei auch einzuhalten.

300 Meter zum nächsten Wohnhaus

In Sachen Lärm und Staub sei ebenfalls für die Ötzer Bevölkerung keine unverhältnismäßige Belastung zu erwarten. Zum einen erfolge Kiesabbau im Tagbetrieb, zum anderen gehe die vorherrschende Windrichtung in diesem Bereich weg von dem Thierhaupter Ortsteil. Pfitzmaier weiter: „Das nächst gelegene Wohnhaus in Ötz liegt 300 Meter entfernt, bis zum Betriebsgelände werden es 800 Meter sein.“

Die Sorge, dass das Schutzgebiet Ötzer Heide unter dem Vorhaben leiden könnte, habe durch die Prüfiungen entkräftet werden können. „Das wurde alles nachhaltig untersucht. Da lege ich auch höchsten Wert darauf, denn die Ötzer Heide ist zweifelsfrei sehr schützenswert“, so Münsters Bürgermeister.

Als nächster Schritt werde das Landratsamt unter die Lupe nehmen, ob die Würdigung der Stellungnahmen und damit die Änderung des Flächennutzungsplans korrekt war. Des Weiteren müsse der Grundstückeigentümer ein Abbauunternehmen suchen. Letzteres muss dann laut Pfitzmaier einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan für das Abbauprojekt erstellen, der im ersten Halbjahr 2020 vorliegen könnte. Darin könne die Gemeinde die Richtlinien für das Vorhaben genau festzurren. „Somit bleiben wir nach wie vor Herr des Verfahrens, sagt der Bürgermeister“.

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