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06.03.2009

Kinder schaukeln statt Party machen

Bäumenheim Während ihre Freunde zu den neuesten Hits in der Diskothek abtanzen, singen Vanessa Friedrich und Rebecca Klein Kinderlieder. Ihre Samstagabende verbringen sie nämlich mit kleinen Kindern. Nein, sie passen nicht auf ihre Geschwister auf, sondern übernehmen Verantwortung für fremde Kinder. Die beiden 15-jährigen Schülerinnen sind Babysitterinnen aus Leidenschaft. Vanessa und Rebecca zählen zu einem siebenköpfigen Team aus Bäumenheim, das seit einigen Wochen "professionell" das Kinderhüten organisiert. "Ich habe schon mit elf Jahren auf die Nachbarskinder aufgepasst. Mir hat es so viel Spaß gemacht, dass ich einfach mal ein paar Handzettel verteilte", erzählt Gymnasiastin Rebecca und strahlt über das ganze Gesicht, wenn sie von "ihren Kindern" redet. Ihre Mutter hatte eine Idee: Sich mit ein paar Freundinnen zusammentun und einen "Babysitter-Service" in ihrem Heimatort zu installieren.

"Jungs sind definitiv anstrengender als Mädchen", verrät Vanessa aus ihrer Erfahrung. Warum? "Die sind meistens etwas wilder und schwerer zu beruhigen. Mädchen hingegen können sich schon mal selbst beschäftigten." Das sei aber die Ausnahme, denn das Wichtigste beim Babysitten sei, sich immer mit den Kleinen zu beschäftigen. "Und genau das macht ja so Spaß. Es ist einfach schön zu sehen, wie sich die Kinder über noch so kleine Dinge freuen können", sagt Rebecca. Ihrer Meinung nach habe sie den besten Nebenjob der Welt. "Auf der einen Seite ist es eine Herausforderung solch eine Verantwortung für fremde Kinder zu übernehmen, auf der anderen Seite macht es einfach viel Freude." Nirgendwo sonst habe man so viel Abwechslung in wenigen Stunden.

Die Eltern, die Interesse an Babysittern haben, können sich bei den Beiden melden. "In der Regel sind die Eltern beim ersten Treffen dabei. Man soll auch sagen, wenn man mit Kindern nicht zurechtkommt, sonst macht es ja keinen Sinn", erklären die Zwei.

Schaukeln hilft fast immer

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Aber bis jetzt sei es noch nie vorgekommen. Manchmal jedoch wissen selbst die zwei mittlerweile sehr erfahrenen Kinder-Hüterinnen nicht mehr weiter. Da hilft auch gutes Zureden nichts mehr - die Kinder heulen ohne Unterbrechung. Doch die beiden haben einen Trick: "Wenn das Wetter schön ist, einfach rausgehen und eine Runde schaukeln. Das hat bis jetzt alle beruhigt." Am schnellsten geht es allerdings, wenn man die Kinder einfach nur anlächelt. "Sie spüren sofort, ob man es ernst meint oder nicht. Wenn ja, sind sie glücklich."

Auch mal eine Suppe kochen

Doch als Babysitterin muss man nicht nur die Kleinen beruhigen können, sondern auch für sie kochen. "Kein Problem. Eine Suppe machen kann jeder und alles andere kann man lernen", meint Vanessa. Sie koche zu Hause ab und zu für sich und ihren größeren Bruder und habe damit keine Schwierigkeiten. Meist kochen die Eltern aber selber und der Babysitter passe während dieser Zeit auf die Kids auf.

Was Vanessa und Rebecca beruflich machen wollen, wissen sie noch nicht. Vorstellungen zur Familienplanung gibt's schon. Vanessa möchte zwei Kinder und Rebecca könnte sich vorstellen, gleich Zwillinge zu bekommen. Vorerst sollen es jedoch nur fremde Kinder bleiben, denn zunächst gibt es noch einige Samstagabende, die auch sie mal in der Diskothek verbringen wollen.

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