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Infrastruktur

08.11.2019

Kinderbetreuung ganz oben auf der Agenda

Der Bedarf an Plätzen im Kindergarten steigt. Aber auch andere Themen bringen in Tapfheim Herausforderungen. Wie die Gemeinde reagiert und was 2020 geplant ist

„Bewegte Zeiten“ hat Tapfheims Bürgermeister Karl Malz hinter sich. In den letzten Monaten sei in der Großgemeinde viel geschehen, erklärte er bei der ersten von mehreren Bürgerversammlungen. „Es geht nicht um Wunschprojekte, die wir verwirklichen, sondern es ist Ausdruck des Bemühens, die gute Lebensqualität zu halten oder zu verbessern.“ Malz ist aber sicher, dass er auch 2020 keine Zeit zum Ausruhen haben wird. „Die Herausforderungen sind groß.“

Der Bürgermeister kann nicht klagen: Die Großgemeinde hat weiterhin über 4000 Einwohner und hat zuletzt über einen Haushalt von 14,2 Millionen Euro verfügt. Und was bemerkenswert ist: eine rege Bautätigkeit. Tapfheim ist als Wohnort attraktiv, allein 54 Bauanträge hat man im Rathaus seit Beginn des Jahres bearbeitet.

Einzig bei den Kindergartenplätzen wird man nachlegen müssen, sind doch die Kindertagesstätten in Tapfheim und Oppertshofen „voll ausgebucht“. Um neue Betreuungsplätze zu bekommen, soll im kommenden Jahr der lange geplante Anbau an den Kindergarten in Tapfheim verwirklicht werden. Rund 2,7 Millionen Euro nimmt die Gemeinde in die Hand, um den Kindergarten zu erweitern. Die Ausschreibung der Arbeiten soll nun zügig erfolgen, um im Frühjahr mit der Maßnahme beginnen zu können. Mit welchen Zuschüssen zu rechnen ist, weiß Malz noch nicht endgültig. Doch der Bürgermeister rechnet damit, dass die Kommune selbst rund eine Million Euro aufbringen muss. Der Rest der Kosten wird von der Regierung von Schwaben übernommen.

Viel Geld wird auch die Neugestaltung des Bahnhofsumfelds kosten, doch auch bei diesem Projekt wird es Zuschüsse geben. Entsprechende Zusagen lägen bereits vor. Neu gestaltet werden soll in einem ersten Abschnitt die Bahnhofstraße und der Platz vor dem Gebäude. Zusätzlich will man Park-and-ride-Plätze anlegen.

Aus dem eigenen Etat wird die Gemeinde wohl 1,3 Millionen Euro beisteuern müssen, wie der Bürgermeister den Besuchern der Bürgerversammlung im Gasthof Adler vorrechnete.

Apropos „Neue Mitte“: Es sei geglückt, so Malz, das sogenannte Finstral-Grundstück zu erwerben. „Das ist ein Herzstück“, sagte Malz. Dort soll ein „funktionales Zentrum“ entstehen. Derzeit ist der Bürgermeister auf der Suche nach einem Investor und Betreiber für ein Seniorenheim, das dort entstehen soll. Der Bedarf sei jedenfalls vorhanden. Auch beim Bahnhof hat die Gemeinde übrigens Grundstücke in ihren Besitz gebracht, ebenso wie landwirtschaftliche Flächen. Sie stünden als Tausch- oder Bioareale zur Verfügung.

Einen Haken kann die Verwaltung hinter zwei Großprojekte machen, die in diesem Jahr die Ziellinie erreicht haben: die Sanierung der Sporthalle in mehreren Bauabschnitten mit einer Investitionssumme allein in diesem Jahr in Höhe von 1,4 Millionen Euro und der Neubau der Brücke über die Kessel in Brachstadt.

Zu den Kosten in Höhe von einer Million Euro hat die Regierung 633000 Euro beigesteuert.

Malz blickt aber auch in die Zukunft. Er hat für sich errechnet, dass der Strukturwandel in den Dörfern in 25 Jahren die Bevölkerung in den Ortsteilen Brachstadt und Oppertshofen um 25 Prozent reduzieren werde. Gegen diesen Trend will man im Gemeinderat vorgehen: mit einem Gemeindeentwicklungskonzept. Es sollen gemeinsam mit dem Amt für Ländliche Entwicklung in Krumbach und den Einwohnern Ideen erarbeitet werden, wie man dem Wandel entgegentreten kann.

Auf seine Agenda für 2020 hat Malz mit der Rückendeckung des Gemeinderats auch den Ausbau und die Sanierung von Straßen gesetzt, ebenso wie die weitere Ausweisung von Baugebieten.

Die Nachfrage ist groß: Im Baugebiet Meisteräcker hat die Gemeinde 16 neue Bauplätze vergeben. Alle sind bereits vergeben. Was letztlich 2020 gestemmt werden könne, werde sich zeigen, so der Bürgermeister. Er rechnet erneut mit einem „intensiven Jahr“.

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