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Kommentar

15.09.2020

Kirche: Nein, es geht nicht alles den Bach runter

„Platz für die Kinder Gottes“ – freundlich und vielsagend haben Mitarbeiter der evangelischen Gemeinde in Donauwörth die Platzmarkierungen gestaltet. Auch in den Kirchen heißt die Devise derzeit leider: „Abstand halten.“
Bild: Thomas Hilgendorf

Trotz hoher Austrittszahlen auch in der Region: Die Kirche liegt letztlich in den Händen Gottes - und das ist auch gut so. Deswegen sollte man sich vor all zu menschlichen Untergangsszenarien hüten, findet Redakteur Thomas Hilgendorf.

Dass alles den Bach runter geht und früher alles besser gewesen sei – diese Sichtweise drängt sich vielen Menschen des Öfteren auf. So ist es fast beruhigend, dass aus fast allen bekannten Epochen der Geschichte über jene Schwarzmalerei berichtet wird. In Bezug auf die Lage der Kirche(n) mag die bloße Zahl der Austritte jedoch in der Tat schockieren. Keine Frage: Die Gesellschaft insgesamt ist leider spürbar kirchenferner geworden. Und bestimmt war in diesem Zusammenhang früher wirklich Einiges besser. Frömmigkeit gehörte weitaus stärker zum Leben. Aber dies sollte nicht über ganz andere Probleme in den alten Zeiten hinwegtäuschen, die es auch gab.

Gute Nachricht: Die konfessionellen Mauern zwischen den Christen sind Stück für Stück gefallen

Einiges hat sich nun ja auch wesentlich zum Besseren entwickelt im kirchlichen Leben: Die konfessionellen Mauern zwischen den Christen etwa sind zu einem großen Teil gefallen, die Zeit der unwürdigen Grabenkämpfe ist, Gott sei Dank, weitgehend vorüber. Es herrscht heute oftmals viel mehr Miteinander, mehr Ökumene unter den Christen, wenn auch inzwischen manchmal in etwas kleineren Kreisen. Doch vielleicht trägt die aktuell angespannte Lage ja auch wieder zu mehr Zusammenhalt unter den Christen hierzulande bei – einem Zusammenhalt und einer Solidarität, die ferner stehende Menschen durchaus mit ins Boot holen könnte. Es wäre wünschenswert. Vieles an Wohltuendem wird in der Region schon umgesetzt, es gibt zahlreiche positive Signale. Leider machte Corona einem Großvorhaben, dem Ökumenischen Kirchentag Donau-Ries, zuletzt einen Strich durch die Rechnung. Doch nun muss es heißen: Jetzt erst recht!

Das Kirchenvolk muss sich noch stärker einbringen

Klar ist, dass alleine das Jammern über die nachlassende Bindung der Menschen zur Kirche wohl kaum weiterhilft. Klar scheint wohl auch: Die Basis muss wieder mehr Aufgaben im Gemeindeleben übernehmen und die Kirchenleitungen dem Kirchenvolk das auch zutrauen.

Kirche: Nein, es geht nicht alles den Bach runter

Immer wichtig: Christus muss stets ganz oben auf der Agenda stehen

Neue Ideen müssen gewagt und umgesetzt werden, allerdings ohne das Zentrum der christlichen Kirche aus den Augen zu verlieren, sondern es stets nach ganz oben auf die Agenda zu setzen: Gott, Jesus Christus, den Heiligen Geist. Mit aufrichtigem Gottvertrauen und der rettenden Nachricht des Evangeliums Jesu Christi braucht man vor keiner Krise Angst zu haben. Und wenn dieses Gottvertrauen, gepaart mit dem Dienst am und für den Mitmenschen, verstärkt vor Ort gelebt wird, werden sich die Zeiten wieder ändern. Die Voraussetzungen dafür sind, Gott sei Dank, da. Ein Geistlicher aus dem Nahen Osten, wo die Christen weitaus stärker unter Druck stehen als hierzulande, sagte passend vor einigen Jahren: „Die Zukunft liegt in Gottes Hand, wir dürfen gelassen bleiben.“

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