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Konzert

10.01.2019

Klangschön und ergreifend

Als Solisten sind sie in aller Welt tätig. In Wemding präsentierten sich die Sänger als das Ensemble Belcanto Harmonists.
Bild: Reinhold Seefried

Die Belcanto Harmonists glänzten mit hochkarätigen Interpretationen bekannter Lieder aus aller Welt

Am Dreikönigstag bot sich in der Wemdinger Stadtpfarrkirche St. Emmeram ein Weihnachtsnachklang vom Allerfeinsten. Stadtpfarrer Wolfgang Gebert begrüßte das württembergische Ensemble Belcanto Harmonists, bestehend aus den Vokalisten Christopher Kaplan (erster Tenor), Alexander Yudenkov (zweiter Tenor), Hubert Mayer (dritter Tenor), Bernhard Hartmann (Bariton), Mikhail Shaskov (Bass) und Michael Kuhn (Klavier, Orgel). Alle Interpreten sind Profis und als Solisten auch international tätig und betrachten ihre Auftritte mit den Belcanto Harmonists als nur eine Facette ihres musikalischen Wirkens.

Mit der „Festive Ouverture“ von Malcolm Archer, einem britischen Komponisten, stimmte Michael Kuhn an der Orgel auf das Konzert ein, bevor die Vokalisten mit dem Chorsatz „Adeste fideles“ (W. Isenhart) die Zuhörer in ihren Bann zogen. Die absolute Homogenität, die tiefe Musikalität und die vielfachen Varianten der Interpretation zeichneten die Vorträge im gesamten Konzert aus. Aus der Feder des in Wemding bestens bekannten Komponisten Karl Weikmann erklang das Lied „An das Christkind“, arrangiert und am Klavier perlend begleitet von Michael Kuhn. Ein Erlebnis hier wie in weiteren Darbietungen die Tenor-soli (Kaplan, Yudenkov), die mühelos und strahlend dargeboten wurden. In „Still liegt die Winternacht“ (W. Heinrichs) interpretierte das Ensemble mit begeisternder Klangreinheit die christliche Weihnachtsbotschaft „Welt ist nicht verloren, Christus ist geboren“. Nicht minder ergreifend war die Weise „Weihnachtsglocken“ (H. Sonnet), wobei ganz überraschend als Schlusswendung der Beginn von „Stille Nacht“ erklang, das bekanntlich an Weihnachten 2018 seinen 200. Geburtstag feierte.

Nach dem vielfarbig registrierten Orgelstück „Sortie“ (L. Levébure-Wély) begann mit „Friede auf Erden“ (W. Isenhart) die Weihnachtsreise durch fremde Länder mit Argentinien. Dieses Lied wie auch „Señora Doña María“ (W. Isenhart) aus Chile brachte landestypische Gestal-tungselemente sehr charakteristisch zum Klingen, ebenso Michael Kuhns Bearbeitung des aus Böhmen stammenden Liedes „Kommet ihr Hirten“. Zur Meditation lud der Orgelvortrag von „Cantilene“ (M. Archer) in seinem schreitenden Aufbau ein.

Beim samtigen Wohlklang des Bariton-Solos von „Wann i zur Weihnachtszeit“, ebenso beim Quintett „Wearst mei Licht ume sein“, ergriff einen die andächtige Stille winterlicher Alpentäler in Österreich, der mit der französischen Weise „Petit Papa Noël“ ein beschwingter Kontrast folgte. Adolphe Adams „Cantique Noël“ vermittelte in der Bearbeitung und Begleitung von Michael Kuhn und dem glänzend disponierten Vortrag durch Belcanto Harmonists die nahezu andächtige Tiefe dieser innigen Melodie.

Während das eindringliche Gedicht „Anbetung des Kindes“ (Joseph Weinheber) zur Besinnung mahnte, stellte die Geschichte „Wie man ein Engel wird“ (Ruth Schmidt-Mumm) den Ablauf der bekannten „Herbergssuche“ fast auf den Kopf, weil der kleine Darsteller des Herbergswirts Joseph und Maria eben schon ein Quartier zur Verfügung stellen wollte. Beide Texte trug Bernhard Hartmann einfühlsam vor.

Auch im englischsprachigen Raum ist das Ensemble zu Hause, was sich in „A Child Is Born in Bethlehem (M. Archer/M. Kuhn) wie auch im „Weihnachtslied des Hirten (J. Rutter/W. Isenhart) – jeweils perfekt am Klavier von M. Kuhn begleitet – eindrucksvoll zeigte. „The Wexford Carol“ aus Irland, bearbeitet von Bernhard Hartmann, stellte das Ensemble durch die anspruchsvolle Vielschichtigkeit von Rhythmik und Stimmführung vor große Aufgaben, die mit spürbarer Begeisterung absolut sicher gemeistert wurden.

Bei Widors „Toccata F-Dur op. 42“ steuerte Kuhn mit seiner durchsichtigen Registrierung und dem virtuos-präzisen Spiel auf der Orgel den glanzvollen Schlusspunkt bei, bevor das Vokalensemble mit „Go, Tell It on the Mountain“ und „Der kleine Trommelmann“ (beide arrangiert von Alexander Yudenkov), die Zuhörer in die USA entführten; faszinierend dabei die stimmliche Imitation der Trommel.

Als schließlich noch „Winter Wonderland“ (G. O’Hara) und die Zugaben verklungen waren, sprach nach dem begeisterten Applaus Stadtpfarrer Wolfgang Gebert in seinen herzlichen Dankesworten zu Recht von einem gelungenen Auftakt für das Jubiläumsjahr 2019 der Stadt Wemding. (Theo Knoll)

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