Weihnachtsfestkreis

11.01.2012

Klangvoller Abschluss

Viel Beifall gab’s für die hervorragende Leistung der Interpreten unter der Gesamtleitung von Stefan Ubl.
Bild: Foto: privat

Basilikachor Herrieden präsentiert Heinrich von Herzogenbergs Oratorium „Die Geburt Christi“ in der Stadtpfarrkirche St. Emmeram

Wemding Die Weihnachtskantaten von Johann Sebastian Bach sind landauf, landab aus den kirchenmusikalischen Feierstunden im Advent und an Weihnachten nicht wegzudenken. Sie begeistern nicht zuletzt durch die strahlenden Klänge der hohen Bachtrompeten. Anders dagegen die Grundstimmung im Orchesterpart des Weihnachtsoratoriums von Heinrich von Herzogenberg. Sanft, eher schmeichelnd führen Streichinstrumente und Oboe in die einzelnen Themenkreise ein und begleiten Chor und Solisten farbig untermalend. Der Einsatz des Harmoniums unterstreicht diesen Klangcharakter sehr stimmig.

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Romantische Grundstimmung

Eingestimmt auf das Geschehen um die Geburt Christi wurden die Zuhörer durch den jungen Wemdinger Organisten Ludwig Burger mit dem Bachpräludium Nr. 8 in B-Dur.

Klangvoller Abschluss

In die romantische Grundstimmung führten Susanne Lieb, Felix Jung (Violinen) und Ulrich Metzner (Harmonium) mit zwei Bagatellen von Dvorak ein.

„Die Verheißung“ (Teil 1): Die Sehnsucht des Volkes nach dem Herrn setzte der gemischte Chor durch weichen Wohlklang um, alternierend dazu das Männerquartett, bei dem wohl wegen der sehr schwierigen Platzverhältnisse der 2. Tenor nicht gleichwertig zur Wirkung kam. Entschieden und klangvoll interpretierte Eric Fergusson (Bamberg) den Text: „So sprach der Herr zur Schlange …“ Kontrastierend dazu die ruhigen Bögen der jeweiligen Chorsätze, häufig dem Liedschatz der Adventszeit entnommen („O Erd schlag aus, schlag aus, o Erd, …“). „Die Erfüllung“ (Teil 2): Sie räumt nun dem Evangelisten (Markus Rilling, Augsburg), Gabriel (Anna Lapkovskaja, München) und Maria (Andrea Wurzer, Nürnberg) breiten Raum ein. Die erzählenden Texte bewältigte Markus Rilling mit seiner beweglichen, von müheloser Höhe (mit gelegentlichen Schärfen) geprägten Stimme; Anna Lapkovskaja überzeugte zu jeder Zeit mit weichem Ausdruck aber auch mit volltönendem Wohlklang, ebenso interpretierte Andrea Wurzer mit makelloser Höhe und absolut sicherer Beweglichkeit ihren Part. Für die Zuhörer reihte sich nun fast ein klanglicher Hochgenuss an den anderen. „Es ist ein Ros entsprungen“ (Melodie als Cantus firmus), das weihnachtliche Zwischenspiel im Charakter einer Pastorale, (Otto Winter, Bamberg; Oboe) und insbesondere das Duett „Maria und Joseph“ mit seinem reizvollen Wechselspiel zwischen Sopran (Andrea Wurzer) und Bass (Franz Schlecht, München).

Einen erheblichen Teil zum Gelingen dieses Konzertes trug neben dem sehr gut aufeinander abgestimmten und sich einordnenden Spiel des Orchesters „Sine nomine“ vor allem auch Ulrich Metzner mit seinem immensen Part am Harmonium bei. Nicht zu vergessen, der absolut homogene Klang des Mädchen-Auswahlchores des Gymnasiums Carolinum Ansbach.

„Die Anbetung“(Teil 3) bringt im selben Aufbau wie in den ersten beiden Teilen die tiefe Freude der Hirten auf den Feldern von Bethlehem über die Geburt Christi zum Ausdruck.

Dank des Pfarrers

Pfarrer Wolfgang Gebert bedankte sich bei allen Akteuren, die mit Konzentration und Können den Besuchern in der Stadtpfarrkirche einen wunderbaren Abschluss der Weihnachtszeit „quasi als letztes Weihnachtsgeschenk“ gestaltet haben. Sein Dank galt stellvertretend für alle dem Dirigenten Stefan Ubl, (Musiklehrer am Gymnasium Carolinum Ansbach und Kirchenmusiker), der den Chor, das Orchester, den Mädchenauswahlchor und die Solisten zu dieser großen Leistung zusammengeführt hat. Ein Herzliches vergelt´s Gott sprach Pfarrer Gebert auch an die Raiffeisen-Volksbank Wemding für die finanzielle Unterstützung aus. (tk)

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