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15.01.2020

Klima setzt Fischen in Wörnitz zu

Die durchschnittlichen Temperaturen der Wörnitz (im Bild) und der Eger sind in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen.

Fischereigenossenschaft warnt vor den Folgen des Wandels und fordert Maßnahmen. Auch andere Sorgen

Der Klimawandel wirkt sich auch bereits auf die Gewässer im Donau-Ries-Kreis aus. Das hat Vorsitzender Hubert Wagner bei der Generalversammlung der Wörnitz-Fischereigenossenschaft in Rudelstetten deutlich gemacht. Das langjährige Mittel der Wassertemperaturen der Wörnitz und Eger habe sich um zwei beziehungsweise drei Grad erhöht. Das könne drastische Folgen haben.

Die Klimaerwärmung stehe unwiderruflich ins Haus, stellte Wagner fest. Deshalb seien alle Maßnahmen am Gewässer auch daran zu orientieren, dass eine Wassererwärmung möglichst verhindert wird. Die Gewässer seien ökologisch mit entsprechenden Maßnahmen aufzuwerten. So sei eine Beschattung der Gewässer durch entsprechende Bepflanzung dringend notwendig. Würden den Fischen keine thermischen und strukturellen Rückzugsmöglichkeiten geboten, seien Belastungen und Bestandseinbußen unausweichlich. Wagner hofft auf eine Verbesserung der Lebensräume, damit die Fische auch in Zukunft eine Chance haben.

Zum Fischereijahr 2019 führt Wagner aus, dass der Sauerstoffgehalt im Wasser von dessen Temperatur abhänge. Je höher diese sei, desto weniger Sauerstoff könne gebunden werden. Durch die genannten witterungsbedingten Gegebenheiten sei es auch zu einem erhöhten Stoffwechsel aller im Wasser lebenden Organismen gekommen. Dies habe ein weiteres Absinken des Sauerstoffgehalts bewirkt. Dies könne so weit gehen, dass er für höhere Organismen nicht mehr ausreiche und sie – bemerkt oder unbemerkt – verenden.

Die Bemühungen um einen artenreichen, ausgewogenen Fischbestand in Wörnitz und Eger beeinflussen Wagner zufolge immer noch Kormoran und vermehrt auch Gänsesäger negativ. In diesem Zusammenhang bedankte sich der Vorsitzende bei den Jägern für die Unterstützung bei der Vergrämung der Vögel. Wagner ist der Meinung, dass neben der Verbesserung der Gewässerstrukturen auch ein ausgewogener Ergänzungs- und Initialbesatz zur Erhaltung eines guten Fischbestandes erforderlich ist. Die Genossenschaft setzte im vergangenen Jahr für insgesamt mehr als 75000 Euro Fische in die Gewässer der Genossenschaft ein.

Der Alerheimer Bürgermeister Christoph Schmid forderte dazu auf, sich auch an die Politiker und die Kommunen zu wenden, damit die angesprochenen Ziele erreicht und Unterstützung gewährt werden können.

Im Bericht über die Tätigkeit der Fischereiaufseher war zu hören, dass es wiederholt zu Verstößen gegen das Fischereigesetz kam. Bei der Ahndung der Verstöße haben die Aufseher keinen Ermessensspielraum, heißt es in einer Pressemitteilung. Alle Berichte müssten zur Entscheidung der Fischereibehörde vorgelegt werden.

Schriftführer Kurt Strauß stellte die Auswertung der Fang- und Besatzergebnisse für das Jahr 2018 vor. Demnach wurden insgesamt 8807 Kilogramm Fische gefangen und 5405 Kilo besetzt. Die Spitzenreiter beim Fang waren Karpfen, Wels und Hecht. Bemängelt wurde, dass weniger Fangdaten zur Auswertung abgegeben wurden als in den Jahren zuvor. Oliver Born, Fischereifachberater des Bezirks Schwaben, wies ergänzend darauf hin, dass diese Fangstatistiken als Grundlagen für die Gewässerbewirtschaftung und auch für mögliche Schadensfälle wichtig seien. (pm)

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