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Nachhaltigkeit

04.01.2021

Klimaschutz vom Dach

Die Stadt Donauwörth und der Landkreis realisieren ein gemeinsames Energie-Allianz-Projekt

Mit dem neuen Online-Solarpotenzialkataster können die Bürger des Landkreises ab sofort das Solarpotenzial ihrer Dachflächen berechnen lassen. Kostenlos simuliert das Kataster unter solare-stadt.de/donau-ries die Eignung und mögliche Energiemenge vom Dach. Auch die Höhe der potenziellen Einsparungen kann ermittelt werden – sowohl in Bezug auf Kohlendioxid als auch auf den eigenen Geldbeutel, wie es in einer Pressemitteilung heißt.

Seit 2012 ist Donauwörth Partner der Energie-Allianz des Landkreises. Landrat Stefan Rößle zeigt sich nun erfreut über das Kooperationsprojekt: „Durch die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Donauwörth können wir allen Bürgern des Landkreises ein einfaches Werkzeug an die Hand geben, um zu prüfen, ob das eigene Dach für eine Solaranlage geeignet ist.“ Donauwörths Oberbürgermeister Jürgen Sorré ergänzt: „Der erste Schritt hin zum Energiesparen und zur Förderung der erneuerbaren Energien wird in Donauwörth und im Landkreis Donau-Ries für alle leichter. Wir bauen darauf, dass das Solarpotenzialkataster mehr Menschen dazu bringen wird, sich mit der Thematik zu befassen und letztendlich eine Solaranlage zu installieren.“

Im Landkreis wurde das Solarpotenzial von über 126.000 Gebäuden berechnet. Demnach sind knapp über 70 Prozent der Dächer für die Installation einer Photovoltaik-Anlage geeignet, sofern diese nicht durch Denkmalschutz oder andere Regularien ausgenommen sind. Insgesamt liegt das Potenzial bei rund 1,8 Millionen Kilowattpeak mit einem jährlichen Ertrag von 1623 Gigawattstunden grünem Strom. Mit etwa 57 Prozent dieses Potenzials könnte der gesamte Strombedarf des Landkreises gedeckt werden.

Und so funktioniert das Solarpotenzialkataster: Mittels Laserscandaten werden via Satellit digitale Umrisse der Gebäude und dadurch ein dreidimensionales Geländemodell erstellt. Der Sonnenverlauf des Tages und die Verschattung werden ebenfalls simuliert und fließen in die Berechnung mit ein. Dachgauben, Bäume und sonstige Hindernisse werden ebenfalls berücksichtigt. Dadurch entstehe eine Genauigkeit der Einstrahlung von 98,8 Prozent.

Mit der Simulation werden auch die mögliche Anlagengröße und die Wirtschaftlichkeit berechnet. Dadurch erhält der Eigentümer einen sehr guten Überblick, ob sein Dach für eine Solarthermie- oder PV-Anlage geeignet ist und wie viel Energie erzeugt werden kann.

Derzeit werden im Landkreis Donau-Ries mit Photovoltaik-Anlagen rund 266 Gigawattstunden Strom erzeugt. Etwa 84 Prozent des Potenzials sind somit noch ungenutzt und es bietet sich viel Platz für Klimaschutz auf den Dachflächen. Der Stellenwert der erneuerbaren Energieträger für die Stadt Donauwörth sei bereits in der Vergangenheit sichtbar geworden: Im Jahr 2010 erlangte die Stadt den European Energy Award. Im Zuge dessen habe ein fortlaufender Optimierungsprozess im Bereich Energie stattgefunden. Mit der Partnerschaft in der Energie-Allianz des Landkreises Donau-Ries unterstütze Donauwörth aktiv die Erreichung des Energie-Leitziels des gesamten Landkreises.

Die Energiebilanz des Landkreises ist laut Pressemitteilung im Bayern- und Bundesvergleich Spitze: Während der Anteil von Energie aus erneuerbarer Erzeugung am Gesamtstromverbrauch 2007 bei 54 Prozent lag, waren es 2019 99,9 Prozent. Dabei machte die Solarenergie im Jahr 2019 29 Prozent des Anteils der erneuerbaren Energieträger aus, im Vergleich zu nur sieben Prozent 2007. Mit 1991 Kilowattstunden Solarstromerzeugung pro Einwohner im Jahr 2019 nehme der Landkreis Donau-Ries eine Vorreiterrolle ein: Der bayernweite Durchschnitt lag bei 910 Kilowattstunden, auf Bundesebene waren es gar nur 571 Kilowattstunden. Das Energieleitziel des Landkreises sieht zudem vor, dass bis zum Jahr 2030 60 Prozent des Energieverbrauchs – inklusive Wärme – aus erneuerbaren Energien stammen sollen. Das Solarpotenzialkataster ist ein weiterer wichtiger Schritt auf diesem Weg. (pm)

Die Federführung liegt bei Andreas Reiner, Stadt Donauwörth, Radverkehrs- und Energiebeauftragter (E-Mail andreas.reiner@donauwoerth.de, Telefon 0906/789157). Beim Landkreis ist das Team Nachhaltigkeit, Stabsstelle Kreisentwicklung und Nachhaltigkeit, Arved Hein, Ansprechpartner. (arved.hein@lra-donau-ries.de, 0906/746068).

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