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Konzert

28.11.2019

Klingender Abschluss des historischen Festjahres

Eine Truppe, die es versteht, das Publikum zu fesseln: Die Stadtkapelle Wemding unter Leitung von Peter Million.
Foto: Linda Held

Jugend- und Stadtkapelle Wemding und Frauenchor Donna Canta musizieren vor großem Publikum. Es gab viele interessante Kompositionen zu hören. Eine von ihnen sorgte besonders für Furore

In der Wemdinger Stadthalle setzte ein in manchen Punkten ungewöhnliches Konzert den Schlusspunkt unter das historische Stadtfest „Löwen, Gunst und Gulden“. Die Jugend- und Stadtkapelle Wemding (Leitung: Peter Million) sowie der Frauenchor Donna Canta (Beate Klein) präsentierten den außergewöhnlich vielen Zuhörern ein buntes Programm. Mit „A good Start“, einem schwungvoll-festlichen Marsch des Niederländers Kees Vlak (Luigi di Ghisallo), gab die Stadtkapelle den mitreißenden Auftakt.

Mit dem folgenden „Gershwin Portrait“ überzeugten die Musiker durch gekonnt abgestuftes Spiel, in dem auch Dissonanzen klangrein zur Wirkung kamen und das im schreitend sehnsuchtsvollen Tempo „Summertime“ zu Gehör brachte. „Grease“, eines der erfolgreichsten Musicals, lieferte die Melodien zu einer „Highschool-Liebesromanze“, die besonders das Können der Posaunen zur Wirkung brachten.

Beim nachfolgenden Auftritt der Trommelgruppe stellte deren Leiter Thomas Walter den Nachwuchs vor und spannte (leider zu zeitaufwendig) mit dem Auftritt der „Stadtwache“ wieder den Bogen zum Stadtfest. Mit einer Einlage am „(Bier-) Kastenschlagzeug“ leitete die Gruppe über zu den Ehrungen, die der stellvertretende Bezirksvorsitzende des ASM, Stefan Reichherzer, mit motivierenden Worten in konzertverträglicher Länge vornahm (siehe Kasten).

Danach konnten sich die Zuhörer ganz der Musik widmen. Mit „Euphoria“ (Martin Scharnagl) legten die Musiker ein Stück auf, das durch seine vielen Staccato-Passagen und zahlreichen Wechsel in den musikalischen Gestaltungsmitteln hohe Anforderungen stellte und gelegentlich an die Grenzen des Machbaren ging. Entspannt konnte man sich dagegen bei der humorvollen „Froschpolka“ (Berthold Schick) zurücklehnen, zumal Valerian Eckrich sein Posaunensolo sowohl von den exponierten Höhen und Tiefen, wie auch in den langen Bögen des lyrischen Mittelteils souverän beherrschte. Mit den „Jubiläumsklängen“ (Peter Schad) klang nochmals das Stadtfest an, bevor die Jugend- und Stadtkapelle mit der Intonation des Marsches „Zum Städtel hinaus“ (Georg Meissner) nochmals ihr ganzes Können für dieses Oberklassenstück erfolgreich mobilisierte. Schade, dass die Tuba durch das übersteuerte Mikrofon phasenweise zu dominant wurde.

Nach der (zu langen!) Pause zauberte die Stadtkapelle mit dem ersten Stück „Highland Cathedral“ (Michael Korb/Uli Roever) schottisches Flair in den Saal. Die kleine Trommel mit ihrem permanent gleichen Rhythmus und die schwermütige Melodie der Instrumente spiegelten die „Highlands“ perfekt.

Nicht nur Moderatorin Stefanie Pfefferer, die sachkundig und empathisch durch das Programm führte, war auf den nächsten Programmpunkt besonders gespannt, das traf wohl auf alle zu, schließlich kam es zur Premiere eines gemeinsamen Auftrittes von Stadtkapelle und Donna Canta mit dem Titel „Adiemus“. Die Melodie (Karl Jenkins) ist bekannt aus Filmen, aus der Werbung und aus vielen Arrangements. Der Text besteht aus Vokalfolgen, die nur Träger der Melodie sind; dazu kommt die Begleitung – im Original ein Sinfonieorchester. Faszinierend, welche Gesamtwirkung aus diesem Projekt erwächst.

Die beiden Chorsolonummern „En filant ma quenouille“ und „Cren fesic“ (beides Rainer Dost) führten die Zuhörer in den französischen und bosnischen Kulturraum. Neben einer kurzen Einführung wurde den Zuhörern durch lautmalerische Techniken wie Flüstern, Summen, Pfeifen, Stampfen der Inhalt dieser Lieder erschlossen. Zugleich spürte man die Begeisterung, mit der die Stücke interpretiert wurden.

„How to Train Your Dragon“ (John Powell) stellt der Kapelle die Aufgabe, mithilfe der verschiedenen Register einen Drachen zu zähmen. Mit der „80Kult(tour)“(Thiemo Kraus) erreicht die Stimmung im Saal ein neues Abendhoch. Kein Wunder, wenn Hits wie „Rock me Amadeus“ oder „Skandal im Sperrbezirk“ die Zuhörer mitrissen und selbst die Musiker lautstark zu singen begannen. Schließlich endete das offizielle Programm mit einem Titel der Pop-Musikerin Alice Merton und ihrem Titel „No roots“, der ein Spiegelbild ihres „heimatlosen“ Lebens ist.

Die Musik zu würdigen, ist das eine. Dem Verantwortlichen, dem Allrounder, dem Herz der Jugend- und Stadtkapelle zu danken, ist das andere. Man kann kaum zu hoch greifen, um seine musikalische Leistung zu loben. Können, Fleiß, Gespür und absoluter Leistungswille lassen zusammen mit einer geschickten Personalführung ein solches Konzert zum Erlebnis werden, das noch tiefer in angenehmer Erinnerung bleibt, je weniger Zeit durch Reden vergeht. Beinahe wäre Bürgermeister Martin Drexler zum Star des Abends geworden, als er das vorgesehene Schlusswort unter stürmischem Applaus absetzte und sich stattdessen nochmals „Skandal um Rosi“ als Zugabe erbat.

Mit reichem Applaus bedankten sich die Zuhörer nach mehreren Zugaben bei den Sängerinnen von Donna Canta unter Leitung von Beate Klein und den Musikern der Jugend- und Stadtkapelle sowie allen Helfern unter der Leitung von Peter Million. (Theo Knoll)

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