1. Startseite
  2. Lokales (Donauwörth)
  3. Köche: Eine Branche ringt um Nachwuchs

Landkreis-Donau-Ries

26.07.2019

Köche: Eine Branche ringt um Nachwuchs

Simon Meyer und Silke Bleimayr gehörten zu den Prüfungsbesten.
Bild: Foto: Bissinger

 Nun haben aber wieder junge Menschen Berufe in der Gastronomie erlernt. Besonders die Kreativität der Arbeit gefällt den Absolventen. Ihr Fachwissen wird umworben

Ein Gaststättenbetreiber bringt es auf den Punkt: „Die Lage ist prekär.“ Man müsse schon Glück haben, wenn man einen Koch suche. Dabei, ist sich Sepp Meyer als Kreisvorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbandes sicher, „dass dies ein interessanter und spannender Beruf ist“. Angesichts des Köche-Mangels durften sich die über beste Zukunftschancen freuen, die den Beruf aktuell erlernt haben und nun bei einer Feierstunde vom Auszubildenden zum Kochgesellen wurden.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

Die Industrie- und Handelskammer versucht die Attraktivität der Berufe in der Gastronomie immer wieder zu betonen. „Ihre Möglichkeiten sind vielfältig“, sagte denn auch Bettina Kräußlich bei der Freisprechungsfeier in der Wallfahrtsgaststätte in Wemding. Es fehlte dabei nicht an Rednern, die den jungen Menschen empfahlen, „weiter zu machen“. Für Lisa Bleymayr aus Genderkingen war Köchin „der Traumberuf schlechthin“. Der harte Alltag in einer Gastronomie-Küche hat sie nicht desillusioniert. Sie gehört zu den besten Absolventen der Prüfung. Und sie will weitermachen. „Denn der Beruf ist so ungemein attraktiv“, erzählt sie. Sie liebt die kreativen Möglichkeiten „und das Spiel mit den Gewürzen“. Das Privatleben leide nicht darunter. Dem schließt sich Simon Meyer aus Möttingen an. Auch er vermisst nichts, hat Zeit, um Freunde zu treffen oder im Musikverein ein Instrument zu spielen. Beide wurden als Prüfungsbeste ausgezeichnet, ebenso wie Michael Junghardt.

Meilenstein in der Laufbahn

„Dieser Abschluss ist jedoch nur ein Meilenstein in ihrer Laufbahn“, erklärte Sepp Meyer im Beisein von Vize-Landrat Reinhold Bittner und Landtagsabgeordneter Wolfgang Fackler. Nicht nur Köche, sondern auch Fachangestellte und Fachkräfte im Gastgewerbe in Nordschwaben wurden freigesprochen. „Wir hoffen, dass alle dies als einen Zwischenschritt sehen, denn in der Branche gibt es unzählige Aufstiegsmöglichkeiten“, schloss sich Josef Stark, der Kreisvorsitzende des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes in Dillingen an.

Uli Großmann, der Vorsitzende des Clubs der Köche in Nordschwaben, erinnerte daran, wie sich der Köche-Beruf ständig verändere. Vieles sei bei ihm nicht mehr so wie in seiner Ausbildung. Er erzählte davon, wie er erst kürzlich Mehlwürmer probiert habe, „als eine neue Food-Richtung“. Das sei nichts für ihn, aber es könnte durchaus sein, dass die Würmer in einigen Jahren zu unserem Essensplan gehörten. Jungköchin Lisa Bleymayr will das nicht ausschließen, „aber so richtig vorstellen kann ich mir das nicht“. Höhepunkt der von einem Quintett der Reimlinger Musikanten umrahmten Veranstaltung war die Überreichung der Prüfungszeugnisse. Zwölf Köche, acht Hotelangestellte und zwei Fachpraktiker Küche erhielten ihre Zertifikate.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren