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19.02.2014

Kommt der Kies bald aus Münster?

Ein solcher See – wie hier im Kreis Dillingen – könnte künftig auch bei Gut Hemerten nahe Münster entstehen. Bürgermeister Gerhard Pfitzmaier würde das begrüßen. Er sieht auch Vorteile für die Natur rund um seine Gemeinde.

Ein neues Gutachten zum Hochwasser- und Trinkwasserschutz erreicht die Gemeinde. Wie es nun weitergeht? Es gibt sowohl einen langen als auch einen kurzen Weg

Münster Gerhard Pfitzmaier macht sich stark für den Kiesabbau in seiner Gemeinde. Er unterstützt damit das Vorhaben der Firma Thannhauser & Ulbricht aus Fremdingen. Seit dem Antrag des Unternehmens und dem jetzt eingegangenen Gutachten zum Hochwasser- und Naturschutz sind mittlerweile gut drei Jahre vergangen. Jenes Gutachten, so Bürgermeister Pfitzmaier gegenüber der DZ, schließe den Kiesabbau nicht aus. Es liegt nun an der Regierung von Schwaben, wann zwischen Gut Hemerten und Altenbach Kies abgebaut werden darf.

Klein soll es nicht werden, das Areal, auf dem die Kiesbagger schaufeln dürfen: Es geht um insgesamt 40 Hektar Fläche. Imposant, zumal die Münchner Theresienwiese 42 Hektar umfasst. Der reine Abbau würde allerdings, so Pfitzmaier, auf 30 Hektar stattfinden. Des Weiteren kämen noch Wege und Gebäude beziehungsweise Lagerflächen hinzu.

Das hydrogeologische Gutachten, das jetzt bei der Gemeinde Münster einging, benennt zwar die kritischen Punkte des Hochwasserschutzes am Lech und an der Friedberger Ach sowie den Trinkwasserschutz – dass aber dennoch Kies abgebaut werden könne, sei bei entsprechenden „Sicherungsmaßnahmen“ möglich, so Rathauschef Pfitzmaier.

Kommt der Kies bald aus Münster?

Der Trinkwasserschutz sei „im Wesentlichen gewährleistet“. Bezüglich des Hochwasserschutzes an der Friedberger Ach stehe man gerade in Kontakt mit dem Wasserwirtschaftsamt Donauwörth. Nach Meinung des Münsterer Bürgermeisters seien dessen Berechnungen unzutreffend, die jüngsten Maßnahmen im Bereich Thierhaupten wären hierbei noch nicht berücksichtigt.

Überschwemmungsgefahr weitgehend gebannt

Aber auch ohne diese könne ein Einfließen von Hochwasser in die geplanten Kiesweiher mittels Flutmulden und Gräben verhindert werden. Im Bereich des Lechs sei die Überschwemmungsgefahr durch Schutzmaßnahmen am Forggensee im Allgäu weitgehend gebannt. „Die Fachkräfte sehen das als machbar an“, resümiert Pfitzmaier über die bisherigen Erkenntnisse in Sachen Kiesabbau. In Sachen Naturschutz wäre der Abbau sogar eine „Rückkehr zum Urzustand“. Vor der Begradigung des Lechs habe es an den Ufergebieten in regelmäßigen Abständen Tümpel und Teiche gegeben.

Andere Abbaugebiete im Kreis zeigten zudem, dass durch Rekultivierungen, die wieder entstandenen Seen und Büsche, die Natur letzten Endes sogar gewinne. So besage denn auch das naturschutzrechtliche Gutachten, dass die Lechheiden nicht gefährdet seien, wie Pfitzmaier weiter erläutert. Der Abbau würde auf einer „reinen Ackerfläche“ vonstatten gehen. Den Fortgang des Verfahrens sieht Pfitzmaier als positiv an. Nun liege es an der Regierung von Schwaben in Augsburg, wie es konkret weitergeht. Entscheidet diese sich für ein separates Raumordnungsverfahren, so müsse das Abbaugebiet gesondert in die Karten des Regionalen Planungsverbandes eingezeichnet werden.

Die Regierung könnte sich allerdings auch für ein verkürztes Verfahren aussprechen. Das bedeutet: Die Gemeinde Münster dürfte das künftige Areal gleich in einen geänderten Flächennutzungsplan aufnehmen und danach einen Bebauungsplan aufstellen. Der Vorteil: „Das würde Zeit und Geld sparen“, wie Pfitzmaier betont.

Den Investor würde der kürzere Weg nach der Wartezeit wohl freuen. Entscheide man sich in Augsburg für das verkürzte Verfahren, so könne die Änderung des Flächennutzungsplanes möglicherweise noch in diesem Jahr erfolgen, prognostiziert Pfitzmaier.

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