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Kommunalwahl 2020
12.03.2020

Warum immer mehr Bürger per Brief wählen

Immer mehr Bürger nutzen die Möglichkeit der Briefwahl.
Foto: Sebastian Gollnow, dpa

Weniger als die Hälfte der Wahlberechtigten im Landkreis nutzt die traditionelle Urnenwahl. Das hat einen Grund.

Wer am Sonntag zum Wählen geht, muss keine Warteschlangen vor den Wahlkabinen befürchten. Allerdings nicht wegen des Coronavirus, sondern weil immer mehr Wähler der Region die Möglichkeit der Briefwahl nutzen. Zu Hause geben sie ihre Stimme ab und verschicken die Wahlzettel anschließend per Post oder reichen sie bei der zuständigen Stelle ein.

In Donauwörth haben bis Mitte Februar 6890 von 15236 wahlberechtigten Bürger (45,22 Prozent) die Briefwahl für die bevorstehenden Kommunalwahlen beantragt. Bei den Kommunalwahlen 2014 wählten 5527 (37,71 Prozent) per Brief.

Anzahl der Briefwähler in Monheim massiv gestiegen

In Wemding waren es Stand Mitte dieser Woche etwas mehr als die Hälfte der Wähler, nämlich 2456 von 4682, die vorab ihre Kreuzchen machen wollen. Um die 4200 von ungefähr 7600 Wahlberechtigten sind es in der Verwaltungsgemeinschaft Monheim. In Harburg sind es sogar annähernd 2726 von 4560 (60 Prozent) laut den Zahlen dieser Woche. In Rain teilten die jeweiligen Verwaltungen mit, dass es rund 3200 und in Kaisheim 1400 wahlberechtigte Bürger seien, die die Briefwahl nutzen.

„Die Anzahl der Briefwähler ist im Vergleich zu den vergangenen Jahren massiv gestiegen“, äußert unter anderem Alfred Mayer von der Verwaltungsgemeinschaft Monheim. Die Gründe, weshalb sich viele Bürger für den Weg der Briefwahl entscheiden, sind unterschiedlich.

Briefwahl bringt Komfort

Sabine Leichtenstern von der Rathausverwaltung in Rain sieht als mögliche Ursachen „den großen Umfang der Stimmzettel des Kreistages und vor allem den Komfort, den eine Briefwahl mit sich bringt“. Für Anita Meyer von der Stadtverwaltung Wemding ist die Gesetzesänderung von 2009 ein weiterer Grund. Wahlberechtigte benötigen nun keinen Anlass mehr, um die Briefwahl anzufordern. Annegret Feist, Referentin des Oberbürgermeisters in Donauwörth, bemerkt zudem, dass der Wahlmodus der Kommunalwahl äußerst komplex sei.

Bis zur Auswertung der Stimmzettel ist es ein langer Weg. Sind die Briefe bei den jeweiligen Wahlstationen eingetroffen, werden sie unter Verschluss im Rathaus gesammelt. Am Sonntag verteilen Wahlhelfer diese auf die verschiedenen Briefwahlbezirke. Annegret Feist merkt dazu an: „Auch der logistische Aufwand steigt durch die vermehrte Briefwahl erheblich. Unter anderem für die Bearbeitung und Versendung der Wahlbriefunterlagen, da diese Arbeiten ja neben den eigentlichen Aufgaben zusätzlich zu erledigen sind.“ In Wemding werden die Briefe auf sechs Wahlbezirke verteilt, in Harburg auf sieben und in der Verwaltungsgemeinschaft Monheim sogar auf neun. Angesichts der hohen Anzahl der Briefwähler ziehen es die Kommunen der Region in Betracht, Wahlbezirke in Zukunft zusammenzulegen.

Wenige Urnenwahlen werden zum Problem

„Je mehr Bürger per Brief wählen, desto weniger Urnenwahlen finden statt. Das ist ein Problem, da trotzdem Personal gestellt werden muss“, teilt das Rathaus Kaisheim mit. „Liegen bei der kommenden Wahl in einem Bezirk weniger als 50 Stimmzettel vor, muss ein Lokal dennoch bis 18 Uhr geöffnet sein. Dann werden die Wahlzettel auf einen anderen Bereich verteilt“, erläutert Anita Meyer. Alfred Mayer befürwortet generell die Idee, künftig Wahllokale zusammenzuführen; wohl hingegen nicht in Monheim. In den vergangenen Jahren seien dort bereits drei Bezirke weggefallen. Die Städte Wemding und Donauwörth erwägen aufgrund der vielen Briefwähler, in Zukunft die Anzahl an Wahllokalen zu reduzieren und die Zahl der Briefwahlbezirke zu erhöhen. Dazu Pressesprecherin Feist:„Wir werden allerdings die nächste Bundestagswahl abwarten, um einen echten Trend festzustellen. Eine Kommunalwahl ist bezüglich des Briefwahlanteils nicht repräsentativ.“

Die 195 Wahllokale im Kreis Donau-Ries sind am Sonntag, 15. März, von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Briefwahlunterlagen können bis spätestens heute, Freitag, 18 Uhr, bei den Kommunen beantragt werden, in Krankheitsfällen bis 15 Uhr am Wahltag. Damit die Briefe dann noch rechtzeitig ankommen, sollen sie direkt bei den Kommunen abgegeben werden.

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