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Donau-Ries

17.12.2020

Kostenlose Masken: Ansturm auf die Apotheken im Donau-Ries

Holger Petersenn gibt FFP2-Masken aus – am laufenden Band. Bisher hat der Bäumenheimer Apotheker schon 2000 verteilt.
Bild: Helmut Bissinger

Wer zur Risikogruppe gehört, erhält drei FFP2-Masken. Was Apotheker aus dem Landkreis aber dabei kritisch sehen.

Holger Petersenn wirkt ziemlich abgehetzt am Telefon. Doch während andere Apotheker im Landkreis Donau-Ries gar keine Zeit hatten, am Telefon die aktuelle Lage in Sachen Masken-Ausgabe zu beschreiben, berichtet er offen. „Ich habe nicht gedacht, dass selbst in einer kleinen Dorfapotheke wie bei mir in Bäumenheim, so viele Kunden nach der Maske fragen“, sagt der Inhaber der Stern-Apotheke direkt am Marktplatz.

Normalerweise würden pro Tag etwa 120 Kunden in seiner Apotheke aufschlagen, sagt Petersenn. Dieser Tage seien täglich über 400. „Wir können es schon bewältigen, aber der Ansturm ist schon enorm.

Apotheker Holger Petersenn Bäumenheim gibt Gratis-Masken aus
Bild: Helmut Bissinger

Doch der Apotheker hadert auch mit dem System der Ausgabe. Dass er jeden über 65 Jahre drei kostenlose FFP2-Masken ausgeben soll, habe er nämlich aus den Medien erfahren. Bis er sein Kontingent bestellt hatte, haben sich die Preise für die Masken erhöht, bei manchen Anbietern gar verdreifacht. War die Schutzmaske aus einem vliesähnlichen Material vorher für einen Euro zu haben, müsste er jetzt teilweise bis zu drei Euro ausgeben. „Da wird richtig Geld gemacht“, sagt Petersenn, der nur Masken bestellt, die mit einem Zertifikat kommen. 4000 Stück hat er bestellt, die Hälfte ist schon weg.

Wolfgang Dittrich ist im Landkreis Donau-Ries zuständiger Pressesprecher des Bayerischen Apothekerverbands. Auch bei ihm in der Stadtapotheke in Wemding ist der Anstrum groß. „In allen Apotheken im Landkreis ist der Arbeitsaufwand enorm“, berichte er. Da die Apotheken einzeln ihr Kontingent bestellen müssen und die Kosten dafür erst einmal vorstrecken, findet er alles andere als ideal. „Ich hätte es besser gefunden, es hätte für die berechtigten Personen im Landkreis eine Sammelbestellung gegeben. Von einer zentralen Anlieferungsstelle hätten sich die Apotheken dann ihren Anteil abgeholt“, so Dittrich. Jetzt ist jeder selber darauf angewiesen, fachgerecht hergestellte Masken zu erhalten und die Ausgabe zu steuern.

Kontrolle? Nicht möglich

Während Senioren bei dieser Redaktion melden, sie seien in Donauwörth in einer Apotheke leer ausgegangen, weil sie nicht zum Kundenstamm gehören, machen Dittrich und Petersenn diese Unterscheidung nicht.

Apotheker Wolfgang Dittrich aus Wemding ist der Sprecher des Bayerischen Apothekerverbandes für den Landkreis Donau-Ries.
Bild: Anton Färber

„Wer sein Alter nachweist, bekommt seine drei Masken“, sagt Petersenn. Er liste die Namen derjenigen auf, die bei ihm ausgestattet worden sind. Ob diese Personen dann zu nächsten Apotheke gehen und weitere Masken abholen – das könne niemand kontrollieren. Petersenn: „Wir setzen auf die Ehrlichkeit der Menschen, wie wir auf die Solidarität der Menschen in dieser Pandemie setzen.“

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