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Donauwörth

18.01.2021

Kreativ durch den Lockdown: Instagram-Projekt in Donauwörth

Sylvia Huber hat während des Lockdowns das Projekt „Entdeckt in Donauwörth“ gestartet. Dabei veröffentlicht sie im Internet Bilder und Texte zu historischen Ereignissen und Gebäuden in Donauwörth.
Foto: Huber

Plus Eine Donauwörtherin nutzt die Zeit für ein Internet-Projekt. Sie tourt durch die Geschichte ihrer Heimatstadt und teilt es auf einer populären Online-Plattform.

Wissen Sie, wessen Wohnstube sich im Turm der Stadtpfarrkirche befand? Welche Häuser zu den ältesten Donauwörths gehörten? Oder woher die Hadergasse ihren Namen hat? Historisches Hintergrundwissen zu Ereignissen, Gebäuden und Menschen der Stadt Donauwörth verrät derzeit Sylvia Huber auf ihrem Instagram-Profil „Entdeckt in Donauwörth“.

Knapp 550 Menschen haben ihre täglichen Beiträge zu Donauwörther Stadtgeschichte(n) abonniert. Die Bilder und Texte veröffentlicht sie „aus Spaß an der Freude“. „Ich dachte, vielleicht bringt das die Menschen auf andere Gedanken“, sagt Huber. Gleichzeitig möchte die Donauwörtherin auf die Schätze der Stadt aufmerksam machen.

„Entdeckt in Donauwörth“ lautet das Motto

Ende November beginnt der „Lockdown light“. Das öffentliche Leben ist eingeschränkt, die Freizeitmöglichkeiten ebenfalls. Sylvia Huber nutzt die Zeit für ein besonderes Projekt. Anfangs ist da nur ein Motto: „Entdeckt in Donauwörth“. Was daraus werden wird, weiß sie zu dem Zeitpunkt noch nicht so genau. Nur, dass es Spaß machen soll. „Am ersten Tag hatte ich sofort zehn Interessierte, die meinem Kanal gefolgt sind“, sagt Huber überrascht.

Getreu dem Profilnamen beginnt sie, Beiträge zu verfassen über das, was sie in Donauwörth entdeckt. Als ehemalige Stadtführerin und gelernte Touristikerin fallen ihr historische und kulturelle Dinge ganz besonders ins Auge.

Die Historie ihrer Heimatstadt ist eine Leidenschaft. Daher schreibt sie „Stadtgeschichte(n)“, wie sie es nennt, die über trockene Fakten hinausgehen. „Viele Leute interessieren sich nicht nur für Jahreszahlen, sondern eher für das Leben der Menschen“, ist ihre Erfahrung. Deshalb zeige sie mit ihren Fotos und Texten nicht nur die Häuser selbst, sondern mache quasi die Tür einen Spalt weit auf. „Damit die Leute ein bisschen reinspitzeln können.“

Sylvia Huber war einst Stadtführerin in Donauwörth

Zum Turm der Stadtpfarrkirche zum Beispiel, in dem sich nach 218 Stufen die Wohnstube des Türmers befand. 56 Jahre lang sei das Xaver Hanrieder gewesen, der dort in der Stube gemeinsam mit seiner Frau sieben Kinder großzog.

In Sylvia Hubers Wohnzimmer steht ein großes Regal mit „Büchern, Festschriften, Broschüren und Ähnlichem“. In ihrer Zeit als Stadtführerin habe sie sich ein breites Wissen erarbeitet. „Aber natürlich weiß ich nicht alles aus dem Stegreif, was ich da schreibe“, versichert die 50-Jährige. Vieles recherchiere sie auch.

Da das Stadtarchiv aktuell geschlossen ist, bleibt neben dem Regal noch das Internet. Daher weiß sie auch, dass das Wagenknechthaus und das Gebäude des ehemaligen Café Engel nicht nur zu den ältesten Gebäuden in Donauwörth gehörten, sondern eines davon sogar zu den ältesten in ganz Bayern. „Mit dem Neubau der Gebäude ging auch die Erinnerung verloren“, sagt Huber traurig. „Hier stand einmal … Das will doch hinterher niemand mehr wissen.“

Sie möchte auf die Schätze Donauwörths aufmerksam machen

Mit den Stadtgeschichte(n) möchte Huber deshalb auch auf die Schätze aufmerksam machen, die Donauwörth aktuell zu bieten hat. Denn nur was man kenne, schätze man auch. Sie hofft, dass damit auch mehr Bewusstsein entsteht, historische Bausubstanz zu erhalten. Woher die Hadergasse ihren Namen hat, hat Sylvia Huber trotz Recherche nicht herausfinden können. Stattdessen stellt sie jetzt zwei Theorien zur Namensherkunft auf ihrer Seite vor. Die sind zwar eher geraten, aber dennoch mit geschichtlichen Hintergründen untermauert. Die Leser konnten darüber abstimmen, welche ihnen besser gefällt.

Es sind überwiegend junge Menschen, die ihre Texte zur Stadtgeschichte lesen, schätzt Huber. „Ich bekomme sehr viel Rückmeldungen, das finde ich total schön“, sagt sie. „Vielen Dank für Deine/Ihre informativen, originellen und fantasievollen Beiträge!“, schreibt zum Beispiel ein Leser – die User wissen ja nicht, wer hinter „Entdeckt in Donauwörth“ steckt. Huber macht das anonym.

Das Projekt geht in die Verlängerung

Eigentlich wollte Sylvia Huber ihr Lockdown-Projekt schon am 10. Januar beenden. Als der Stillstand in die Verlängerung ging, hat sie ihre Follower in einer Umfrage abstimmen lassen: 98 Prozent haben sich auch eine Verlängerung der Stadtgeschichte(n) gewünscht. Also macht sie weiter, aber Huber betont, dass es ein zeitlich begrenztes Projekt ist.

Mittlerweile würden Leser auch schon gezielt nach dem Hintergrund von Gebäuden fragen. „Das Material geht jedenfalls nicht aus“, ist sich Sylvia Huber sicher. „Donauwörth hat viel zu bieten!“

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19.01.2021

Ein ganz tolles selbstloses Projekt von Frau Huber. Ich verfolge dies ziemlich von Anfang an und hab immer Spaß diese Berichte zu lesen. Die ausgesuchten Themen werde mit sehr viel Herzblut und Hintergrundwissen geschrieben und der Humor, mit einem Schuss Ironie kommen auch nicht zu kurz.
Ich möchte hier vielen herzlichen Dank sagen für die geleisteten Freizeitbeschäftigung und das sie mir jeden Tag ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

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