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Holzheim-Riedheim

12.04.2015

Kreist der Rotmilan auch über Riedheim?

Monatge: Reimut Kayser

Nahe des Dorfes sind drei Windräder genehmigt. Jetzt wollen Bürger aber Exemplare einer geschützten Vogelart entdeckt haben

von Manuel Wenzel

Macht der Rotmilan dem Windpark Riedheim doch noch einen Strich durch die Rechnung? Wie Holzheims Bürgermeister Robert Ruttman mitteilt, sei aus den Reihen der Bevölkerung „mehrmals und glaubhaft“ gemeldet worden, dass in dem Bereich, in dem die drei Rotoren gebaut werden sollen, Rotmilane vorkommen.

Der streng geschützte Greifvogel war bereits der Grund, dass im nur wenige Kilometer entfernten Rainer Stadtteil Wallerdorf keine Windräder gebaut werden dürfen. Diese stellen für Rotmilane ein großes Risiko dar. Laut Bundesnaturschutzgesetz dürfen daher in Regionen, in denen das Tier zuhause ist, keine solchen Anlagen errichtet werden. In Wallerdorf hatten mehrere Bürger über fast zwei Jahre hinweg Material – Fotos, Videos, Aufzeichnungen von Flugbewegungen – gesammelt. Diese Daten wurden dann an das Landratsamt übergeben, das über einen Bauantrag der Firma Vensol aus Babenhausen für drei Windräder zu entscheiden hatte. Die Kreisbehörde erteilte den geplanten Anlagen bei Wallerdorf schließlich eine Absage, was zu einen großen Teil auf die Datensammlung der Bürger zurückzuführen war.

Pikant: Auch in Riedheim ist die Firma Vensol der Betreiber. „Wir setzen darauf, dass die Vogelwelt noch einmal genau untersucht wird“, sagt Ruttmann. Die Riedheimer werden nun jedenfalls verstärkt Beobachtungen anstellen, so der Bürgermeister. Er ist wie sein Gemeinderat generell mit der Genehmigung der Anlagen nicht einverstanden. Deshalb hatte Holzheim im Dezember vergangenen Jahres beim Verwaltungsgericht Augsburg Klage gegen den Bescheid des Landratsamts eingereicht. Mittlerweile ist dort eine zweite Klage eingegangen, wie Ruttmann berichtet. Das Landratsamt habe im März die sogenannten sofortige Vollziehung angeordnet. „Damit hätte der Betreiber im Prinzip loslegen und mit der Umsetzung des Vorhabens beginnen können.“ Das ging dem Gemeinderat aber zu schnell, weshalb er auch dagegen klagte.

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