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Donauwörth

15.12.2020

Kreistag Donau-Ries: Jahresabschluss per Videoschalte

So sieht es aus, wenn sich ein Teil der Kreisräte aus dem Landkreis im digitalen Raum treffen – einige mit Livebild, andere nur mit Ton.
Bild: Barbara Wild (Screenshot)

Plus Wegen der verschärften Corona-Maßnahmen stellt auch der Kreistag wieder auf Videokonferenz um. Landrat Rößle mahnt zu Geduld und kündigt langsameres Tempo an.

Das Thema, dass das Leben im Jahr 2020 prägte wie kein anderes, prägte auch die letzte Sitzung des Kreistages Donau-Ries am Tag vor dem Shutdwon: Die Corona-Pandemie und daraus resultierenden Hygieneauflagen.

Landrat Rößle saß mit 30 Kreisräten in Donauwörth - die restlichen Räte waren digital zugeschalten

Während Landrat Stefan Rößle mit der Hälfte der 60 Kreisräte in der Stauferhalle in Donauwörth auf Distanz und mit Maske eine tatsächliche Sitzung abhielt, schaltete sich die andere Hälfte und die Vertreter der Presse per Videokonferenz dazu. Wer es wollte, konnte sein Livebild übertragen, andere schalteten nur den Ton ein. Es brummte immer mal wieder ordentlich im digitalen Kanal und nicht alles war wirklich einwandfrei zu verstehen. Doch die schriftliche Vorbereitung und die eher harmlose Tagesordnung sorgte dafür, dass alles in gut eineinhalb Stunden abgehandelt war – eine ungewöhnlich kurze Zeit für eine Jahresabschlusssitzung des Kreistages.

Es ging darum, für die wichtigen Projekte Pflege und Digitales das Placet des Kreistages zu erreichen, was jeweils einstimmig erfolgt ist. Doch für Landrat Stefan Rößle ist es auch immer ein Anlass auf das Jahr zurückzublicken und zugleich schon auf die kommenden Monate zu schauen. „Wir müssen uns darauf einstellen, dass wir das Jahr 2021 brauchen werden, bis die massivsten Folgen der Corona-Pandemie im Griff sind“, sagt Rößle. Es sei noch völlig unklar, wann der Impfstoff im Landkreis ankomme. „Ich will damit eigentlich nur vor zu großer Euphorie warnen, dass mit einem Impfstoff die Pandemie schnell beendet sein wird“, fügt Rößle an.

35 Personen im Landratsamt in Donauwörth bearbeiten täglich Aufgaben wegen Corona-Pandemie

Er habe intern in der Verwaltung das Ziel ausgegeben, dass an Weihnachten 2021 eine halbwegs reguläre Feier unter Kollegen möglich ist. Für die Mitarbeiter des Landratsamtes sei die Pandemie eine enorme Belastung. In Hochphase seien bis zu 200 Personen zu diesem Thema aktiv gewesen. 15 IT-Fachkräfte habe der Landkreis eingestellt, 20 weitere seien von anderen Behörden abgeordnet worden. Derzeit arbeiten rund 35 Mitarbeiter aus verschiedenen Fachbereichen zusammen, um die Aufgaben, die aus der Pandemie folgen und der Kreisverwaltungsbehörde übertragen wurden, zu bewältigen.

Positiv in diesem Zusammenhang sei, dass die vorsorglich bereitgestellten Millionen aus dem Etat des Landkreises nicht angetastet werden musste, da der Freistaat alle zusätzlichen Ausgaben übernommen habe. Überhaupt sei die Krise, die die Kommunen bereits im laufenden Jahr gespürt haben, im Landkreis noch nicht angekommen. Der Haushalt 2020 mit einem Volumen von 154 Millionen Euro schließe mit einem Überschuss von zwei Millionen – eine davon war eben die zusätzliche bereitgestellte Million für die Corona-Krise. Schwerpunkte waren Hochbauprojekte an den Schulen und Investitionen in Kreisstraßen.

Kreistag Donau-Ries: Investitionen für 2022 bis 2024 sind zu ambitioniert

Auch 2021 wird der Landkreis die finanziellen der Pandemie noch nicht direkt spüren. Die in 2020 begonnenen Projekte werden im kommenden Jahr weitergeführt werden können. Doch dann müsste sich auch der Kreis darauf einstellen, den Rotstift anzusetzen. „Wir mussten feststellen, dass das Investitionsprogramm Hochbau für die Jahre 2022 bis 2024 zu ambitioniert ist“, sagt Rößle. Nicht nur, weil die Einnahmequellen nicht mehr so sprudeln werden. Es läge auch daran, dass die Verwaltung im Landratsamt die Fülle an Aufgaben in der angepeilten Zeitschiene nicht erfüllen könne. Zumal die digitalen Anforderungen innerhalb der Verwaltung und auch an den Schulen bewältigt werden müssten. „Wir haben ehrgeizige Pläne, aber wir dürfen nicht ungeduldig werden“, sagte Stefan Rößle.

Inhaltlich wolle er sich 2021 mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzen. Ähnlich wie bei dem Feld der Digitalisierung wünsche er sich eine Verständigung zu dem Thema auf breiter Basis mit Bürgerbeteiligung und konkreten Projekten am Ende des Prozesses. Weitere Schwerpunkte bilden die Bereiche Mobilität und Integration. Zu all diesen Bereichen hatte der Kreistag nach der Kommunalwahl im März 2020 Unterausschüsse gebildet.

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