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Kurzarbeit im Donau-Ries: Solidarsystem greift gut

Kommentar Von Thomas Hilgendorf
05.01.2021

Der Arbeitsmarkt ist von Corona betroffen - dennoch gibt es im Landkreis Donau-Ries keinen Grund zur Panik.

Betrachtet man die Arbeitsmarktstatistiken von heuer und legt jene vom vergangenen Jahr daneben, so muss man wirklich zweimal hinsehen. Mehr noch bei der Betrachtung der Branchenanalyse. Die Corona-Pandemie hat zwar den vor wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit nur so strotzenden Landkreis Donau-Ries Gott sei Dank nicht ins Wanken gebracht, aber er ist zweifelsohne ge- und betroffen. Kurzarbeit war vor einem Jahr ein klitzekleines Nischenphänomen, es herrschte faktisch Vollbeschäftigung in der Region. Mehr Ein- als Auspendler, Fachkräftemangel – im Kreis Donau-Ries herrschten eher Luxusprobleme des Arbeitsmarktes vor. Nun, der Fachkräftemangel ist in manchen Bereichen immer noch zu verzeichnen, die Pflegebranche sei hier aus aktuellem Anlass zuvorderst genannt. Aber es herrscht – wenn auch keine Panik – doch eine merkliche Ernüchterung nach dem Rausch der vergangenen fünf bis zehn Jahre. Wohl kaum jemand hätte im Januar 2020 daran gedacht, dass in der Boomregion Donau-Ries ein Jahr später ganze Branchen daniederliegen.

Und trotzdem: Es besteht kein Grund zur Hysterie, die als Steigerungsform der Angst beileibe kein guter Begleiter ist. Die Wirtschaft im Kreis weist zum einen Betriebe vor, deren Existenz im schier höchsten staatlichen Interesse liegen (Airbus), die unmittelbar relevant sind für die Versorgung (Beispiel Lebensmittelbranche/Landwirtschaft: Zott und weitere) oder die von den Auswirkungen der Krise im positiven Sinne gar betroffen waren (Fendt Caravan). Daneben arbeiten die vielen Handwerksbetriebe recht volle Auftragsbücher ab. Dazu hat sich das solidarische Hilfssystem in unserem Land auch mithilfe der Kurzarbeit bewährt. Aber man sollte nicht verkennen: Die Nationen und Handelswege sind vernetzt, der Landkreis mit seinem robusten Arbeitsmarkt keine Insel der Glückseligen. Es gibt Branchen und darin Beschäftigte, die aktuell ökonomisch leiden. Das Land, die Gesellschaft, muss sich trotz vermeintlich hoher Kosten weiter solidarisch zeigen. Das System der Sozialen Marktwirtschaft, fußend auf der christlichen Soziallehre, war und ist ein Segen für dieses Land – gerade in einer Krise.

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