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Donauwörth

12.10.2018

Airbus wendet sich vor Landtagswahl mit Schreiben an Mitarbeiter

Die Mitarbeiter von Airbus Helicopters haben anlässlich der Landtagswahl einen Brief von der Geschäftsführung erhalten. 
Bild: Wolfgang Widemann (Archiv)

Plus Drei Tage vor der Wahl verbreitet das Management in Donauwörth einen Brief. Geschäftsführer Wolfgang Schoder erklärt, was die Gründe dafür sind.

Eine ungewöhnliche „Hauspost“ haben am späten Donnerstagnachmittag die rund 6500 Mitarbeiter von Airbus Helicopters in Donauwörth bekommen. Die Geschäftsführung des Hubschrauber- und Flugzeugteile-Herstellers verbreitete per E-Mail, über das interne Netz und per Aushang einen Brief unter dem Titel „Zur bayerischen Landtagswahl 2018“ – eine Aktion, die es laut Geschäftsführer Wolfgang Schoder in dieser Form noch nicht gegeben hat.

Politische Entwicklungen in den vergangenen Wochen und Monaten hätten ihn dazu veranlasst, erklärt der Manager gegenüber unserer Redaktion. „Es ist definitiv keine Wahlempfehlung“, betont Schoder. Man weise in dem Schreiben zur Wahl aber darauf hin, „wie wichtig das Ergebnis sein kann“. Es sei „sehr wichtig, dass wir Stabilität und ein weltoffenes Bayern haben“. Der Freistaat biete dem Unternehmen in Donauwörth hervorragende Rahmenbedingungen, um erfolgreich am Markt bestehen und sich weiterhin aussichtsreich entwickeln zu können.

Schreiben vor Wahl: "Airbus steht für Weltoffenheit"

An die Beschäftigten schreibt Schoder: „Airbus steht für Weltoffenheit und den Willen, die Zukunftsfragen unserer Gesellschaft aktiv zu gestalten.“ Und weiter: „Populistische Parteien vertreten größtenteils Positionen, die diesen Werten entgegenstehen.“ Auf diese Weise könne man weder gute Wirtschaftspolitik noch Staat machen – „schon gar nicht in einem vernetzten, exportabhängigen Land wie Deutschland“. Eine solche Ausrichtung gefährde daher den Erfolg und die Zukunftsfähigkeit der Firma und letztlich Arbeitsplätze in der Region.

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Schoder bezeichnet Airbus als „europäische Erfolgsgeschichte“. Auch für den Standort Donauwörth brauche man ein Miteinander. In der Fabrik seien Angehörige aus fast 40 Nationen tätig. Die Hubschrauber, die in Nordschwaben gefertigt werden, flögen in mehr als 150 Ländern: „Wer vorschlägt, Grenzen dicht zu machen, Zölle zu erheben und den Austausch zwischen den Nationen einzuschränken, der macht nicht nur unser Geschäftsmodell kaputt.“

Der Geschäftsführer bittet die Mitarbeiter, am Sonntag zur Landtagswahl zu gehen. Dazu merkt Schoder an: „Was Sie aktiv beeinflussen, wird zum Programm. Was Sie lediglich hinnehmen, ebenso.“ Wer vom Wahlrecht Gebrauch mache, entscheide sich für eine lebendige Demokratie und nehme letztlich auch Anteil für den möglichen künftigen Erfolg des Unternehmens. Die Initiative im Donauwörther Werk werde im Airbus-Konzern bis in die Spitze „absolut begrüßt“, so Schoder.

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12.10.2018

Schade das sie das so verstehen. Wo ist denn da eine Mauipulation? Solche Sprüche kennt man ja.

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12.10.2018

Ist solche eine Art der Manipulation überhaupt erlaubt?
Da wird klar, warum immer mehr von "betreutem Denken" gesprochen wird.
Wollen wir hoffen, dass die 6.500 Mitarbeiter etwas weiter denken als Hr. Schoder

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12.10.2018

Traurigerweise haben wohl einige Menschen betreutes Denken durchaus nötig. Dem gefestigten und wutwählenden AFDler kommt man mit diesen Argumenten ohnehin nicht bei.

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