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04.08.2019

Landwirt: Kein Modeberuf, dafür sehr vielseitig

Bildungsberater Heinz Merklein (rechts) und der Vorsitzende des Prüfungsausschusses Dominik Schlecht (links) gratulierten den drei Prüfungsbesten zu ihren Noten: Benedikt Stallauer, Katharina Röger und Elisabeth Schmid (von links).
Bild: Ammich

46 junge Menschen haben sich für die Ausbildung zum Landwirt entschieden, darunter auch sieben Frauen. Nun bekommen insgesamt 43 Prüflinge ihre Zeugnisse.

Auf der Abschlussfeier für den Beruf „Landwirt/in“ haben 43 junge Bauern aus den beiden Landkreisen Donau-Ries und Dillingen nach erfolgreichen Prüfungen ihren Gehilfenbrief in der Krone in Bissingen im Empfang nehmen dürfen. „Landwirt ist kein Modeberuf“, stellte der Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Nördlingen, Manfred Faber, in seiner Begrüßung fest. Angesichts der Dauerkritik aus Medien und Gesellschaft müsse der Auszubildende in der Landwirtschaft Leidenschaft und Begeisterung mitbringen.

Aber trotz allem ist es ein vielseitiger und abwechslungsreicher Beruf. Landwirtschaft werde es immer geben, da eine steigende Weltbevölkerung immer Nahrungsmittel brauche. Faber räumte aber ein, dass die Forderungen der Gesellschaft zunehmend Einfluss auf die Landwirtschaft haben. Er gab zu bedenken, dass die Ausgaben für hohe Tierwohl- und Umweltstandards auf den bäuerlichen Betrieben aber auch erwirtschaftet werden müssen. Lebensmittel können deswegen auf Dauer nicht so preisgünstig bleiben wie derzeit.

Notwendiger Dialog

Der stellvertretende Landrat Reinhold Bittner betonte, dass es wegen des notwendigen Dialoges mit der Gesellschaft wichtig sei, dass die Bauern ihre Höfe für die Bevölkerung öffnen, um ihre Leistungen zeigen zu können. Die Landwirte sollten die konstruktive Zusammenarbeit mit der Politik suchen, dann werden sie auch künftig gut aufgestellt sein. Michael Stiller, Geschäftsführer des BBV Donau-Ries, gratulierte den Absolventen zum Abschluss, durch den sie in den Kreis der qualifizierten Fachleute aufgestiegen sind.

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Der stellvertretende Schulleiter der Berufsschule in Höchstädt, Franz Leopold, forderte die jungen Leute auf, optimistisch in die Zukunft zu blicken. Für den Schulstandort Höchstädt gab er eine positive Prognose, da derzeit sowohl in neue Räumlichkeiten als auch in das Lehrerpersonal investiert werde.

Volksbegehren und Begleitgesetz

Der Landtagsabgeordnete Johann Häusler ging auf das kürzlich im Landtag verabschiedete Volksbegehren und das Begleitgesetz ein. Er versicherte, dass die Politik die Verantwortung für die Landwirtschaft wahrnehmen werde.

In ihrem Rückblick auf die Lehrzeit sprachen Katharina Röger, Thomas Hurler und Christian Schaude von interessanten Erfahrungen im Unterricht und in den Ausbildungsbetrieben. Dabei sei ihnen bewusst geworden, dass in den Betrieben nicht nur die Leidenschaft für die Landwirtschaft, sondern auch die Betriebswirtschaft zählt. Die Absolventen sparten nicht mit Lob für die Lehrer in der Berufsschule. Diese hätten großes Verständnis gezeigt und ihnen die wichtigsten Grundlagen für ein erfolgreiches Berufsleben beigebracht. Für die BiLa-Absolventen blickten Anja Fuchs und Andreas Wild auf den Blockunterricht zurück.

Drei haben nicht bestanden

Von den 46 Prüflingen haben 43 bestanden, darunter 20 Auszubildende aus den Landkreisen Dillingen, Donau-Ries, Aichach-Friedberg, Günzburg und Weißenburg-Gunzenhausen sowie 23 BiLa-Teilnehmer aus den Kreisen Dillingen, Donau-Ries, Augsburg, Heidenheim, Weißenburg-Gunzenhausen und dem Ostalbkreis.

Die sieben weiblichen Prüfungsabsolventen zeigen, dass der Beruf der Landwirtin zunehmend attraktiv wird. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses, Dominik Schlecht, dankte insbesondere den Betrieben, die sich für die praktischen Prüfungen im tierischen und pflanzlichen Bereich zur Verfügung stellten: Hermann Hubel (Lierheim), Ralph Hussel (Appetshofen), Heinz Gnugesser (Burgmagerbein-Reimertshof), Georg Straß (Donauwörth-Spindelhof), Rainer Häußler (Binswangen), Andrea und Ulrich Ehnle (Kicklingen) sowie der Milchhof Ruisinger (Mittelstetten). Nachdem die Zahl der Landwirte laufend zurückgehe, sei das Zusammenhalten umso notwendiger, bekräftigte Schlecht. „Ellenbogendenken macht nicht glücklich.“

Die drei Prüfungsbesten Katharina Röger (1,69 – Schretzheim), Elisabeth Schmid (1,74 – Donaualtheim) und Benedikt Stallauer (1,90 – Binswangen) wurden mit Geschenken bedacht.

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