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Tapfheim-Rettingen

17.06.2017

„Lang scho nimmer g’sehn“ ist das Motto auf der Bäldleschwaige 

Schon zweimal in der Tapfheimer Bäldleschwaige – die Musiker der bayerischen Kultband Haindling. Jetzt kommen sie wieder.

Haindling kommt im Juli wieder nach Rettingen. Sänger Hans-Jürgen Buchner schaut voraus und blickt zurück. Warum ihn ein Apfelbaum mit dem Kesseltal verbindet.

Hans-Jürgen Buchners Musik bietet einen besonderen Klang. Er und seine Band Haindling kommen am Samstag, 8. Juli, in die Bäldleschwaige in Rettingen auf das Hofgut der Familie Sautter. Schon zweimal gastierte Buchner dort. Die Abende waren für ihn, die Musiker und das Publikum so fantastisch, „dass ich mich richtig darauf freue“.

Was haben Sie sich gedacht, als Sie zum ersten Mal die kleine Straße zum Hofgut gefahren sind?

Buchner: Ich habe mich sofort wohlgefühlt. Ich lebe ja selbst in einem Dorf, das gerade mal 100 Einwohner hat. Das Land ist mein Leben, die Großstadt weniger.

Welche Erinnerungen haben Sie an die Bäldleschwaige?

Buchner: Zweimal schon waren wir von der herzlichen Atmosphäre sowohl beim Publikum als auch von den Hofbesitzern Claudia und Philipp Sautter überrascht. Der Philipp hat mir sogar einen Kesseltaler Apfelbaum geschenkt, den wir gerade mal so ins Auto gebracht haben. Den habe ich mir dann in Haindling an dem schönsten Platz in meinem Garten wieder eingepflanzt.

Frost ist schlecht für die Ernte

Durften Sie schon Äpfel ernten?

Buchner: Leider noch nicht. Nach den Frostnächten im Frühjahr sieht es auch heuer eher schlecht aus. Neben dem Apfelbaum hat mir der Philipp auch immer ein Fünf-Kilo-Glas mit seinem hauseigenen Honig geschenkt – ganz lecker und unvergessen. Das macht sonst keiner.

Kennen Sie die Gegend?

Buchner: Ja doch, wir waren natürlich schon öfter in Bayerisch-Schwaben. Wir haben in der Umgebung viele Anhänger, denen wir auch immer wieder etwas Besonderes bieten wollen. Unser Dialekt wird hier überall gut verstanden. Es wird jedenfalls viel gelacht.

Was dürfen die Zuschauer erwarten?

Buchner: Wer Haindling kennt, der weiß genau, was ihn erwartet. „Lang scho nimmer g’sehn“ ist das Motto. Wir haben ein sensationelles Instrumentarium, welches von mir und meinen Musikern immer wieder abwechselnd eingesetzt wird. Gerne singe ich auch immer mit dem Publikum. Wenn die Tour vorbei ist, nehme ich diese Aufnahmen und komponiere wieder ein neues Musikstück daraus. In der Bäldleschwaige werden auch Lieder zu hören sein, die noch unveröffentlicht sind oder ganz frisch erschienen sind.

Wir erreichen Sie im Studio. Haben Sie ein neues Projekt, an dem Sie arbeiten?

Buchner: Wenn man Maler oder Musiker ist, hat man immer etwas im Kopf. Jetzt kommt die Tour, aber ich arbeite immer und das schon seit Jahren an einem neuen Album.

Das machen, was einem Spaß macht

Sie sind über 70. Haben Sie noch Pläne?

Buchner: Ich habe eigentlich noch nie Pläne gehabt. Der einzige Plan ist immer, dass ich das mache, was mir Spaß macht. Als kreativer Mensch ist man eigentlich immer innerlich beschäftigt. Ich genieße es, meine Musik zu machen. Und dabei gönne ich mir auch Pausen.

Sie machen auf außergewöhnlichen Instrumenten Musik. Wenn Sie Ihre Musik einem bestimmten Genre zuordnen müssten, welches wäre es?

Buchner: Es ist natürlich ein eigenständiger Sound, der in keine Schublade passt. Es heißt ja auch, dass man Haindling nach zwei oder drei Takten sofort erkennt, weil ich einen eigenen Sound habe. Ich bediene mich sämtlicher Musikstile. Aber trotzdem hat die Musik einen sehr großen Wiedererkennungswert, der mein musikalisches Schaffen ausdrückt.

Sie komponieren auch Filmmusik. Wie kamen Sie dazu?

Buchner: Ich habe vor über 30 Jahren, als ich angefangen habe, professionell Musik zu machen, den ersten Filmauftrag von einem bekannten Regisseur bekommen. Das hat mich natürlich sehr gefreut. Daraufhin ist Franz Xaver Bogner auf mich zugekommen. Mit ihm habe ich dann „Irgendwie und Sowieso“ gemacht. Das war mein Einstieg in die Filmmusik.

Sie singen alle Titel auf Bayerisch. Wie wichtig ist Ihnen Dialekt?

Buchner: Der Dialekt ist ein großes Stück Heimat, das man in sich trägt und das jedem fehlt, der keinen spricht. Außerdem zeichnet er die Region aus, in der man lebt. Ich war vor 30 Jahren einer der Ersten, der damit begonnen hat, Mundart zu singen. Seitdem ist es mein selbst auferlegtes Vorhaben. Auch weil ich finde, dass Bayerisch beim Singen gut klingt – wesentlich rockiger als beispielsweise Hochdeutsch.

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