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Kaisheim

14.04.2015

Lange verschwunden: Wie die schwerhörige "Pummel" überlebte

Pummel ist wieder zu Hause in Kaisheim. Wie durch ein Wunder hat die kranke, ausgebüxte Katze überlebt.
Bild: Ulrike Eicher

Nach vier Wochen ist die verschwundene und kranke Katze "Pummel" wieder aufgetaucht. Für ihren Besitzer Franz Messmer ist das ein Wunder.

Braun getigert, ein wilder Blick, die rechte Vorderpfote im Verband: Dass er seine Pummel wieder in die Arme schließen kann, ist für Franz Messmer aus Kaisheim wie ein kleines Wunder. Denn die Angora-Katze ist schon alt und krank – und war einen guten Monat verschwunden. Als sie plötzlich wieder auftauchte, wog sie nur noch die Hälfte und war apathisch. „Wie sie das überhaupt überlebt hat, weiß ich nicht“, sagt der 70-Jährige.

Pummel hat ein Karzinom an der rechten Pfote. Deshalb war Messmer vor einiger Zeit mit ihr beim Tierarzt in Donauwörth. Normalerweise verhält sich die Katze ruhig beim Doktor, sagt der frühere Berufsschullehrer. Diesmal aber war das anders. Als er nach der Behandlung wieder mit ihr ins Auto steigen wollte, ist Pummel plötzlich ausgebüxt. „Das war ihr Fluchtreflex, sie wusste ja nicht, wo sie ist.“

Suche nach der verschwundenen Katze blieb ergebnislos

Fast zwei Stunden hat der 70-Jährige nach ihr gesucht – ohne Erfolg. Auch an den folgenden Tagen kam er wieder, und zwar an jedem Morgen um vier Uhr früh. „Unsere Pummel ist schwerhörig, und da ist es noch ruhig“, sagt Messmer. Gut 350 Steckbriefe verteilte er in der Umgebung – von Pummel aber weiterhin keine Spur.

Nach zwei Wochen gab die Familie die Suche auf. „Wir hatten keine Hoffnung mehr, dass sie noch lebt“, sagt Messmer, denn mit ihrer kranken Pfote und den stumpfen Zähnen könne die Katze nicht mehr selbst jagen. Sie sei nicht mehr jung und agil genug. Ihr genaues Alter kennt Messmer nicht. Mindestens 16 aber ist Pummel bestimmt schon, denn vor so vielen Jahren stand sie als trächtige Fundkatze plötzlich vor der Tür von Familie Messmer in Kaisheim, wo Pummel seitdem lebt.

Kranke Katze kehrt zu Tierarztpraxis zurück

Etwa einen Monat nach Pummels Verschwinden beim Tierarzt rief die Praxis plötzlich bei Franz Messmer an – mit einer Nachricht, die keiner mehr erwartet hatte: Pummel war wieder da. Der 70-Jährige konnte es erst gar nicht glauben und fragte mehrmals nach: „Ist es denn auch wirklich unsere Pummel?“ Sie war es – ein Nachbar hatte das krebskranke Tier auf seinem Grundstück gefunden und vom Steckbrief her wiedererkannt. Messmer konnte Pummel abholen: „Sie war abgemagert und dehydriert, aber wir haben sie wieder aufgepäppelt.“

Wie die Katze die Wochen im Freien und in einem ihr fremden Gebiet überlebt hat, das kann sich der Kaisheimer immer noch nicht so recht erklären. „Vielleicht hat ihr jemand Futter gegeben oder sie hat sich von Spinnen ernährt.“ Genau weiß er es nicht. Und auch die scharfe Kälte, die nachts noch herrschte, als Pummel weg war, muss ihr zugesetzt haben. „Nur gut, dass sie als Angora-Katze so ein langes Fell hat“, sagt er und streichelt liebevoll das Tier.

Die Freude, Pummel wiederzuhaben, steht dem 70-Jährigen ins Gesicht geschrieben. Und er dankt allen, die ihr möglicherweise geholfen und sie vor dem Tod bewahrt haben: „Es ist wichtig, sich um Tiere in Not zu kümmern“, sagt Messmer.

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