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Donau-Ries

25.02.2021

Lehrer und Erzieher machen sich bereit für die Impfung gegen Corona

Lehrer werden jetzt früher geimpft als bisher vorgesehen, auch im Landkreis Donau-Ries.
Foto: Daniel Reinhardt, dpa

Plus Lehrer und Erzieher werden nun früher gegen das Coronavirus geimpft. Für viele ist das eine Erleichterung. Wann es im Donau-Ries losgehen könnte.

Auch wenn manche ihn skeptisch betrachten: Für viele Lehrer und Erzieher ist der Impfstoff von AstraZeneca ein Glücksfall. Das ist das Bild, das sich ergibt, wenn man sich in den Schulen und Kitas des Landkreises umhört. Seit Beginn der Woche ist bekannt, dass die beiden Berufsgruppen in der Impfreihenfolge um eine Klasse nach vorne rutschen werden. Jetzt warten sie auf ihre Impfungen – und die könnten bald beginnen.

„Ich finde die Entscheidung gut“, sagt Beate Wiedemann. Sie leitet die Kindertagesstätte in Harburg. Wer zu welchem Zeitpunkt geimpft wird, hängt davon ab, wie riskant es für die jeweiligen Personengruppen ist, sich mit dem Coronavirus zu infizieren oder einen schweren Verlauf zu erleiden. „Wir müssen in engem Kontakt mit den Kindern arbeiten“, sagt Wiedemann. Auch dass Kinder den Erzieherinnen ins Gesicht niesen, komme vor. Wann die Impfungen beginnen sollen, weiß Wiedemann noch nicht. Informationen hat sie noch keine erhalten.

Für Lehrer und Erzieher ist vorerst der AstraZeneca-Impfstoff vorgesehen

Nach der neuen Regelung zählen Lehrer und Erzieher nun gemeinsam mit Personen über 70 Jahren oder Menschen mit schweren Lungenkrankheiten zur Gruppe der Personen, die die zweithöchste Priorität erhalten haben. Aus der Gruppe mit höchster Priorität sind inzwischen fast alle Personen unter 65 Jahren geimpft, die sich dazu bereit erklärt haben. An ältere Personen wird der Impfstoff des Unternehmens AstraZeneca bislang nicht verabreicht, da unklar ist, wie sehr er sie schützt. So ist ausreichend AstraZeneca-Impfstoff auf Lager, um womöglich bald damit beginnen zu können, Personen unter 65 Jahren der zweiten Gruppe zu impfen.

Nur, wann genau es so weit sein wird, ist im Schulamt Donauwörth noch nicht bekannt. Dort lägen noch keine Informationen von Kultusministerium oder Regierung von Schwaben vor. Eine Anfrage unserer Redaktion an die bayerischen Ministerien für Kultus und Gesundheit blieb bislang unbeantwortet. Die Wirksamkeit des Impfstoffes von AstraZeneca liegt etwas unter der anderer Präparate, auch gegen die aus Südafrika stammende Mutation B1351 erweist sich das Mittel als weniger schlagkräftig.

Fast vollständig wieder geöffnet sind bisher lediglich Grundschulen. Deshalb geht Karl Auinger, Schulleiter des Gymnasiums in Donauwörth, davon aus, dass er und seine Kollegen vorerst noch nicht für die Impfung vorgesehen sind. „Mit jüngeren Schülern sind die Hygienemaßnahmen deutlich schwieriger einzuhalten“, sagt er. Das Risiko an den Grundschulen sei daher zudem höher. Grundsätzlich hält er die erhöhte Priorität für Lehrer und Erzieher für „begrüßenswert“.

Lehrer und Erzieher werden wohl in den Donau-Rieser Impfzentren geimpft

Offen ist, wie die Impfung der Erzieher und Lehrkräfte tatsächlich umgesetzt wird. Nach Einschätzung von Arthur Lettenbauer, Geschäftsführer des BRK Nordschwaben und damit für die Organisation der Impfzentren im Landkreis zuständig, werden die Pädagogen in den Impfzentren in Nördlingen oder Donauwörth geimpft. Mobile Teams einzusetzen, sieht er als wenig sinnvoll an. „Die Politik war erneut schneller als unsere Informationen vor Ort“, sagt Lettenbauer. Dadurch habe vor Ort bisher kaum etwas organisiert werden können. Er rechnet mit einigem Vorlauf. „Natürlich können wir Zeitfenster anbieten, aber es macht sicher Sinn, dass nicht das ganze Kollegium oder das Erzieherteam eines Kindergartens auf einmal geimpft wird.“ Bei der Impfung mit AstraZeneca seien Nebenwirkungen nach der ersten Spritze möglich.

 

Von einer Impfung in den Impfzentren des Landkreises geht auch Daniela Baumann aus, Vorsitzende des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands im Ries. Von Gesprächen berichtet sie, dass etliche ihrer Kollegen „froh und erleichtert“ über die Entscheidung seien, Lehrer früher zu impfen. Ihre Vorstandskollegin Gudrun Meier, zugleich Schulleiterin der Grundschule Löpsingen, hält die Impfungen für einen wichtigen Beitrag zum Arbeitsschutz.

Und auch im AWO-Kindergarten Donauwörth seien viele Erzieherinnen froh über die Gelegenheit, zur Gruppe mit der zweithöchsten Priorität zu zählen und bald an der Reihe zu sein, sagt Leiterin Angelika Exner. Unter den Kollegen sei die Hälfte einer Impfung gegenüber noch skeptisch eingestellt. Sie wolle „niemandem den Impfstoff wegnehmen“, sagt sie mit Blick auf Menschen mit Vorerkrankungen. „Aber wenn etwas für uns übrig bleibt, freue ich mich.“ (mit fene)

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