1. Startseite
  2. Lokales (Donauwörth)
  3. Leidenschaft für die Gemeinschaft

Landkreis Donau-Ries

12.08.2019

Leidenschaft für die Gemeinschaft

Das Wichtigste nimmt er im Aktenkoffer mit: Konrad Wiedemann auf dem Weg zu einem ehrenamtlichen Termin.
Bild: Foto: Helmut Bissinger

Konrad Wiedemann aus Harburg engagiert sich in mehreren Funktionen. Wie es ihm gelingt, Menschen fürs Vereinsleben zu motivieren.

Was wäre unsere Gesellschaft ohne ehrenamtlich Engagierte? Ohne Menschen, die mit Leidenschaft für wichtige Anliegen eintreten? Die viele Stunden investieren und sich ihren Fleiß und Einsatz nicht bezahlen lassen? – Wir alle wären um so vieles ärmer! Wichtige, auch lebensnotwendige Dienste und Funktionen könnten nicht aufrechterhalten werden. Deshalb stellen wir in unserer Serie „Vereinsmeier“ Menschen vor, die durch ihr Engagement echte Vorbilder sind. Allein in unserem Landkreis sind 60000 Mitglieder in 4800 Vereinen tätig. Kennen Sie auch jemanden, der unermüdlich im Einsatz ist? Dann schlagen Sie ihn als „Vereinsmeier“ vor: redaktion@donauwoerther-zeitung.de.

Harburg Der Terminkalender von Konrad Wiedemann ist prall gefüllt: Hier das Gespräch mit einem möglichen Kandidaten für die CSU-Stadtratsliste, dort Kassier beim Grillfest in Rohrbach, Aufbauarbeiten für ein Open-air in Harburg, zwischendurch Mähdienst auf dem 1100 Quadratmeter großen Areal des Obst- und Gartenbauvereins und dann auch noch eine Kondolenzansprache bei einer Beerdigung. Vermutlich hört des der 69-Jährige nicht gerne, doch im Grunde ist er ein Tausendsassa.

„Nein“ zu sagen, fällt dem Harburger offensichtlich schwer. Er sei das Arbeiten halt gewöhnt, stamme er doch aus einer Landwirtschaft in Rohrbach. Da habe er das Anpacken schon als kleiner Junge gelernt. Später dann hat Wiedemann bei Eurocopter, heute Airbus Helicopters, dienstbeflissen seine Arbeitskraft eingesetzt, „in fast vier Jahrzehnten mit nur acht Fehltagen“.

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

Jetzt ist der rüstige Rentner seit elf Jahren Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins der Burgstadt, außerdem auch noch Geschäftsführer der CSU in Harburg, gleichzeitig Kassier. Weil im kommenden Frühjahr Kommunalwahlen sind, gilt es hier nun kräftig zu organisieren. Allein Versammlungen in zehn Dörfern, von Schrattenhofen bis Mauren, gelte es auf die Beine zu stellen. „Junge Menschen für die Kommunalpolitik zu begeistern ist schwer geworden“, sinniert Wiedemann. Aber auch beim Obst- und Gartenbauverein habe er lange um Nachwuchs werben müssen. Im Moment sehe es aber so aus, als ob man dort bald wieder eine Kindergruppe ins Leben rufen könne.

Mitgliederzahlen sind in die Höhe geschnellt

Zum Obst- und Gartenbauverein sei er wie die Jungfrau zum Kind gekommen. Es habe sich einfach niemand für den Vorsitz finden lassen, „da bin ich eben eingesprungen“. Bis zu diesem Zeitpunkt war Wiedemann nicht einmal in dem Verein, der unter seiner Ägide zum zweitstärksten in der Burgstadt gewachsen ist. Mittlerweile zählt der Verein über 200 Mitglieder. Der Vorsitzende hat kräftig die Werbetrommel gerührt und Begeisterung hervorgerufen. Einst, als er antrat, waren es nur 165 Mitglieder. Offenbar gelingt es dem vielfach engagierten Wiedemann Menschen zu motivieren. Auch im Ortsverband der CSU sind die Mitgliederzahlen nach oben geschnellt.

Gerne denkt Wiedemann an die „stressigen Monate“ zurück, als er in Ausschüssen Vereinsfeste organisierte. Bei einigen seien alle Fäden bei ihm zusammengelaufen. „Das waren spannende Aufgaben“, blättert er in Erinnerungen.

Der nächste Termin ruft

Natürlich erfordere das Engagement viel Kraft, verrät Wiedemann, doch es sei Anerkennung, wenn er spüre, dass sich beispielsweise beim Gartenbauverein immer wieder Fleißige finden ließen, die bei der Vorbereitung von Aktivitäten oder beim Binden für die Kränze für den Maibaum eifrig dabei seien. Wer nun meinen würde, dass Wiedemann keine Zeit für Urlaub habe, irrt sich. „Diese Zeit muss sein“, sagt er und erinnert sich mit Wohlgenuss an den Urlaub mit seiner Frau in Neuseeland. Und zuhause am Heidebogen in Harburg? Man sehe ihn oft, verrät er, mit seinem Fahrrad. Das sei angesichts der doch etwas abgeschiedenen Lage auch notwendig.

Das Gespräch neigt sich dem Ende zu, denn ein Blick auf den Terminkalender zeigt, dass für Wiedemann der nächste Termin ruft. Während er schnell das Wichtigste in seinen Aktenkoffer packt und sich noch schnell eine Krawatte bindet, lacht er. Der Termin-Pult-Kalender werde wohl bald der Vergangenheit angehören, denn seine Familie wolle ihm wohl zum 70. Geburtstag, der demnächst ansteht, ein Smartphone schenken. Sein Enkel habe bereits versprochen, ihm dann zu zeigen, wie man die Termine dort digital verwaltet. Zumindest das könnte eine Erleichterung bringen...

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren