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28.03.2009

Lerch: Frage der Glaubwürdigkeit

Donauwörth (dz) - Es ist schon gut ein Jahr her - die persönliche Auseinandersetzung zwischen Landrat Stefan Rößle und dem damaligen Kreisrat Dr. Bernd Lerch (beide CSU). Diesem hatte der Landrat in einem Bericht unserer Zeitung unterstellt, sich für eine Familienangehörige, die am Donauwörther Krankenhaus arbeitet, zu Unrecht eingesetzt zu haben. Als Landrat mache er nämlich keinen Unterschied, ob es sich bei Medizinern am Krankenhaus um Angehörige von Kreisräten handle oder nicht. Und wörtlich sagte er damals: "Keiner wird besser oder schlechter behandelt."

Eine Aussage, die indes so nicht haltbar war. Denn das Arbeitsgericht Augsburg gab der Klage der Oberärztin, die vom Marburger Bund vertreten wurde, im vollem Umfang Recht. Der Landkreis als Beklagter hatte den allgemein gültigen Grundsatz der Gleichbehandlung seiner Arbeitnehmer verletzt, so die Begründung des Gerichts.

Die korrekte Eingruppierung der Oberärztin ist zwischenzeitlich vom Landkreis rückwirkend vollzogen worden.

Lerch, der 27 Jahre als Kreisrat gewirkt hat und seinerzeit keinen Kommentar zur Entscheidung des Landrats abgegeben hatte, zog nun gegenüber unserer Redaktion folgendes Fazit: "Die ganze Auseinandersetzung ist für mich bis heute rational nicht nachvollziehbar und in der Sache auch nicht gerechtfertigt gewesen. Meine Argumentation in den zuständigen Kreisgremien war vielmehr inhaltlich korrekt und sachlich begründet." Und weiter: "Auch Familienangehörige von Kreisräten dürfen in der Vergütung nicht schlechter als andere gestellt werden."

Ihn, Lerch, im damaligen Pressebericht "in den Geruch der 'Vetternwirtschaft' zu bringen, war ein dreistes Stück, das sich für den Urheber nicht lohnte". Insofern sei "der volle Erfolg vor dem Arbeitsgericht für mich persönlich auch eine Frage der Ehre und der Glaubwürdigkeit".

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