1. Startseite
  2. Lokales (Donauwörth)
  3. Mal zünftig-laut, mal zart und berührend

Kulturtage

31.10.2019

Mal zünftig-laut, mal zart und berührend

Zünftige Stimmung und traditionelle Lieder und Weisen: Beim Donauwörther Hoigarta im Zeughaus trafen einmal mehr bewährte Musikanten aufeinander, die es verstehen, Volkslieder und Volksmusik im besten Sinne weiterzugeben.
Bild: Lorenz Fitzel

Beim traditionellen Hoigarta hatten die Sänger und Musikanten wieder eine Vielzahl von Weisen aus dem Schatz der Volksmusik dabei. Da gab es den „Barmstoaner Landler“ genauso wie „Ade zur guten Nacht“

Der musikalische Hoigarta – ein Abend mit Freunden der Volksmusik –, die Stimmung kann man nicht besser beschreiben: Das altehrwürdige Zeughaus verwandelt sich durch aufgestellte Biertische und -bänke in ein „Donauwörther Wirtshaus“, in dem bei einem facettenreichen Programm gepflegte Volksmusik gespielt wird.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

Josef Basting, Kapellmeister der Donauwörther Stadtkapelle, Leiter der Musikschule und bravouröser Entertainer, zeigt wieder einmal mehr seine Talente und begeistert von Anfang an mit seinen Musikanten mit Schwung und Gespür die Hoigarta Fans mit Landler, Polka und Marsch.

Die Boarisch Blosn mit Michael Bürle (Akkordeon), Bernd Herrle und Christoph Verani (Flügelhorn), Josef Basting (Tuba), Hans Schmid und Manuel Stöckl (Basstrompete) eröffnen mit dem temperamentvollen „Oberländer Marsch“ das Volksmusikkonzert.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Die Donauwörther Stubenmusik unter der Leitung von Maria Graf an der Zither, Katharina Beck am Hackbrett, Sara Rowshan an der Alt-Blockflöte, Georg Rödl mit Gitarre und Angela Storr am Bass tragen mit ihren Liedern einen einzigartigen Beitrag zur Volksmusikpflege bei. Sie spielen den „Hagrain-Boarischer“, den „Keller-Landler“ von Bernhard Wulf, die Bayrisch Polka, „Boarischer“, die „Hoierles Masulka“, den „Barmstoaner Landler“ und den „Boarischer“ von den legendären Rupertiwinkel-Musikanten. Die talentierten und sympathischen Musikerinnen bilden mit den Routiniers ein exzellentes Ensemble. Das harmonische Zusammenspiel der Instrumente und der Zusammenklang der Melodien erfreuen das aufmerksame Publikum, das sich mit viel Beifall für die musikalischen Darbietungen bedankt.

Einen Hoigarta ohne den Vollblutmusikanten Hans Löffler hat es noch nicht gegeben. Sein meisterliches Können bereichert die Volksmusikszene immer wieder aufs Neue. Seine virtuos gespielte Steirische Harmonika mit „Da lustige Bua“ und den „Klarinettenmuckl“ lassen die Gäste fast andächtig und ganz still werden.

Temperamentvoll und frisch spielt wieder die Boarisch Blosn auf: Die Melodien „Erinnerungen an Brennberg“, ein Evergreen der Volksmusik „dem Land Tirol die Treue“, die „Hasnhansl-Polka“, der flotte Marsch „Lasset uns das Leben genießen“ und „A Böhmischer füan Lechner Franz“ sind im weiteren Repertoire. Ihre Lieder und Texte springen auf die Zuhörer über. Ihre gespielte Volksmusik ist lebendig, variantenreich und hält immer musikalische Überraschungen bereit.

Einen weiteren musikalischen Höhepunkt bieten an diesem schönen Abend Heidis Schrammeln mit Heidrun Krech-Hemminger (Geige), Astrid Hartmann (Akkordeon) und Josef Basting (Kontrabass). Fröhlich spielen sie die „Geburtstagspolka“, „Wien bleibt Wien“, und „Heut kommen Engel auf Urlaub nach Wien“. Bei diesen beliebten Liedern spüren die Zuhörer in jeder Tonart die gespielte Leidenschaft. Deshalb hat Georg Ried recht: „Das Schönste, was es gibt zum Glück, ist die Liebe zur Musik.“ Selbstverständlich singen bei den Gassenhauern alle Gäste mit.

Weitere altbekannte Volksweisen werden kraftvoll gesungen. „Die Getränke sind frei“, das beliebte „Hammerschmied-Lied“, die Originalfassung von „Ein Prosit der Gemütlichkeit“ und nicht fehlen darf der Klassiker, „Das gute alte Kanapee“. Unterstützt wird der Hoigarta-Chor von den Musikanten mit ihren herausragenden Stimmen.

Mit der Melodie von „Kein schöner Land“, das auf eine Volksweise aus dem 18. Jahrhundert basiert, die von Wilhelm von Zuccalmaglio bearbeitet und mit einem eigenen Text versehen 1840 veröffentlicht wurde und zu den bekanntesten deutschen Volksliedern zählt, wird es im Zeughaus immer etwas leiser, denn so langsam ging auch dieser schöne Abend zur Neige.

„Zünftig aufg’spuilt ham’s“ die Musikanten beim Musikalischen Hoigarta im Rahmen der 46. Kulturtage! Mit der letzten Zugabe, dem spätromantischen Lied „Ade zur guten Nacht“ verabschieden sich die Hoigarta Musikanten von ihren begeisterten Fans bis zum nächsten Jahr. (Barbara Kandler)

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren