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Donauwörth

13.01.2018

Manchmal treibt sie es bunt

Manchmal treibt sie es bunt
2 Bilder

Anneliese Waffenschmidt ist der abstrakten Malerei verfallen. Es gibt auch Werke, die mit Hilfe eines Fleischklopfers die besondere Note bekommen

Es kann schon mal sein, dass ihr eigenes Temperament Anneliese Waffenschmidt einen Streich spielt. Dann ist die 78-Jährige im Stande, ein schon halb fertiges Aquarellgemälde so zu bespritzen, dass auch die Wand in ihrem Kelleratelier etwas abbekommt. „Es gibt sie, diese Momente, sie sind aber dann doch selten“, sagt die Hobbykünstlerin, die sich ihre Technik selbst angeeignet, aber auch Malkurse besucht hat. Die aber brächten ihr nicht mehr viel, meint die Malerin.

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Ihr Domizil hat Anneliese Waffenschmidt in der Parkstadt in Donauwörth. Ihr Haus gleicht einer Ausstellung. Aber auch in den Häusern ihrer zwei Töchter und ihres Sohnes hängen „echte Waffenschmidts“. Darauf ist sie stolz. Manchmal aber, so lässt sich aus ihren Erzählungen schließen, treibt es die Mama zu bunt und die Kinder bitten darum, dass sie nicht zu modern in ihren Darstellungsformen wird. Die Kinder mahnten sie schon manchmal, dass sie auf den Gemälden noch etwas erkennen wollen. Dabei könnte Anneliese Waffenschmidt zu jedem noch so abstrakten Werk eine Geschichte erzählen.

Von Gunzenhausen kam Anneliese Waffenschmidt vor 43 Jahren nach Donauwörth. Schon im Alter von neun Jahren versuchte sie sich künstlerisch. Mit 18 Jahren begeisterte sie sich erstmals für Stillleben und moderne Malerei in Öl und Aquarell. Mit verschiedenen Künstlern aus Augsburg bildete sie sich in Irsee weiter. Ihre Bilder waren schon bei Ausstellungen der Kunstfreunde zu sehen. Sie schmücken außerdem Geschäfts- und Privaträume. Bei den Jahresausstellungen der Kunstfreunde war sie schon mehrmals vertreten.

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Aber eigentlich träumt Anneliese Waffenschmidt von einer eigenen Ausstellung. Wer hört, wie alt sie ist, mag nicht glauben, dass sie immer noch aktiv ist. „Die Malerei bringt viele freudvolle Momente“, erzählt sie. Manchmal sitze sie bis drei Uhr morgens in ihrem Atelier vor ihrer Leinwand. „Dann fließen die Ideen aus mir heraus, da darf man nicht abbrechen“, fügt sie schmunzelnd hinzu. Dann dürfe sie sich nicht einmal selbst in der Konzentration stören, dann sei sie im Tunnel.

Das Malen ist eine Leidenschaft von Anneliese Waffenschmidt, das Schwimmen ein Hobby. Das kommt wohl daher, dass sie mit ihrem verstorbenen Mann viele Jahre eine Ferienwohnung am Gardasee hatte. Da habe es natürlich immer eine Gelegenheit gegeben, ins Wasser zu hüpfen.

Mittlerweile hat sich Waffenschmidt ganz der Aquarellmalerei verschrieben. Auch mit Ölfarbe hat sie schon experimentiert, beachtliche Ergebnisse produziert, „doch Öl riecht immer und da bin ich schon eigen“. Sie ist so eigen, dass es einmal sogar passiert ist, dass sie einem ihrer Kunstwerke eine besondere Note geben wollte und dazu den Fleischklopfer aus der Küche verwendete – sehr zur Freude der späteren Betrachter, die einen außergewöhnlichen Effekt registrierten.

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