1. Startseite
  2. Lokales (Donauwörth)
  3. Margarethe geweihte Glocke ist eine Rarität

24.12.2010

Margarethe geweihte Glocke ist eine Rarität

Die kleinere Glocke des Heißesheimer Geläutes ruft seit 100 Jahren zum Gottesdienst. Sie hat beide Weltkriege überstanden. Glocken aus den Zehner-Jahren des vorigen Jahrhunderts gibt es nur sehr wenige. Foto: Saule/bd
Bild: Saule/bd

Mertingen-Heißesheim Auf eine rund 1000-jährige Tradition kann das Glockengießerhandwerk in Augsburg zurückblicken. Anfangs übten Wandergießer ihre Tätigkeit aus. Ab etwa 1200 wurden diese sesshaft, insbesondere in den Reichsstädten. Ihr Ende fanden die Augsburger Gießhütten 1922. Der letzte Glockengießer hieß Fritz Hamm [II] (1878 bis 1935). 1907 übergab ihm sein gleichnamiger Vater das 1875 gegründete Geschäft.

Von den Erzeugnissen der beiden Hamm (I und II) blieb nicht viel erhalten. Der allergrößte Teil fiel seines geringen Alters wegen zunächst dem Ersten Weltkrieg zum Opfer. 25 Jahre später, im Zweiten Weltkrieg wurden weitere Hamm-Glocken konfisziert. Was danach noch übrig geblieben war, darf als ausgesprochene Rarität gelten.

Die Heißesheimer Margarethenglocke von 1910 gehört dazu. Sie trägt am oberen Rand, auch als Schulter bezeichnet, eine Girlande, die durch einen Steg begrenzt wird. Die Flanke ziert eine Abbildung der Heiligen Familie auf der einen Seite und auf der anderen wird die heilige Margaretha, die Kirchenpatronin dargestellt. Am Schlagring verläuft der Schriftzug GESTIFTET VON JOSEPH U. THERESE KLOPFER HEISSESHEIM - GEGOSSEN VON F. HAMM IN AUGSBURG 1910. In der Höhe, einschließlich der Krone misst der Klangkörper 52, im Durchmesser 56 Zentimeter. Das Gewicht, auf der Grundlage einer Regressionsanalyse ermittelt, beträgt annähernd 100 Kilogramm.

Erneuerungsarbeiten

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Zwischen 1907 und 1913 wurden Erneuerungsarbeiten an Kirche und Turm durchgeführt. Dabei dürfte auch die Glocke beschafft worden sein. Das Kirchenschiff und die Sakristei gehen auf die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts zurück, während Turmunterbau und Chor der Gotik zuzurechnen sind.

In das frühe 18. Jahrhundert datiert dagegen das Turmpolygon, in dem sich die Jubiläumsglocke und ihre 1982 gegossene Schwester befinden. Deren Guss war seinerzeit durch namhafte Spenden aus der Heißesheimer Einwohnerschaft möglich geworden.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
leit7625259.jpg
Donauwörth

Fahrerin rammt Fahrzeug im Gegenverkehr

ad__nl-chefredakteur@940x235.jpg

SECHS UM 6: Unser neuer Newsletter

Die sechs wichtigsten Neuigkeiten um 6 Uhr morgens sowie ein Ausblick auf den
aktuellen Tag – Montag bis Freitag von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz.

Newsletter bestellen