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Politik

15.11.2018

Marke Donauries wird weitergeführt

Die Regionalmarke wird bei den Mitgliedern des Kreistags dennoch kritisch gesehen

Ähnlich wie das Allgäu mit dem Slogan „eine starke Marke für unsere Region“ oder München mit dem Spruch „Einfach München“ soll die Marke Donauries den hiesigen Landkreis über seine Grenzen hinweg bekannter machen, um Fachkräfte für die Region anzuziehen. Vor drei Jahren wurde die Marketingkampagne, die der Wirtschaftsförderverband Donauries trägt, eingeführt. In der Sitzung des Kreistags wurde nun darüber diskutiert, ob und wie das Projekt weitergeführt werden soll.

Die Grundlage der Diskussion waren die Ergebnisse einer im Sommer vom Landkreis beauftragten Umfrage zur Marke Donauries (wir berichteten). Im Internet gaben Bewohner des Landkreises an, was sie mit der Region assoziieren und wie wichtig ihnen der Bekanntheitsgrad ist. Darüber hinaus wurden Personen aus den angrenzenden Landkreisen befragt, was sie über das Donau-Ries denken und ob sie die Regionalmarke kennen. Unternehmen wurden ebenfalls über wirtschaftliche Standortfaktoren befragt. Laut Veit Meggle von der Abteilung der Kreisentwicklung des Landratsamts ist die Marke innerhalb des Landkreises bekannt und die Menschen würden vor allem die einzigartige Natur und die gute Wirtschaft mit der Region verbinden.

Über die Grenzen hinweg ergebe sich allerdings ein differenziertes Bild: Anders als beispielsweise die Marke Allgäu sei die Regionalmarke des Landkreises so gut wie gar nicht bekannt und Unternehmen würden sich eine bessere Internetanbindung wünschen. Die gute Nachricht Meggles war, dass sich seit dem Jahr 2015 die Zahl der Besucher, die privat oder geschäftlich in den Landkreis kamen, verdoppelt habe. Außerdem schlug er einen neuen Slogan angelehnt an München vor: Natürlich Donauries. So werde die Marke mit dem Ergebnis der Befragten verbunden, denn der Begriff „Natur“ ziehe sich wie ein roter Faden durch die Befragung.

Das griff der Fraktionsvorsitzende der CSU/AL-JB, Ulrich Lange, in seinem Statement auf. Er rief zur Vorsicht bei dem Vorschlag Meggles auf, da gerade die jüngere Generation die Natur eher mit dem „Nichts“ verbinden würde, in dem es nicht einmal Internet gebe. Außerdem reichen der Rieskrater und die Donau nicht aus, um Menschen anzuziehen, sagte er. Kritisch äußerte er sich auch zum drohenden Fachkräftemangel in der Region: „Das wird kein Selbstläufer, da der Landkreis weder das Allgäu noch das Münchner Umland ist.“ Trotzdem sprach er sich für die Weiterführung der Marke aus, um die genannten Probleme bewältigen zu können.

Die Natur als ein Alleinstellungsmerkmal der Region sei zu wenig, sagte Ursula Straka, Fraktionsvorsitzende der SPD. Damit habe der Landkreis eine zu große Konkurrenz, eben das Allgäu. Noch erkenne sie auch keinen richtigen Nutzen der Marke Donauries, deshalb fordere sie nicht nur eine Weiterführung, sondern eine Überprüfung der Regionalmarke.

„Wir haben schon für weniger erfolgreiche Sachen Geld ausgegeben“, sagte Helmut Beyschlag, Fraktionsvorsitzender der PWG/FDP in der Sitzung des Kreistags. Das Ziel der Marke Donauries müsse eine nachhaltige Wirtschaft sein, sagte er.

Regina Thum-Ziegler, Fraktionsvorsitzende der Frauen/ÖDP/FW-Fraktion, plädierte nicht für eine starke Marke, sondern die Verbesserung der Lebensqualität. „Wir müssen nicht an der Verpackung arbeiten, sondern am Kern“, sagte sie.

Nachhaltige Strategien, um den Menschen überregional eine Vorstellung des Landkreises zu bieten, sei laut Andrea Eireiner von der –Grünen-Sozialen-Fraktion der richtige Ansatz für die Marke Donauries. In der Kreistagssitzung wurde die Weiterführung des Projektes beschlossen. Die Marke Donauries wird somit auch in den kommenden drei Jahren mit 150000 Euro jährlich gefördert.

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